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Wissenschaftsforum Ruhr e.V.


Netzwerk * Arbeitsgemeinschaft *  Forschungsverbund


Wissenschaft im Ruhrgebiet

 

 

 

 

 

In eigener Sache:
Nudging in Zeiten des Klimawandels:
Argumentieren und/oder Stupsen angesichts der Klimakatastrophe?
Nachbericht zur virtuellen Veranstaltung des Wissenschaftsforums Ruhr e.V. sowie des Fraunhofer UMSICHT und des RWI

>> zum Videomitschnitt der Veranstaltung

Dass Menschen sich nicht durch das bessere Argument überzeugen lassen, sondern eher dem nicht streng diskursiven Überreden zugeneigt sind, ist ein alter Topos der abendländischen Philosophie. Die Erkenntnisse der modernen Psychologie und Ver-haltensökonomik haben zudem die Wesensbestimmung des Menschen als vernunftbezogenen Lebewesens aufgeweicht und gezeigt, dass ein nur bedingt rationaler Zugang oftmals vielversprechender ist, wenn es darum geht, Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen (Aristoteles wusste das allerdings auch schon.) Dass dieser Ansatz, den die beiden amerikanischen Autoren Thaler und Sunstein 2008 mit dem Nudging-Begriff systematisiert haben, funktioniert, aber durchaus auch diskussionswürdig ist, wurde im Rahmen einer virtuellen Abendveranstaltung des Wissenschaftsforums Ruhr deutlich.

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Kathrin Loer (Hochschule Osnabrück) führte in ihrem Referat in den Begriff ein und betonte die Bedeutung, die Thaler/Sunstein der Choice Architecture einräumen. Menschen treffen Entscheidungen in Kontexten und werden also durch sie beeinflusst. Ein libertärer Paternalismus solle nach Thaler/Sunstein den Rahmen adäquat justieren, damit Menschen zum Wohle aller optionieren. Dies setzt einerseits das Wissen einer Gruppe von Menschen voraus, was das Wohl aller ausmache, wie auch eine Vorhersagbarkeit des menschlichen Verhaltens. Da Thaler/Sunstein (monetäre) Anreize und Verbote ablehnen, lässt sich das Nudging im Portfolio der Politik zu den relativ zwanglosen Informationsinstrumenten mit Subtext rechnen (Beispiel: abschreckende Bilder auf der Zigarettenpackung, Kennzeichnung des Zuckeranteils bei Energydrinks). In komplexeren Kontexten wie dem Problem des Klimawandels greifen aber derartige an den individuellen Verbrau-cher adressierte Stupser zu kurz. Eine umfassende Orchestrierung an Instrumenten sei notwendig, die sich an Unternehmen, Institutionen und Individuen richte. Zudem zeige der Einsatz von Nudging bisher gemischte Resultate.

Dr. Mark Andor (RWI) gab in seinem Beitrag anschließend unter der Fragestellung, wie prosoziales Verhalten gefördert werden könne, einen Literaturüberblick über ein-schlägige Studien und eigene Studien aus den Bereichen Energiesparen, Nahrungs- und Mobilitätswende. Beim Duschen gab es durch ein Echtzeitfeedback an der Duschapplikation Einsparungen von fast einem Drittel des vorherigen Wertes, im Rahmen eines sozialen Vergleichs von 11 % und bei einer Kombination beider Nudging-Techniken von 37 %. Framing-Techniken brachten gute Ergebnisse beim Ernährungsverhalten. Eine Änderung der Mittagskarte in einem Restaurant mit einer erhöhten Sichtbarkeit vegetarischer Alternativen zeitigte eine 25-prozentige Reduktion des Fleischkonsums. Monitoring-Techniken unter der Zielsetzung eines geringe-ren Kraftstoffverbrauchs führten in einem Feldexperiment mit Flugkapitänen eben-falls zu Erfolgen. Wohlfahrtseffekte durch Nudging sind in der Ökonomie eine der wichtigsten Forschungsfelder der Zukunft.

