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Schwarzes Brett

Können Roboter Arbeitskollegen sein? BAuA-Bericht über sozial-ethische Fragen der Mensch-Roboter-Interaktion
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA / Stand: 07.05.2019)

In immer mehr Anwendungsbereichen lässt sich ein verstärkter Einsatz von Robotern beobachten, die unmittelbar mit Menschen zusammenarbeiten. Ob bei medizinischen Eingriffen in der Chirurgie, als ferngesteuerte Drohnen beim Militär oder selbstfahrende Staubsauger in den eigenen vier Wänden - die zunehmende Mensch-Roboter-Interaktion hat signifikanten Einfluss auf die heutige Lebenswelt. Nicht zuletzt auch in der Produktion, wo es darum geht, die Vorteile von menschlichen Arbeitern und robotischen Systemen möglichst optimal und im Sinne einer menschengerechten Arbeitsgestaltung zu kombinieren. Diese neue Form der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern wirft auch ethische und soziale Fragen auf. Der jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Bericht "Ethische und soziologische Aspekte der Mensch-Roboter-Interaktion" arbeitet sie systematisch auf. Auf der Basis theoretischer Analysen entwickelt er zudem Gestaltungsempfehlungen der Mensch-Roboter-Interaktion nach ethisch-sozialen Kriterien.

Auf der Grundlage neuester empirischer Studien identifiziert der Bericht in diesem Zusammenhang drei entscheidende Einflussgrößen auf ethisch-soziale Aspekte der Mensch-Roboter-Interaktion. Neben der Interaktionsrolle des Menschen und dem Autonomiegrad des Roboters thematisiert der Bericht auch die äußere Gestaltung des Roboters. Als eine Gestaltungsempfehlung zur Mensch-Roboter-Interaktion machen die Autoren unter anderem den Vorschlag, in Bezug auf Roboter zukünftig mehr von einem technischen Steuerungsmittel der Arbeit zu sprechen. Eine vermenschlichende Beschreibung des Roboters ("Kollege Roboter") könne vielmehr zu unangemessenen Vorstellungen hinsichtlich sozialer Kompetenz und Verantwortungsfähigkeit führen. Eine umfassende Literaturrecherche zur Mensch-Roboter-Interaktion im ethisch-moralischen Diskurs rundet den Bericht ab.

Bibliografische Angaben:
Asmuth, Christoph; Jürgensohn, Thomas; Onnasch, Linda; Remmers, Peter: "Ethische und soziologische Aspekte der Mensch-Roboter-Interaktion", 1. Auflage Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019; 73 Seiten. Den Bericht gibt es auch ald pdf zum Download.

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BauA-Faktenblatt: Anstrengende Arbeit unter Termindruck belastet Beschäftigte / Arbeitsbedinungen in Logistikberufen
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin / Stand: 07. Mai 2019)

Nahezu jeder bestellt heutzutage "schnell mal" etwas im Internet. Die Erwartung, dass die Lieferung zügig nach der Bestellung eintrifft, beeinflusst die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Logistikberufen. Sie müssen meist sehr schnell bzw. unter Termin- oder Leistungsdruck arbeiten, was erschwerend zu den ohnehin hohen körperlichen Anforderungen hinzukommt. Im Ergebnis sind Beschäftigte in Logistikberufen seltener mit Ihrer Arbeit zufrieden und berichten häufiger über gesundheitliche Beschwerden als Beschäftigte anderer Berufe. Zudem zeigen sich geringe Zufriedenheitswerte in Bezug auf körperliche Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen bei den Beschäftigten. Fast ein Viertel gibt an, häufig an der Leistungsgrenze zu arbeiten. Dies zeigt sich auch in der Einschätzung des eigenen Gesundheitszustands, den die Beschäftigten in den Logistikberufen häufiger als in anderen Berufen als weniger gut oder schlecht angeben. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt das Faktenblatt "Schnell mal was bestellt - schnell mal was gebracht", das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Es beruht auf Daten der BIBB-/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018.

