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Schwarzes Brett

Unstatistik: Verwirrende Zahlen zur Hautkrebsgefahr
(Quelle: RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung / Stand: 03.08.2020)

"AOK-Zahlen dokumentieren Anstieg der Hautkrebsfälle" meldete das Deutsche Ärzteblatt am 21. Juli. Von 2003 bis 2019 hätte sich die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Hautkrebs mehr als verdoppelt. Einige Medien scheinen diese und ähnliche Zahlen aus anderen Quellen so zu deuten, dass sich auch die Hautkrebsgefahr als solche verdoppelt habe.

In Wahrheit lässt sich aus den AOK-Zahlen allein noch kein Anstieg der Hautkrebsgefahr herauslesen. Zwar haben offenbar etwa Ärzte im Rheinland im Jahr 2003 nur 0,08 Krankschreibungen je 100 Versichertenjahre mit der Diagnose „bösartiges Melanom oder sonstige bösartige Neubildung der Haut" ausgestellt, im Jahr 2019 dagegen 0,18. Bei derart kleinen Zahlen sind Verdoppelungen allerdings schon durch Zufallsschwankungen schnell zu erzielen; der durchschnittliche Anstieg bemisst sich auf gerade einmal 0,0063 Prozentpunkte pro Jahr. Dann sind Krankschreibungen und Erkrankungen nicht dasselbe. Und weiter wissen wir spätestens seit Corona: Wo mehr getestet wird, wird mehr gefunden. Seit dem Jahr 2008 haben gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebsfrüherkennungsuntersuchung, immer mehr – wenn auch noch längst nicht alle - machen davon auch Gebrauch.

Die renommierte US Preventive Services Task Force kam übrigens zu dem Ergebnis, dass es nicht genügend Evidenz gibt, um dieses Screening zu empfehlen. Einem unzureichend erwiesenen Nutzen stehen klare Hinweise auf mögliche Schäden wie Falschdiagnosen und kosmetische und funktionale Probleme durch Biopsien und Überbehandlung gegenüber.

Steigende Lebenserwartung bringt auch mehr Krebstote

Ferner sind von 2003 bis 2019 die am Beginn des Jahres noch lebenden Deutschen auch im Durchschnitt um einige Jahre älter geworden: Lebten Anfang 2003 noch 24,4 Millionen Menschen im Alter über 60 in Deutschland, so waren es Ende 2019 schon 28,5 Millionen. Aber in dieser Altersgruppe schlägt seit jeher jeder Krebs besonders häufig zu. So sterben etwa in Island oder Japan über 30 Prozent der Menschen an Krebs, verglichen mit 25 Prozent in der Bundesrepublik. Dafür leben die Menschen dort aber auch im Durchschnitt bis zu fünf Jahre länger. Etwas überspitzt könnte man daher sogar behaupten, dass eine hohe Krebsmortalität ein positiver Qualitätsindikator für ein Gesundheitswesen ist.

Für einen Vergleich der Hautkrebsgefahr der Jahre 2003 und 2019 wäre also dieser Effekt zunächst herauszurechnen. Vielleicht hat die altersadjustierte Gefahr durch Hautkrebs tatsächlich zugenommen. Um das zu diagnostizieren, wären aber weit mehr Zahlen als die der AOK vonnöten.

Mit der „Unstatistik des Monats" hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer, die STAT-UP-Gründerin Katharina Schüller und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Alle „Unstatistiken" finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de und unter dem Twitter-Account @unstatistik.

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Katalysatoren durchleuchtet: MPI CEC erhält neues Transmissionselektronenmikroskop
(Quelle: Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion /Stand: 03.08.2020)

Mit der sogenannten Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) lassen sich Materialien bis hinab zu ihrer atomaren Auflösung untersuchen. Bei TEM handelt es sich um eine Technik, bei der Objekte mit einem Elektronenstrahl durchleuchtet werden und so direkt abgebildet und charakterisiert werden können.

Am MPI CEC wurde nun das neue Elektronenmikroskop Talos F200X in Betrieb genommen. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am Institut setzen das hochspezialisierte Gerät beispielsweise ein, um zu analysieren wie sich die elektronische und räumliche Struktur eines Kalatysators verändert. Neben einer hohen Ortsauflösung, kann mit TEM auch die kristalline Struktur der Proben untersucht werden.

Die Messungen, die mit dem TEM erzielt werden können, ergänzen die anderen analytischen Methoden am MPI CEC, wie z.B. die Röntgenphotoelektronenspektroskopie (XPS), sehr gut und ermöglichen eine noch umfassender Charakterisierung von (Katalysator-) Materialien, die letztendlich zur Herstellung von verbesserten Materialien für die Energieumwandlung beitragen.

