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Ausstellung "Raubbau. Rohstoffgewinnung weltweit"

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 10:00 - 18:00

Ob Smartphones, Akkus oder Computerbildschirme - in vielen modernen Produkten stecken wertvolle Rohstoffe. Die Nachfrage nach Metallen wie Lithium, Kobalt oder Gold steigt weltweit, doch der Preis ihrer Gewinnung ist hoch: Arbeiter werden ausgebeutet, Landschaften durch den Abbau zerstört und die Ressourcen täglich verringert. Um Auswirkungen des "Raubbaus" auf Mensch und Umwelt sowie nachhaltige Alternativen geht es in einer neuen Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 5. Mai in seinem Wittener Industriemuseum Zeche Nachtigall zeigt.

 

Vom Kleinbergbau nach Zinn im Kongo, von jungen Goldschlammtauchern auf den Philippinen, von der Sandgewinnung am Victoriasee in Uganda oder dem Lithiumabbau in Chile und Bolivien - Fotografien von Abbaugebieten in aller Welt zeigen Raubbau bei der Rohstoffgewinnung. Verschiedene Mineralien und die daraus hergestellten Produkte - von der Batterie eines Elektroautos bis zum Zahnimplantat - sind zu sehen.

 

Die Ausstellung "Raubbau" ist Teil des Verbundprojektes "Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens" mit insgesamt sechs Ausstellungen an verschiedenen Standorten des LWL-Industriemuseums (allesnurgeklaut.lwl.org). "In Witten knüpfen wir thematisch an die Bergbaugeschichte der Region an, richten den Fokus aber auf die globalen Dimensionen und Folgen der Rohstoffgewinnung heute. Die Ausstellung widmet sich einem gesellschaftlich hochaktuellen Thema, das uns alle angeht", erklärte Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums, am Donnerstag (2.5.) bei der Vorstellung der Schau in Witten.

 

Vor über 200 Jahren waren im Ruhrbergbau schnelle Gewinne durch einen unvollständigen und unsachgemäßen Abbau einer Kohlenlagerstätte üblich. Mit den Worten "Jeder tut was er will" kritisierte Oberbergrat Friedrich Wilhelm Graf von Reden damals den "Raubbau". "Der aus dem Bergbau stammende Begriff beschreibt ein Verfahren, das auf kurzfristige Gewinnmaximierung abzielt. Heute meint Raubbau die Übernutzung von endlichen Ressourcen, die im Groß- und Kleinbergbau gewonnen werden, sowie umwelt- und gesundheitsgefährdende Abbauweisen", erklärt LWL-Museumsleiter Michael Peters.

 

Hintergrund
Moderne Technikgeräte werden stetig kleiner, ihre Bestandteile immer komplexer. So setzte sich ein Computerchip in den 1980er Jahren noch aus elf Elementen des Periodensystems zusammen. Heute wird die sechsfache Anzahl zur Herstellung benötigt. Insbesondere die Elektroindustrie braucht immer außergewöhnlichere Minerale, die sogenannten "Seltenen Erden". Metalle wie Tantal machen Knochennägel und andere Medizinprodukte robust und langlebig. Aktuell steigt der Bedarf an Lithium und Kobalt für Elektroautos. 15 bis 20 Prozent aller mineralischen Rohstoffe stammen heute aus dem Kleinbergbau und werden in den Minen meist mit einfachsten Mitteln und unter gefährlichen Bedingungen abgebaut. "Aktuelle Schätzungen gehen weltweit von über 40 Millionen Menschen aus, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen oder aufbessern, darunter eine Million Kinder", erläutert Ausstellungskurator Stephan Nies.

 

Die meisten Rohstoffe kommen aus industriellen Bergwerken, großen Tagebauen und von Bohrplattformen auf den Weltmeeren. Für den großflächigen Tagebau von Braunkohle, Steinkohle, Kupfer oder Uran werden Menschen umgesiedelt. Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung sind an der Tagesordnung. Staub und Emissionen machen viele Anwohner krank.

 

Wie kann ein fairer Abbau aussehen? Ist die Rückgewinnung von Aluminium aus alten Elektrogeräten oder der Ersatz von mineralischen durch nachwachsende Rohstoffe eine Lösung? Die wachsende Bevölkerungsrate und steigende Nachfrage nach medizinischen, technischen und alltäglichen Produkten wirft die Frage nach umweltschonenden Alternativen zum "Raubbau" auf. Immer mehr Unternehmen reagieren auf die Ressourcenknappheit und setzen auf Recycling oder alternative Rohstoffe. Zahnbürsten aus Bambus, Goldschmuck aus fairer Produktion oder Smartphones aus wiederverwertbaren Materialen sind in der Ausstellung zu sehen. Ebenso werden Projekte wie das internationale Fairmined-Netzwerk, Forschungen für kobaltfreie Batterien oder Initiativen wie das Repaircafé vorgestellt.

 

"Die Ausstellung macht den Zusammenhang zwischen einer wachsenden Weltbevölkerung und dem steigenden Energie- und Rohstoffhunger deutlich. Jeder einzelne ist am Ende aufgefordert, Stellung zu beziehen und sich zu den aufgeworfenen Problemen internationaler Rohstoffwirtschaft zu äußern", erklärt Monika Schnieders-Pförtzsch, stellvertretende Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung.



Ort: LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, Nachtigallstraße 35, 58452 Witten

 

Geöffnet Di-So 10-18 Uhr

 

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(Quelle: LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, Witten)

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