Bibliografische Angaben: 

"Schnell mal was bestellt - schnell mal was gebracht." BIBB/BAuA-Faktenblatt 28, 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019. Seiten 2, PDF-Datei zum Download

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Gesenkschmiede Hendrichs unter neuer Leitung: Nicole Scheda richtet Fokus auf Dauerausstellung und Museumspädagogik
(Quelle: LVR-Industriemuseum - Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte/Stand: 04.04.2019)

Die Führung der Gesenkschmiede Hendrichs liegt seit dem 1. März 2019 in den Händen von Nicole Scheda. Damit tritt sie die Nachfolge des langjährigen Museumsleiters Dr. Jochem Putsch an, der sich Ende Februar in den Ruhestand verabschiedet hat. Nicole Scheda begann ihre berufliche Laufbahn 1992 als Volontärin und anschließend wissenschaftliche Referentin in der Textilfabrik Cromford in Ratingen. 1997 wechselte sie in die Zentrale des LVR-Industriemuseums in Oberhausen und war dort zuständig für Museumspädagogik, Öffentlichkeitsarbeit und die Betreuung des Kinderausstellungsbereichs. 2005 ging sie nach Solingen und war in der Gesenkschmiede Hendrichs ebenfalls für die Bereiche Museumspädagogik, Veranstaltungsplanung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Darüber hinaus führte sie Fortbildungen für Museumspädagoginnen und Museumspädagogen an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel durch und ist ehrenamtliches Mitglied im erweiterten Vorstand des Bundesverbandes Museumspädagogik. Im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, ist sie als Beraterin bei einer bundesweiten Qualitätsentwicklung in der Vermittlungsarbeit von Kulturinstitutionen tätig.

Im Rahmen ihrer neuen Funktion möchte Nicole Scheda den für die Gesenkschmiede Hendrichs bereits eingeschlagenen Weg zwischen Industriekultur und Edutainment weiter fortführen bzw. weiterentwickeln: Die Dauerausstellung als Herzstück des Industriemuseums soll weiter gestärkt werden. Die Museumspädagogik als wichtiger Bereich soll noch profilierter und handlungsorientierter werden. So soll die Sonderausstellungsfläche künftig mehr für museumspädagogische Angebote genutzt werden. Werkbänke, Versuchsfelder und museumspädagogische Elemente werden hier zu einer Art pädagogischer Ausstellung aufgebaut, in der die Kinder und Jugendlichen unter Betreuung handwerklich tätig werden können.

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Publikation: Neu entwickelte Methodik verknüpft maschinelles Lernen und digitale Haltungs- und Bewegungsanalyse
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA /Stand: 07.05.2019)

Durch aktuelle Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem, dem demographischen Wandel und Änderungen in der Sozialgesetzgebung, gewinnt die arbeitsplatzbezogene Rehabilitation zunehmend an Bedeutung. Mit Hilfe der arbeitsplatzbezogenen Rehabilitation soll eine Verbesserung der Teilhabe am Sozialen- und Berufsleben ermöglicht werden. Für eine möglichst effektive Therapieplanung und eine reliable "return-to-work" Prognose ist ein genauer Abgleich der Anforderungen, die ein Arbeitsplatz stellt und den (verbliebenen) Fähigkeiten des Rehabilitanden notwendig. Für die Beurteilung stehen standardisierte und valide Methoden zur Verfügung, beispielsweise Functional Capacity Evaluation (FCE) Verfahren und Profilvergleichsmethoden. Jedoch sind Teile der Verfahren stark abhängig von der Erfahrung und der subjektiven Einschätzung des Bewerters, insbesondere die Beurteilung der Leistungsbereitschaft ist problematisch. Weiterhin gibt es ein Defizit bei der Informationsgewinnung und Übermittlung bei der Anforderungsanalyse.