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Human-Animal Studies: Neuer Sammelband „Menschen und Tiere"
(Quelle: Kulturwissenschaftliches Institut, Essen / Stand: 03.08.2020)

Ein neuer Sammelband zu den aktuellen Entwicklungen und wichtigen Debatten in den Human-Animal Studies ist unter dem Titel „Menschen und Tiere. Grundlagen und Herausforderungen der Human-Animal Studies" im Verlag J. B. Metzler erschienen. Der Band geht auf die Tagung „Brauchen die Kulturwissenschaften einen Animal Turn? – Theoretische Grundlagen und konzeptionelle Probleme der Human-Animal-Studies" zurück, die im März 2018 am KWI stattfand. Die Tagung verstand sich seinerzeit als eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme der theoretischen und konzeptionellen Probleme, die sich aktuell in den kulturwissenschaftlichen Debatten zu den Human-Animal Studies stellen.

Das Buchprojekt ist an den Arbeitskreis „Mensch und Tier im Ruhrgebiet" geknüpft, einen Zusammenschluss von Museen des Ruhrgebiets und des KWI, der sich mit dem Verhältnis von Menschen und Tieren aus historischer, soziologischer, künstlerischer und anthropologischer Perspektive beschäftigt. Herausgegeben von KWI-Senior Fellow Friedrich Jaeger, ist der Sammelband im Stuttgarter Verlag J.B. Metzler erschienen. Jaeger ist zudem Projektleiter des Arbeitskreises. Weitere Informationenen zum Sammelband und zum Erwerb finden Sie hier.

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„Beweg Dein Quartier!": Online-Befragung zum Thema Mobilität und Lebensqualität - noch bis 14. August 2020
(Quelle: Kulturwissenschaftliches Institut, Essen / Stand: 03.08.2020)

„Wie bewegen Sie sich in Ihrem Viertel? Was ist gut und wie ließe sich die Lebensqualität verbessern? Wo gibt es Verbesserungsbedarf für eine klima- und umweltfreundliche Mobilität? Was wünschen Sie sich dafür konkret in Ihrem Quartier, in Ihrer Straße?" Anwohnerinnen und Anwohner, Berufstätige sowie Besucherinnen und Besucher des Gebietes um City-Nord, Eltingviertel, Grüne Mitte und Universität, die diese Fragen beantworten möchten, sind ab sofort eingeladen, an der Online-Beteiligung des Projektes „Beweg Dein Quartier!" teilzunehmen.

Über den Link www.bewegdeinquartier.de gelangt man zur kartenbasierten Online-Beteiligung, bei der man die Möglichkeit hat, die eigene Sicht auf aktive Mobilität sowie Mobilitätsangebote im Projektgebiet mitzuteilen. Dabei können die Teilnehmenden auf einer Online-Karte Wege eintragen, die sie im oder durch das Gebiet zurücklegen und Stellen markieren, die ihnen gut oder auch weniger gut gefallen. Zudem können Vorschläge für bessere Angebote für nachhaltige Mobilität und Lebensqualität im Projektgebiet eingegeben werden.

Die Befragung findet im Zeitraum vom 14. Juli bis 13. August 2020 statt und wird vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) gemeinsam mit der Stadt Essen und dem Hamburger Büro urbanista durchgeführt.

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Themenheft "Lokaljournalismus. 250 Jahre Zeitungen in Dortmund - historische und aktuelle Perspektiven" erschienen
(Quelle: Institut für Zeitungsforschung / Stand: 03.08.2020)

1769 erschien die erste in Dortmund gedruckte Zeitung, die "Dortmundischen Vermischten Zeitungen". 250 Jahre später kämpfen viele gedruckte Tageszeitungen in Deutschland um das wirtschaftliche Überleben. Der Historische Verein und das Institut für Zeitungsforschung haben das Jubiläum zum Anlass genommen, gemeinsam einen Blick nicht nur zurück, sondern auch nach vorne zu werfen. So bietet das Themenheft "Lokaljournalismus. 250 Jahre Zeitungen in Dortmund – historische und aktuelle Perspektiven" zunächst einen historischen Überblick zur Dortmunder Pressegeschichte. Anschließend werden wichtige historische Dortmunder Zeitungen vom 18. Jahrhundert bis in die NS-Zeit porträtiert.

Von der Tageszeitung bis zum Blog

Der zweite Teil greift aktuelle journalistische Debatten auf: Lokaljournalismus boomt, er regt die Kommunikation über das Stadtgeschehen an, er ist das Herz der Stadtgesellschaft, informiert und setzt Debatten in Gang, kritisiert und integriert, bietet Orientierung und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Was Lokaljournalismus heute leisten soll und muss und welche Rolle die unterschiedlichsten Formate – von der Tageszeitung bis zum Blog – dabei spielen, wird aus drei Perspektiven beleuchtet: wissenschaftlich, politisch, journalistisch. Der Band schließt mit einer Übersicht über aktuelle lokale Angebote in Dortmund, die einige Überraschungen bereithält.

Die historischen Beiträge haben Astrid Blome (Institut für Zeitungsforschung) und Oliver Volmerich (Ruhr Nachrichten) verfasst, über das Online-Portal berichtet Andrea Ammendola von der Universitäts- und Landesbibliothek Münster. Die Stellungnahmen zum aktuellen Lokaljournalismus stammen von Wiebke Möhring (TU Dortmund, Institut für Journalistik), Anke Vehmeier (Bundeszentrale für politische Bildung) und Thomas Engel (Nordstadtblogger).

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