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Schwarzes Brett

Studie zur Nachbarschaftshilfe in der Corona-Pandemie
(Quelle: InWIS - Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung/ Stand: 09.07.2020)

InWIS hat im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster eine Befragung zur Nachbarschaftshilfe in der Corona-Pandemie durchgeführt. Die Ergebnisse liegen nun als Studie vor.

>> Nachbarschaftshilfe in der Corona-Pandemie. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung in Nordrhein-Westfalen

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LVR-Industriemuseum feiert den 200. Geburtstag von Friedrich Engels junior
(Quelle: LVR-Industriemuseum - Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte, Kraftwerk Ermen & Engels / Stand: 09.07.2020)

Das Kraftwerk Ermen & Engels erhält anlässlich des Jubiläums von Friedrich Engels junior einen neuen Museumsraum.

Die Fabrik
Im Jahr 1837 gründete der aus Barmen stammende Friedrich Engels senior, der Vater des bekannten Kommunisten, gemeinsam mit seinem niederländischen Geschäftspartner Peter Albertus Ermen eine Baumwollspinnerei in nächster Nähe zur Agger in Engelskirchen. Die Standortwahl im Oberbergischen hatte mehrere Gründe: Zum einen versprach das ungewöhnlich starke Gefälle der Agger einen zuverlässigen Maschinenantrieb durch Wasserkraft. Zum anderen bewertete Friedrich Engels sen. die Armut in der Region als Standortvorteil, da infolgedessen die Arbeitskräfte auch für einen verhältnismäßig geringen Lohn arbeiteten.

In den ersten Jahren nach Fabrikgründung nutzte Engels sen. die Kraft eines Wasserrades, das einen Durchmesser von 6,5 Metern aufwies. Dadurch konnte ein komplexes System aus Wellen und Transmissionsriemen angetrieben und die Kraft des Wassers mechanisch zu den Maschinen geleitet werden. Weil diese Form der Energiegewinnung jedoch unmittelbar vom Wasserstand der Agger abhängig war, wurde in den 1840er Jahren eine Dampfmaschine als zweite Energiequelle angeschafft. Führte die Agger Niedrigwasser, so konnte die Produktion der Baumwollgarne dank Dampfantrieb dennoch weiterlaufen.

Anfang des 20. Jahrhunderts setzte bei Ermen & Engels die Elektrifizierung – und damit eine moderne Form der Energiegewinnung – ein. Mithilfe von zwei Francis-Turbinen wurde die Wasserkraft in elektrischen Strom umgewandelt. Das zuvor genutzte Transmissionssystem wurde nun durch Stromleitungen ersetzt. Mit Friedrich Engels sen. erhielt nicht nur die industrielle Revolution Einzug in Engelskirchen. In den ursprünglich überwiegend katholisch geprägten Ort brachte Engels auch den protestantischen Pietismus.

Die Arbeitsbedingungen bei Ermen & Engels im 19. Jahrhundert waren typisch für die damalige Zeit. Zwischen zwölf und fünfzehn Stunden pro Tag arbeiteten neben Frauen, die über die Hälfte der Belegschaft ausmachten, auch Kinder in der Fabrik. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte die Textilbranche in Deutschland ihren Niedergang und verlagerte sich zunehmend ins Ausland, wo die Produktions- und Lohnkosten erheblich günstiger waren. Auch Ermen & Engels war von dieser Entwicklung betroffen und musste im Jahr 1979 seine Maschinen in Engelskirchen für immer stilllegen.

Friedrich Engels - Revolutionär, Kommunist und Unternehmer
Der Sohn von Friedrich Engels sen. absolvierte in den 1840er Jahren seine kaufmännische Ausbildung bei Ermen & Engels in Manchester. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter*innen prägten das Denken von Engels junior nachhaltig. In seinem Werk „Die Lage der arbeitenden Klasse in England" (1845) analysierte er die sozialen und wirtschaftlichen Umstände, die mit der aufstrebenden Industrialisierung einhergehen. Sein Werk bezeichnete der Autor selbst als „Sündenregister", in dem er das englische Bürgertum des Mordes, Raubes und anderer Verbrechen anklage.