Deshalb hat Dominik Bonin im Rahmen seiner Dissertation ein digitales Toolentwickelt, welches sowohl bei der Anforderungsanalyse, als auch bei der Fähigkeitsanalyse unterstützend und objektivierend eingesetzt werden kann. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat jetzt die baua: Dissertation "Entwicklung eines Verfahrens zur digitalen Erfassung von Körperhaltungen und Bewegungsmustern" veröffentlicht.Das entwickelte System wurde sowohl im industriellen Umfeld, als auch in einem Laborsetting evaluiert. Die drei Hauptziele waren:

  1. Die Evaluation der Interrater-Reliabilität zwischen dem digitalen System und einer manuellen Bewertung
  2. Die Evaluation von digital objektivierbaren Parametern bei definierten Functional Capacity Evaluation Tests
  3. Die objektive Prädiktion des subjektiven Belastungsempfindens einer Versuchsperson im Rahmen eines stufenförmigen Hebetests, auf Basis einer multidimensionalen Zeitreihenanalyse der Bewegungsmuster mit Algorithmen des maschinellen Lernens.

Abschließend wurden die Methoden und Ergebnisse mit einer Fokussierung auf die Einsetzbarkeit des entwickelten Systems im industriellen Umfeld und in Rehabilitationseinrichtungen diskutiert.

Publikation: Bonin, Dominik: Entwicklung eines Verfahrens zur digitalen Erfassung von Körperhaltungen und Bewegungsmustern. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019. Seiten 128, Papier, PDF-Datei, DOI: 10.21934/baua:bericht20190301 >>Download

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Digitalisierung des Waldes: moderne Holzernte
(Quelle: Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund IfADo /Stand: 04.04.2019)

Papier, Möbel, Pellets – Holz ist ein begehrter Rohstoff im Alltag. Die moderne Holzernte muss dem großen Verbrauch entsprechend so effizient wie möglich erfolgen. Das internationale EU-Kooperationsprojekt AVATAR mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie startet aktuell mit dem Ziel, die Betriebseffizienz und die Arbeitszufriedenheit bei der mechanisierten Holzernte zu erhöhen. Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) liefert dazu das Konzept eines digitalen Coaches, der die modernen Holzfäller unterstützen soll. Denn die Digitalisierung der Arbeitswelt hat unlängst auch den Wald erreicht. Moderne Holzernte setzt auf sogenannte Harvester. Das sind Erntemaschinen für die Vollernte, die in Windeseile Bäume fällen, Äste entfernen, den Stamm auf Länge schneiden und ablegen. Diese Erntemaschinen sind sehr komplex zu steuern und die Benutzerschnittstelle erinnert eher an ein Flugzeugcockpit. Entsprechend teuer sind die Maschinen, sodass sie effektiv genutzt werden müssen. Das internationale Kooperationsprojekt AVATAR zielt darauf ab, die sehr langwierige Ausbildung und Qualifikation der Maschinenführenden zu vereinfachen, deren Arbeitsbelastung zu reduzieren und das volle Potenzial der Maschinen auszuschöpfen.

IfADo entwickelt digitalen Coach

Jeder Maschinenführende arbeitet anders, abhängig von Erfahrungshintergrund, Tagesform und Persönlichkeit. Für das optimale Handling der Maschinen wollen Forschende um Dr. Gerhard Rinkenauer am IfADo einen digitalen Coach entwickeln, um ein individuelles Feedback direkt im Arbeitsprozess zu geben. Zunächst werden dazu Daten zur Arbeitsausführung (z. B. Handhabung des Joysticks, Kran- und Maschinenbewegung) erfasst und analysiert, um vorteilhafte und nachteilige Arbeitsmuster zu erkennen. Darauf basierend entwickelt das IfADo ein Konzept, das individuelle Verbesserungs- und Trainingsschwerpunkte ermittelt und unmittelbar Feedback geben kann. Rinkenauer und sein Team können den Coach mit angehenden modernen Holzfällerinnen und Holzfällern im virtuellen Trainingssimulator des Forstlichen Bildungszentrums von Wald und Holz NRW in Arnsberg testen. Letztendlich soll der digitale Coach in das Benutzerinterface der Maschinen integriert werden und auch bereits ausgebildete Maschinenführende direkt im Arbeitsprozess unterstützen. Auf Dauer soll so die geistige Arbeitsbelastung reduziert und das Ernteergebnis optimiert werden. Das IfADo erhält dafür ein Fördervolumen von rund 165.000 Euro.

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