In der anschließenden Diskussion problematisierten die Moderatoren Prof. Dr. Thomas Bauer (RWI) und Prof. Dr. Görge Deerberg (UMSICHT, Wissenschaftsforum Ruhr) das Nudging vor dem Hintergrund einer nicht evidenten Grenzziehung zwischen transparenter und versteckter Manipulation. Zudem setze eine Einrichtung und Veränderung von Voreinstellungen (Defaults) und Auswahlarchitekturen (Choice Architectures), die sozialverträglich seien, im politischen Rahmen wohlmeinende Herrschaftsstrukturen voraus, was keine Selbstverständlichkeit sei. In demokratisch verfassten Gesellschaften, die politische Entscheidungen nicht zuletzt nach einer Diskussion treffen, die sich auf Expertise stützt, sei der offene Diskurs ein unverzichtbares Element, auch wenn er wie in der Klimadebatte oder in ökonomischen Zusammenhängen sehr voraussetzungsreich sei. Betont wurde von den Referenten der Unterschied zwischen Zielformulierung und Methode und dass eine transparente, aufgeklärte und demokratische Kontrolle der Ziele und Nudges gegeben sein müsse. In der Forschung sei laut Prof. Bauer noch zu zeigen, dass Regulierung und Nudging in einer Komplementärbeziehung stehen und sich nicht nur substituieren, zu zeigen wäre also, dass das eine kann, was das andere nicht kann.

Thomas Welt, Wissenschaftsforum Ruhr e. V.

>> Videomitschnitt der Veranstaltung

>> Präsentation "Beispiele aus der Nudging-Forschung" von Dr. Mark A. Andor - RWI - Leibniz-Insitut für Wirtschaftsforschung (pdf)

>> Präsentation "Nudging - Change the World?" von Prof. Dr. Kathrin Loer - Fakultät für Wirschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück

Nobelpreis für Chemie
Wir gratulieren Benjamin List vom MPI für Kohlenforschung zum Nobelpreis
(Stand: 08.10.2021)

Wie das Nobelpreiskomittee jetzt bekannt gegeben hat, wird Prof. Dr. Benjamin List vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung den Nobelpreis für Chemie in diesem Jahre erhalten. Benjamin List hat mit der sogenannten 'Organokatalyse' eine neue Art entdeckt, wie chemische Reaktionen beschleunigt werden können und damit energie- und ressourceneffizienter ablaufen. Die Organokatalyse wird mittlerweile in der ganzen Welt in zahlreichen Laboratorien in der akademischen und industriellen Forschung eingesetzt und für eine Vielzahl von Synthesen genutzt.

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In eigener Sache:
Münzwurf und Feedbackschleifen
Wissenschaftsforum-Ruhr-Veranstaltung "Statistik in Zeiten der Pandemie"

(Stand: 25.06.2021)

In einer via TEAMS gut frequentierten virtuellen Veranstaltung des Wissenschaftsforums Ruhr e. V. am Montag, dem 21.06.2021, erläuterte der Referent Prof. Dr. Thomas Bauer vom RWI in Essen die häufigsten statistischen Fallen, in die Öffentlichkeit und Journalismus bei der Interpretation der Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Corona-Pandemie tappen. Selbst zunächst niedrige und beherrschbar erscheinende Infektionszahlen können aufgrund eines exponentiellen Wachstums in kurzer Zeit zu einer nur noch schwer kontrollierbaren Pandemie führen. Deutlich wurde aber auch, dass sich die Epidemiologie zwar mathematischer Instrumente bedient, aber keine Mathematik ist. So muss der R-Wert, der angibt, wie viele Personen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt, in nicht unwesentlichen Teilen durch geschätzte oder empirisch ermittelte Zusatzannahmen errechnet werden.

Die Forderung nach einer repräsentativen Panelstichprobe wurde leider nicht aufgegriffen. Ebenso sind Letalität und Mortalität der Corona-Erkrankungen von zahlreichen empirischen Faktoren abhängig, so dass man die Letalitäts- bzw. Mortalitätsrate niemals ermitteln können wird. Plastisch gemacht wurde ferner anhand eines Beispiels, dass selbst Schnelltests mit einer Sensitivität von 95 % und einer Spezifität von nahezu 100 % bei einer höheren Inzidenzrate (50 von 10.000 Personen seien infiziert) dazu führen, dass bei positivem Ergebnis die getestete Person mit einer größeren Wahrscheinlichkeit nicht infiziert ist. Man hätte also zuverlässiger eine Münze werfen können! PCR-Tests zur Verifikation oder Falsifikation sind demgemäß unerlässlich.