Engels jun. war davon überzeugt, dass eine neue – kommunistische – Gesellschaftsordnung nur mit einem revolutionären Umsturz zu realisieren sei. Gemeinsam mit Karl Marx verfasste er schließlich das „Kommunistische Manifest", begründete die Arbeiterbewegung und schloss sich den Kämpfen im Revolutionsjahr 1849 in Süddeutschland an. Nach diesen bewegten Jahren siedelte Engels jun. ins Exil nach England über. Zu Karl Marx pflegte er eine tiefe Freundschaft und gemeinsam arbeiteten sie ab den 1850er Jahren ihr kommunistisches Theoriewerk aus, das in der Herausgabe des „Kapitals" mündete.

Neben seiner Rolle als Revolutionär und Theoretiker des Kommunismus trat Friedrich Engels jun. auch als Unternehmer auf. 1850 stieg er bei Ermen & Engels in Manchester ein; später wurde er sogar Teilhaber. Engels jun. führte ein regelrechtes Doppelleben: Einerseits umgab er sich mit Geschäftspartnern und unterhielt eine repräsentative Wohnung im Herzen von Manchester; andererseits pflegte er seine Liebesbeziehung zu Mary Burns – einer irischen Arbeiterin –, verfasste Artikel als kommunistischer Theoretiker und engagierte sich in der internationalen Arbeiterbewegung. Mit dem Geld, das Friedrich Engels jun. in der Baumwollindustrie verdiente, unterstützte er sein Leben lang Karl Marx und dessen Familie sowie weitere Freunde.

Neuer Ausstellungsraum - interaktiv Elemente und Mitmach-Station 
Auf knapp 100 Quadratmetern zeigt der neue Ausstellungsraum mit vielen Exponaten und Fotos sehr anschaulich die Fabrikgeschichte. Im Zentrum steht ein interaktives Fabrikmodell und mittels kurzer animierter Videos können die Besucher*innen einen Blick hinter die Mauern der Fabrik werfen und verfolgen, wie Baumwollgarn entstand. Der Raum erläutert auch die ambivalenten Sichtweisen von Vater und Sohn Engels auf die Chancen und Nachteile der Industrialisierung für Arbeiterschaft und Unternehmer. An einer Dialogwand sind dann alle gefragt, selbst zu entscheiden, was für sie wichtig ist – ob Vermögen, Erfolg, Familie oder Gerechtigkeit. Und nicht zuletzt geht es in der neuen Präsentation auch um Engelskirchen. Der Ort wurde über das international agierende Unternehmen zu einem Schauplatz der „großen" Geschichte und verbindet sich mit anderen prominenten Stätten der Industrie- und Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts wie Manchester.

Ort: LVR-Industriemuseum, Kraftwerk Ermen & Engels, Engels-Platz 2, 51766 Engelskirchen

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 11-17 Uhr (bis auf Weiteres)

Hinweis: Beim Besuch des Museums gelten Maskenpflicht und die aktuellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Weitere Infos unter www.industriemuseum.lvr.de

Besucherinfos bei kulturinfo rheinland unter Tel.: 02234/9921-555 (Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 10-15 Uhr)
oder per Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Mülheimer Forscher erhält Auszeichnung der Max-Planck-Förderstiftung
(Quelle: Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion / Stand: 09.07.2020)

Dr. Jesús Esteban Serrano, Postdoktorand am Max -Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, wird für seine Forschungsarbeiten zur Herstellung von Biokraftstoffen und Chemikalien aus erneuerbaren Materialien mit dem Hermann-Neuhaus-Preis ausgezeichnet. Der mit 25.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis wird seit 2018 jährlich von der Max-Planck-Förderstiftung verliehen.Er prämiert Postdoktorandinnen und Post-doktoranden, insbesondere aus der Biologisch-Medizinischen und der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion, für herausragende Leistungen an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendung. Dr. Jesús Esteban Serrano und weitere Wissenschaftler forschen zurzeit an zwei wichtigen Chemikalien für die Herstellung von Kraftstoffen und anderen Produkten: Dem 5-Hydroxymethylfurfural und Furfural.

