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Ausstellung: Ilse Kibgis: Arbeiterin – Hausfrau - Lyrikeri

Donnerstag, 3. Januar 2019, 10:00

Die 1928 in Gelsenkirchen geborene Ilse Kibgis gehört zu den wenigen Frauen, die sich in die Geschichte der Arbeiterliteratur im Ruhrgebiet hineingeschrieben haben. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2015 hat sie zwar nur zwei Gedichtbände herausgebracht („Wo Menschen wohnen", 1977, und „Meine Stadt ist kein Knüller in Reisekatalogen", 1984); sie ist allerdings in etwa vierzig Anthologien vertreten und hat zahlreiche Gedichte in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht. Ihr Nachlass liegt im Dortmunder Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt und beinhaltet neben Dokumenten zu Leben, Werk und Rezeption weiteres umfangreiches noch nicht veröffentlichtes Material.

 

Vor allem mit ihren Gedichten ist Ilse Kibgis zu einer der aussagekräftigsten Stimmen des Ruhrgebiets geworden. Sie gewährt, nicht selten vor dem Hintergrund eigener Erfahrung, Einblick in die Gedankenwelt und die Empfindungen von Frauen, die als Näherinnen oder Verkäuferinnen ihre Frau stehen. Und sie gibt Einblicke in den Kampf um freie Minuten für die Literatur, die für sie zum Medium der Emanzipation, ja, der Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen wird. Mit all dem wird Ilse Kibgis zudem zu einer kräftigen Stimme ihrer Generation, die nicht zuletzt durch die Entbehrungen und die Not, die der Zweite Weltkrieg mit sich brachte und nach sich zog, in ihren Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt wurde.

 

Studierende am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum haben unter der Leitung von Dr. Joachim Wittkowski den Nachlass der Gelsenkirchener Autorin gesichtet und ein Findbuch zu den Beständen im Dortmunder Fritz-Hüser-Institut erstellt. Im Rahmen einer von ihnen dazu konzipierten Ausstellung werden Archivalien aus dem Nachlass präsentiert. Begleitend dazu erscheint eine von den Studierenden erstellte Broschüre mit informativen Texten zu ausgewählten Aspekten des Werks von Ilse Kibgis.


Ort: Fritz-Hüser-Institut, Rhader Weg 5, 44388 Dortmund

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(Quelle: Fritz Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt)

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