Abschließend machte Prof. Bauer deutlich, dass Prognosen methodisch darauf angelegt sind, sich in der Zukunft zu falsifizieren. Es handelt sich um Fortschreibungen gegenwärtiger Parameter, häufig zum Zwecke einer Warnung vor den Konsequenzen einer unterlassenen Verhaltensänderung. Erfolgen diese Verhaltensänderungen aufgrund der Prognose, ist die Prognose nur im uneigentlichen Sinne ‚falsch' und hat ihr Ziel erreicht. Konkret: Dass die prognostizierten Zahlen an Infizierten in einer Pandemie nicht eingetreten sind, macht die Epidemiologen nicht zu Scharlatanen, sondern vielmehr zu erfolgreichen Bekämpfern der Pandemie.

In der sich anschließenden Diskussion unter der Gesprächsführung von Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer wurde deutlich, dass in der Zukunft repräsentative Stichproben im Laufe einer Pandemie (‚Panelstichproben') zu einer zuverlässigeren Ermittlung empirischer Faktoren wünschenswert sind, dass die mathematische Grundbildung in Deutschland verbessert werden und auch ein kompetenter Wissenschaftsjournalismus (den es ja in Teilen der Qualitätspresse schon gibt) in der Ausbildung weiterhin gefördert werden sollte.

>> Vortragsfolien zum Download

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Veranstaltungsankündigungstext:

Statistik in Zeiten der Pandemie
Virtuelle Veranstaltung des Wissenschaftsforums Ruhr e. V.
am Montag, 21.06.2021, 18.00 Uhr - 19.30 Uhr
in Zusammenarbeit mit dem RWI und dem Fraunhofer UMSICHT
„Der Antigen-Test (Schnelltest) hat eine Trefferquote (Sensitivität) von 100 % und eine Falsch-Positiv-Rate von 10 % (Spezifität von 90 %)." Sie glauben, damit eine recht valide Aussage zu erhalten, ob Sie infiziert sind, wenn Sie sich testen lassen? Weit gefehlt! Bei einer Prävalenz (Infektionsrate) in der Gesamtbevölkerung von 10 % werden die 10 Personen von 100 zuverlässig erkannt, aber von den 90 verbliebenen werden 9 als falsch positiv angezeigt, also von 19 als positiv diagnostizierten Personen sind nur 10 wirklich positiv, d. h., dass sich der positive Vorhersagewert auf fast nur 50 % beläuft. Sie hätten also auch eine Münze werfen können!

Wenn Sie überrascht sind, befinden Sie sich in guter Gesellschaft: Ein Drittel der vor dem Examen stehenden Medizinstudenten der Charité wissen mit den Begriffen ‚Sensitivität', ‚Spezifität' und ‚positiver Vorhersagewert' auch nichts Rechtes anzufangen.

Statistische Untiefen in Pandemiezeiten sind Thema des Vortrages von Prof. Dr. Thomas Bauer vom RWI. In einer von Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer moderierten virtuellen Veranstaltung des Wissenschaftsforums Ruhr e. V. werden die statistischen Konzepte des aktuellen Infektionsgeschehens, der PCR- und Antigentests sowie der Impfstoffe beleuchtet. Auch der häufig missverstandene Begriff der Prognose sowie sein Feedbackschleifen erzeugendes Potential (Selbsterfüllung, Selbstzerstörung) sind Thema des 45-minütigen Vortrages. Im Anschluss an den Vortrag wird dem Publikum Gelegenheit gegeben, mit dem Referenten zu diskutieren. Übertragen wird die Veranstaltung aus dem AV-Studio des Fraunhofer UMSICHT.

Prof. Dr. Thomas Bauer hat seit 2003 den Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftsforschung an der Ruhr-Universität Bochum inne. Seit 2004 ist er Vorstandsmitglied des RWI, seit 2009 Vizepräsident. Er betreut bereichsübergreifend Forschungsprojekte und begleitet die Kooperation zwischen RWI und Ruhr-Universität Bochum. Er verantwortet auch die ‚Unstatistik des Monats' für das RWI, in der Fehldeutungen der Medien thematisiert und korrigiert werden.
Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer ist Vorstandsvorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr.

In Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsforum Ruhr e.V.:
Online-Workshop "Wie sich die Forschung für den Klimaschutz engagiert - am Beispiel von Carbon2Chem

(Stand: 04.06.2021)

Zum Hintergrund

Täglich kann man in den Zeitungen lesen, dass schnell etwas für den Klimaschutz getan werden muss, um die Erderwärmung gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen zu begrenzen. Die Rufe nach der Umsetzung wirksamer Maßnahmen werden entsprechend immer lauter, möglichst in Verbindung mit einer sofortigen Wirkung. Diese Rufe und Forderungen aus der Bevölkerung werden gehört und ernst genommen. Sowohl die Grundlagen- als auch die angewandte Forschung arbeiten in Projekten an Konzepten und neuen Technologien zum nachhaltigen Klimaschutz.

Der Workshop
Am Beispiel eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojektes wird in diesem Workshop ein Blick auf die Forschungsarbeit zum nachhaltigen Klimaschutz geworfen. Bei Carbon2Chem® arbeiten 19 Partner aus Industrie und Forschung daran, Kohlendioxid (CO2), welches z. B. bei der Produktion von Stahl entsteht, in einen Rohstoff zu verwandeln, mit dem u. a. Methanol als Kraftstoff für PKW und Schiffe hergestellt werden kann.

Professor Görge Deerberg, stellv. Institutsleiter des Fraunhofer UMSICHT und einer der Koordinatoren des Verbundprojektes, berichtet, wie aus einer Idee ein konkretes Projekt wurde. Dabei geht er sowohl auf die Anfänge als auch auf die erforderlichen Rahmenbedingungen ein. Zudem stellt er den aktuellen Stand der Forschung vor und umreißt das Ziel, das bis 2026 erreicht werden soll.

Darüber hinaus kommen Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Teilprojekten von Carbon2Chem® zu Wort. Sie berichten über Herausforderungen, denen sie sich stellen mussten, und gewähren – u. a. anhand kurzer Filmbeiträge – Einblicke in ihre Forschungstätigkeiten. Dabei geht es z. B. um die Nutzung von Gasen, die Bedeutung von Katalysatoren und die Frage, was mit dem CO2 passiert, wenn es ein nutzbarer Rohstoff geworden ist.

Im Anschluss diskutieren wir mit Prof. Harald Welzer von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit, wie die Bemühungen der Forschung zum Klimaschutz von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Es gibt die Möglichkeit, sich mit Fragen und Anregungen via Chat in den Workshop einzubringen.

Termin: Dienstag, 29. Juni 2021

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Schirmherrschaft des Wissenschaftsforums Ruhr e.V.
Virtuelle Verleihung UMSICHT-Wissenschaftspreis 2021

Das vergangene Jahr und insbesondere die mediale Aufmerksamkeit rund um die Corona-Pandemie zeigen, wie wichtig eine verständliche und zielgruppenorientierte Kommunikation wissenschaftlicher Themen ist und welchen hohen Stellenwert die Wissenschaft einnimmt. Den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern, ist das Ziel des UMSICHT-Wissenschaftspreis, der 2021 zum 12. Mal vom UMSICHT-Förderverein verliehen wird. Erfahren Sie im Rahmen der Preisverleihung mehr über die spannenden Beiträge der Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien Wissenschaft und Journalismus.

Termin: Donnerstag, 24. Juni 2021 um 13:00 Uhr

 Aufgrund der aktuellen Situation findet die Preisverleihung am 24. Juni virtuell statt.

Zum UMSICHT-Förderverein e. V.

Der Verein zur Förderung der Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik e. V. (UMSICHT-Förderverein) ist ein wesentliches Element eines lebendigen und leistungsfähigen Umfelds des Fraunhofer UMSICHT. Die Mitglieder des Vereins unterstützen das Institut bei der Realisierung von Forschungs- und Entwicklungsideen in den Bereichen Energie, Prozesse und Produkte. Darüber hinaus beteiligt sich der Verein an der Veranstaltung von Kongressen und Seminaren, fördert Nachwuchs- sowie Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und schreibt den UMSICHT-Wissenschaftspreis aus.

Schirmherrschaft

Der UMSICHT-Wissenschaftspreis steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, Vorstandsvorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr. Das Wissenschaftsforum Ruhr e. V. bildet als Arbeitsgemeinschaft insbesondere außeruniversitärer Forschungsinstitute im Ruhrgebiet ein Netzwerk, das die Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen in der Region fördert und diese nach außen vertritt und sich für die Stärkung der Wissenschaftskultur einsetzt.