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Auszeichung: „EssKultur an der St. Antony-Hütte" als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt geehrt
(Quelle: LVR-Industriemuseum, Standort St. Antony-Hütte / Stand: 09.07.2020)

Das Projekt „Esskultur an der St. Antony-Hütte" als gemeinsame Initiative des LVR-Industriemuseums mit der Ruhrwerkstatt – Kultur-Arbeit im Revier e.V. wird als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle" ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird vorbildlichen Projekten verliehen, die mit ihren Aktivitäten auf die Chancen aufmerksam machen, die die Natur mit ihrer biologischen Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bietet.

Auf einer bis dahin ungenutzten Brachfläche am Industriearchäologischen Park des LVR-Industriemuseums St. Antony-Hütte im Oberhausener Stadtteil Klosterhardt ist seit 2016 mit der „EssKultur" ein bemerkenswertes Projekt entwickelt worden. Als Teil des Stadtgärtnerns fördert und gestaltet es biologische Vielfalt und sozialen Zusammenhalt. Eine Fläche von rund 600 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe zu den Relikten der ältesten Eisenhütte im Ruhrgebiet hat sich zu einem öffentlich zugänglichen Garten verwandelt. Heute ist sie ein Ort der Entspannung, des gemeinsamen Gärtnerns und ein Fenster zur Natur, das durch die Familien in der Nachbarschaft, junge Leute, Senioren, Kindergartenkinder und auch die Museumsgäste angenommen und intensiv genutzt wird.

Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein deutliches Zeichen für das Engagement an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen in Deutschland gesetzt. Diese Aktivitäten haben die UN-Dekade-Fachjury beeindruckt. Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die „EssKultur an der St. Antony-Hütte" einen „Vielfalt-Baum", der symbolisch für die Naturvielfalt steht. Ab sofort wird das Projekt auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

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Mangan als Elektrokatalysator für die Wasserspaltung? Abschlussbericht des Verbundsprojekts MANGAN
(Quelle: Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion / Stand: 09.07.2020)

Kürzlich wurde das 2015 initiierte und vom MPI CEC koordinierte Verbundprojekt MANGAN zum Abschluss gebracht. In diesem großangelegten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt stellte sich ein breit aufgestelltes Konsortium aus 25 Arbeitsgruppen aus insgesamt 15 Instituten und Universitäten der Frage, ob sich Verbindungen des Elements Mangan als Elektrokatalysatoren für die Wasserspaltung zur industriellen Wasserstoffgewinnung eignen. Inspiriert wurde das Vorhaben unter anderem durch die Photosynthese, in der ein Mangan-Komplex, eingebettet in eine Proteinmatrix, die natürliche Wasserspaltung im Blatt katalysiert.

Bei dem Projekt wirkten Experten unterschiedlicher Spezialisierungen unter Einsatz diverser Synthese- und Analysetechniken zusammen. Dabei galt es nicht nur unterschiedlichste Verbindungen und Elektroden herzustellen, sondern diese auch bezüglich ihrer katalytischen Eigenschaften in einer einheitlichen Weise zu charakterisieren, wozu eigens ein Standardverfahren entwickelt wurde. So konnten im Laufe des Projekts Charakterisierungsmethoden weiterentwickelt und Erkenntnisse zu Struktur-Funktions-Beziehungen verschiedener Manganverbindungen erlangt werden.

Trotz durchaus vielversprechender anfänglicher Effizienz einiger Elektroden, musste jedoch festgestellt werden, dass die oftmals geringe Stabilität und die schlechte Leitfähigkeit vieler Manganverbindungen entscheidende Hindernisse für eine industrielle Anwendung darstellen. Auch wenn sich somit das Anwendungspotential von manganbasierten Elektrokatalysatoren für die Wasserspaltung als eher gering einordnen lässt, konnten durch die interdisziplinäre Herangehensweise an die Problemstellung dennoch essentielle Erkenntnisse erlangt werden.

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"Das Ganze
ist mehr als die

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