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5. Bochumer Disput: Ohnmacht - humanitäre Hilfe - Protest: Globale Kriege, lokale Konsequenzen

Dienstag, 19. Juni 2018, 18:00 - 19:30

Die Kriege in Syrien, Irak und Afghanistan und die von diesen und anderen Kriegen mit verursachte „Flüchtlingskrise" in Europa ab 2015 haben erneut verdeutlicht, dass das Leid und Elend von Kriegen auch im 21. Jahrhundert nicht an den Grenzen Europas haltmacht, wobei sich Proteste im Vergleich mit der globalen Bewegung gegen den Irakkrieg 2003 oder der Opposition im Zeitalter des Vietnamkriegs in der jüngeren Vergangenheit in Grenzen hielten. Die Politisierung von Sicherheit und Flucht scheint kaum zu den kriegerischen Hintergründen durchzudringen. Um die weiterhin bestehende atomare Bedrohung ist es eher ruhig geworden.


Auch im Ruhrgebiet finden diese Prozesse ihren Niederschlag: Die alte Tradition des Ostermarschs Rhein-Ruhr lockte dieses Jahr auf der letzten Etappe nach Dortmund nur wenige hundert Teilnehmer an; kurdische Organisationen veranstalteten mehrere Protestaktionen gegen die türkische Militäroffensive auf Afrin. Gleichzeitig ist das Ruhrgebiet Produktionsstätte wichtiger Rüstungsbetriebe (z.B. Thyssenkrupp). Kontrovers diskutiert werden in der Öffentlichkeit die Erhöhung der Verteidigungsausgaben, der Einsatz von Kampfdrohnen, die Möglichkeiten ziviler Friedenssicherung, das Asylrecht, die Abschottung Europas und die Verteilungsgerechtigkeit der globalen Ökonomie. Aber die Frage, inwieweit der Westen und auch die Bundesrepublik Schuld oder Verantwortung etwa für den Syrienkrieg tragen, wird selten ausbuchstabiert. Der Bochumer Disput beleuchtet die Verschränkung von Krieg und Globalisierungskonflikten, indem er verschiedene Standpunkte miteinander ins Gespräch bringt.

 

Unter anderem werden folgende Fragen diskutiert:

- Welche Auswirkungen haben Kriege auf das Leben in der Bundesrepublik?
- Was kann man von Deutschland und Europa aus zur Verhinderung oder Beeinflussung von Kriegen unternehmen oder beitragen?
- Wie können sich Bürgerinnen und Bürger engagieren was können oder sollten sie tun?
- Tun politische Parteien, Gewerkschaften und soziale Bewegungen genug, um Kriegen und ihren Auswirkungen zu begegnen?
- Inwiefern macht es Sinn, gegen Kriege, Kriegsereignisse oder bestimmte Akteure zu protestieren?
- Sind Bundeswehr und Rüstungskonzerne Teil der Lösung oder Teil des Problems?

 

Es diskutieren:

 - Klaus Beck, Bundesvorstandssekretär des DGB, ehemaliges Mitglied des Beirats für Innere Führung der Bundeswehr
- Jan Hansen, Historiker (HU Berlin), Autor zahlreicher Publikationen zu den Rüstungsdebatten in den späten siebziger und achtziger
- Axel Schäfer, Politiker, Mitglied des Deutschen Bundestags (SPD, Wahlkreis Bochum I)
- Kathrin Vogler, Friedensaktivistin und Politikerin, Mitglied des Deutschen Bundestags (Die Linke, Nordrhein-Westfalen), Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen
- Moderation: Alexander Sedlmaier, Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum, Inhaber eines von der Europäischen Kommission geförderten Forschungsprojekts zu Krieg und Protest seit 1914

 

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(Quelle: Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets)

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