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Große Sonderausstellung: „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte" von April bis November 2018

von Freitag, 10. August 2018 -  08:00
bis Sonntag, 24. Februar 2019 - 17:00

Im Jahr des Ausstiegs aus der deutschen Steinkohlenförderung kooperieren das Essener Ruhr Museum und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum erstmals für eine große Sonderausstellung: „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte" ist von April bis November 2018 zu sehen. Gut ein Viertel der Exponate kommen dafür aus den Beständen des montan.dok. Die Ausstellung wird gefördert von der RAG-Stiftung im Rahmen der Initiative „Glückauf Zukunft!".

 

Die Ausstellung
2018 ist »Schicht im Schacht«, dann endet der deutsche Steinkohlenbergbau. Damit zeichnet sich nach 200 Jahren ein Ende des Zeitalters der Kohle in Deutschland ab, die in ganz Europa Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt entscheidend beeinflusste. Besonders im Ruhrgebiet hat Kohle die Arbeit, den Alltag und die Mentalität der Menschen stark geprägt. Doch Kohle war nicht nur der Treibstoff der Moderne und des Fortschritts, sie war auch Teil der Schattenseiten der Industrialisierung. 2018 findet nun im Ruhrgebiet, lange Zeit das größte und wichtigste Kohlerevier Europas, die erste europäische Ausstellung zur Kohle statt.

 

Das Essener Ruhr Museum, das Regionalmuseum des Ruhrgebiets, und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, das Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, zeigen mit „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte" eine große Gemeinschaftsausstellung auf dem Welterbe Zollverein. Beide Ausstellungshäuser, die u. a. über große Sammlungen zur Bergbaugeschichte verfügen, präsentieren in den beeindruckenden Räumen der Mischanlage der Kokerei Zollverein die vielschichtige und faszinierende Geschichte der Kohle in Europa: ihre Förderung und Nutzung und die vielfältigen Auswirkungen bis in den Alltag hinein.

 

Die Ausstellung behandelt den Zeitraum von ca. 1750 bis heute. Ausgangspunkt ist die Kohle selbst, ihre Stofflichkeit, die gespeicherte Sonnenenergie, die nicht nur das Industriezeitalter befeuerte, sondern in Form der Kohlechemie zunächst die Nachahmung und dann die künstliche Neuerschaffung der Welt möglich machte. Die Steinkohlenförderung in Europa brachte eine ganz spezifische Form der Arbeit und damit verbunden große technische, organisatorische und ökonomische Entwicklungen mit sich. In engem Zusammenhang damit steht die Frage nach dem Verhältnis von Kohle, Bergbau und der Entwicklung der demokratischen Industriegesellschaft. Die Ausstellung widmet sich zudem den Arbeitsbedingungen, thematisiert die Mitbestimmung in den Betrieben, die Teilhabe am gesellschaftlichen Fortschritt und die Entwicklung des europäischen Einigungsprozesses, angestoßen durch die Kohle und die Montanindustrie.

 

Abschließend beleuchtet sie das Erbe des Steinkohlenbergbaus und die Hinterlassenschaften der Kohlenutzung , wie etwa die Naturzerstörung durch Bergsenkungen, Überschwemmungen, Rauch und Gase, die Veränderungen der Landschaft und den Ausstoß von CO₂, aber auch die gesellschaftlichen Folgen des Strukturwandels und die Entstehung von Industriekultur. Präsentiert werden rund 1.200 Exponate, vor allem aus den Beständen der beiden Museen sowie von regionalen, nationalen und internationalen Leihgebern.

 

Der Ausstellungsort
Ausstellungsort ist die Mischanlage der ehemaligen Kokerei Zollverein, eines der spektakulärsten Gebäude auf dem Welterbe Zollverein. Die gewaltigen Bunkeranlagen des ehemaligen Kohlespeichers, die der Ausstellungsparcours auf drei Ebenen erschließt, versinnbildlichen schon durch ihre Materialität und Monumentalität die visionären technischen Potentiale, aber auch die Gewalttätigkeit der industriellen Moderne. Bis zur Stilllegung der Kokerei 1993 diente die Mischanlage dazu, die für den Kokereiprozess bestimmten Kohlen zu sortieren. Danach wurde sie zum Ausstellungsgebäude umgebaut und mit der Ausstellung „Sonne, Mond und Sterne" 2000 eröffnet.

 

Die Förderung
Die Ausstellung wird gefördert von der RAG-Stiftung im Rahmen der Initiative „Glückauf Zukunft!".
Mit „Glückauf Zukunft!" würdigen die RAG-Stiftung, die RAG Aktiengesellschaft und die Evonik Industries AG zusammen mit dem Sozialpartner IG BCE die Errungenschaften und Leistungen des deutschen Steinkohlenbergbaus. Außerdem treiben sie mit neuen Impulsen die Zukunftsgestaltung in den Bergbauregionen voran.

Adresse: UNESCO-Welterbe Zollverein, Areal C [Kokerei], Mischanlage [C70], Arendahls Wiese, 45141 Essen

 

Öffnungszeiten: 27. April bis 11. November 2018 // Mo – So 10 – 18 Uhr

 

Eintritt: 10 €, ermäßigt 7 €, Gruppeneintrittspreis p. P. 8 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei sowie Schüler- und Studierendengruppen im Rahmen einer Führung; Gruppenermäßigungen und Kombitickets

 

Führungen: 90 Min., max. 20 Teilnehmer, 70 € (Fremdsprachen 80 €) plus Gruppeneintrittspreis pro Person; Schüler- und Studierendengruppen 50 € bei freiem Eintritt

 

Öffentliche Führungen: 90 Min., max. 20 Teilnehmer, 3 € plus Ausstellungseintritt pro Person

 

>> Ausstellungshomepage

>> Flyer

>> mehr

(Quelle: Deutsches Bergbau-Museum Bochum)

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