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In eigener Sache: Brücke der Solidarität - Eine Betrachtung
(Stand: 03.05.2021)

Prof. Dr. Stefan Berger, Vorstandsmitglied im Wissenschaftsforum Ruhr e.V. und Direktor des Instituts für soziale Bewegungen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, hat jüngst in einer großen überregionalen Tageszeitung einen Artikel über den Sinn einer Bewerbung des Ruhrgebiets als Weltkulturerbe veröffentlicht. In dem Artikel geht es um die Frage, ob und wie über die Vergangenheit die Zukunft gestaltet werden kann.

>> zum Manuskript

Liebe Mitglieder und Freunde des Wissenschaftsforums Ruhr e.V.,

„Krise aufbrsind Trendverstärker, weil sie alte Strukturen aufbrechen und Prozesse beschleunigen", sagt der Physiker und Science-Fiction-Autor Heinz Steinmüller in einem Interview mit der FAZ."  (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. April 2020)

In der Krise gewinnen Netzwerke an Bedeutung. Es zeigt sich, dass die Augen der Menschen derzeit mehr denn je auf die Wissenschaft gerichtet sind – nicht nur auf die Lebenswissenschaften, sondern auch auf Bereiche wie Mathematik, Statistik, Logistik, Informatik oder Ethik. Krisenzeiten erfordern mehr denn je Kreativität, Zusammenhalt und lösungsorientiertes Denken. Gut, dass wir mit dem Wissenschaftsforum Ruhr ein Netzwerk haben, in dem sowohl langjährige Kontakte ausgebaut als auch neue Kontakte geknüpft werden können. Die interdisziplinäre Vielfalt unserer Mitglieder kann dazu beitragen, neue Impulse für die Bewältigung der aktuellen Krise zu setzen. Vielleicht ergeben sich durch die Krise ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, und es entstehen gemeinsame Projekte, die dabei helfen können, Krisen wie die aktuelle besser zu bewältigen.

Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) stehen wir gerade vor großen Herausforderungen – als Gesellschaft und als Teil der Wissenschaftscommunity im Ruhrgebiet. Die Mitglieder des Wissenschaftsforums Ruhr sind als öffentliche Einrichtungen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sowie den Verordnungen der CoronaSchVO des Landes NRW gefolgt und haben kontaktreduzierende Maßnahmen ergriffen. Arbeitsprozesse wurden umgestellt, geplante Veranstaltungen fallen aus, und der Publikumsverkehr wurde vorerst eingestellt.

Alte Strukturen aufbrechen – Home-Office statt der täglichen Präsenz in den Instituten, virtuelle Meetings und Telefonate statt Besprechungen und kurzen Gesprächen unter Kolleginnen und Kollegen, um nur einige zu nennen – das erleben wir zur Zeit in einem Ausmaß wie nie zuvor. Es bleibt zu hoffen, dass wir unsere Arbeitswelt nach der aktuellen Krise in neuen, besseren Strukturen erleben.

Prozesse beschleunigen – Verwaltungsakte werden online bearbeitet, Genehmigungen schneller erteilt, Entscheidungen rascher getroffen. Auch hier ist es wünschenswert, dass die positiven Veränderungen Bestand haben werden. In der Wissenschaftscommunity spüren wir oftmals schneller als anderswo, wie sehr Krisen als Trendverstärker wirken. Machen wir das Beste daraus!

Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch diese Zeit!

Neuerscheinung zur Wissenschaft im Ruhrgebiet:
Sammelband fokussiert Forschungs-, Kultur- & Bildungsgeschichte an Rhein, Ruhr, Emscher & Lippe

Die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen im Essener Klartext-Verlag die Beiträge einer 3-semestrigen Veranstaltungsreihe zur Wissenschaftsgeschichte des Ruhrgebiets veröffentlicht. Die Vortragsreihe lief im Zeitraum von 2015-2017 in Kooperation mit dem Wissenschaftsforum Ruhr e.V. und der Universitätsallianz Ruhr.

Beinahe sechs Jahrzehnte sind seit der Gründung der ersten Universität im Ruhrgebiet vergangen. Bis 1965 gab es keine Studierenden in der Region, dafür aber noch knapp 307.000 Beschäftigte im Ruhrbergbau. Heute dagegen bietet die Region eine der dichtesten und vielfältigsten Wissenschaftslandschaften der Welt.
Doch dies ist nicht erst die Folge gezielter Ansiedlungs- und Strukturpolitik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vielmehr gehören Wissenschaft und wissenschaftliche Einrichtungen bereits seit Entstehung des Ruhrgebiets während der Hochindustrialisierung untrennbar zur Region. Bereits 2014 hatten die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets und das Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen in ihren regelmäßigen Kooperationsgesprächen eine eklatante Forschungslücke zur Entwicklung der Wissenschaftslandschaft und Wissensgesellschaft im Ruhrgebiet festgestellt.

Der nun erschienene Sammelband wirft erstmals einen umfangreichen Blick auf die facettenreiche Geschichte von Forschung, Kultur und Bildung an Rhein und Ruhr, Emscher und Lippe. Insgesamt 27 Beiträge aus den Feldern der Technik- und Naturwissenschaften sowie der Kultur- und Bildungswissenschaften nehmen das Verhältnis von Wissenschaft und Ruhrregion aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick und verdeutlichen die spezifischen Charakteristika, die die Wissenschaft im Ballungsraum Ruhr im Zuge der Auseinandersetzung mit den regionalen Besonderheiten und Herausforderungen annahm. Sie verdeutlichen damit das beträchtliche Potenzial wissenschaftshistorischer Forschungen zum Ruhrgebiet.

Das Buch
Jens Adamski, Stefan Berger, Stefan Goch, Helmut Maier, Daniel Schmidt (Herausgeber): Forschung, Kultur und Bildung. Wissenschaft im Ruhrgebiet zwischen Hochindustrialisierung und Wissensgesellschaft. Essen: Klartext 2020, 548 Seiten. Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte, Beiträge, Band 22.

WEITERE INFORMATIONEN
Prof. Dr. Stefan Berger, Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstr. 17-19, 44789 Bochum, Tel.: +49/234 /32-24687, Fax: +49/234/32-14249;
Presse/Redaktion Thea Struchtemeier, isb.rub.de/presse/, Geschichte Ruhr@HGR_RUB

Science-News: Aktuelles aus der Wissenschafts-Community im Ruhrgebiet

Es tut sich jede Menge in den Mitgliedsinsituten des Wissenschaftsforums Ruhr: Aktuelle Forschungsergebnisse werden veröffentlicht, herausragende Leistungen ausgezeichntet und Erfolge gefeiert. Unter unserer Rubrik "Schwarzes Brett" können Sie mitverfolgen, wie lebendig die Wissenschaftslandschaft im Ruhrgebiet ist. Wir fassen hier die neusten Entwicklungen unserer Mitglieder zusammen, informieren über Personalwechsel, Forschungserfolge sowie neue Forschungsvorhaben und vieles mehr. Neugierig geworden? Schauen Sie doch mal vorbei!

>> Schwarzes Brett

Dokumentation "Zukünftig produzieren, arbeiten und leben im urbanen Raum" 
(Stand: 27.04.2017 / Wissenschaftsforum Ruhr e.V.)
       

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Fotoimpressionen: Andreas Wahlbrink

Wie werden wir zukünftig im Ruhrgebiet und in anderen urbanen Räumen leben? Wie verändert sich unsere Arbeit, unsere Gesellschaft, unsere Kultur vor dem Hintergrund des digitalen Wandels? Wie, von wem, für wen und unter welchen Bedingungen wird zukünftig produziert?  Zu diesen Fragen lud das Wissenschaftsforum Ruhr e.V. im Dezember 2016 in die Stahlhalle der DASA ein. Die Veranstaltungsdokumentation mit Grußworten, Podiumsdiskussionen, Fotos und Vortragsmaterialien ist nun online und zeigt, welche Impulse die Veranstaltung gegeben hat.
>> Veranstaltungsdokumentation als PDF zum Download

Immer auf dem Laufenden: monatlicher Newsletter  
Mit dem monatlichen Newsletter des Wissenschaftsforums Ruhr e.V. erhalten Sie nun schon seit sechs Jahren Informationen über die Aktivitäten der Forschungslandschaft im Ruhrgebiet. Im Newsletter finden Sie geplante Veranstaltungen, besondere Bekanntmachungen und seit kurzem auch Stellenanzeigen unserer Mitgliedsinstitute.

 

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