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Schwarzes Brett

IAQ-Report zur sozialen Unterstützung für Geflüchtete: Wege mit Chancen und Hürden
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Stand: 11.12.2019)

Die Asylantragszahlen gehen seit 2017 wieder zurück, trotzdem bleibt die Integration Geflüchteter eine wichtige Aufgabe der Sozialpolitik vor Ort. Bildung und Qualifizierung, Arbeitsmarktintegration und Gesundheitsversorgung müssen gut ineinandergreifen. Viele Neuankömmlinge sehen sich aber intransparenten und lokal sehr unterschiedlichen Angeboten gegenüber. Das zeigt ein aktueller Report aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung der Nutzer_innen sozialer Dienstleistungen und zeigen, wie Geflüchtete in für sie passende sozialstaatliche Angebote gelangen. Sandrine Bakoben, Andrea Rumpel und Thorsten Schlee von der IAQ-Forschungsgruppe „Migration und Sozialpolitik" haben dazu in verschiedenen Kommunen im Bundesgebiet Geflüchtete nach ihren Einschätzungen und Bewertungen gefragt. „Wie Fehlnutzungen, Maßnahmekarrieren, Frustration und damit sozialstaatliche Fehlinvestitionen vermieden werden können, lässt sich aber nicht einfach beantworten", stellt Thorsten Schlee fest. In allen Fällen haben stabile soziale Kontakte Geflüchteter zu professionellen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen Wege in die sozialen Dienste geebnet. Diese Wegweiser in den Sozialstaat zeichnen sich nicht nur durch ein fundiertes Wissen über die Lebenswelt und Bedürfnisse der Geflüchteten aus, sondern sie können auch vermitteln, wie der bundesdeutsche Wohlfahrtsstaat funktioniert.

Nicht weitere ad-hoc Maßnahmen, sondern dauerhafte und verlässliche Beratung für Migrierte sei notwendig. Bestehende Angebote seien schlecht miteinander verzahnt. Mancherorts wird deshalb etwa über ein individuelles Fallmanagement nachgedacht, das wie ein Lotse in die lokale Angebotslandschaft funktioniert. Auch entsprechend qualifizierte Ehrenamtskreise und Migrantenorganisationen können diese Aufgabe übernehmen und ihr Wissen über passgenaue Angebote und Abläufe im Wohlfahrtsstaat weitergeben. Gute Wegweiser aber alleine genügen nicht. Alle Fallbeispiele zeigen auch, dass weiter an formalen Zugangshürden und passgenauen sozialen Dienstleistungen – etwa an psychosozialen Beratungs- aber auch Sprachlernangeboten – gearbeitet werden muss, um die soziale Teilhabe Geflüchteter nachhaltig zu fördern.

Bakoben, Sandrine / Rumpel, Andrea / Schlee, Thorsten: Koproduktion lokaler Sozialpolitik für und durch Geflüchtete. Wege in die sozialen Dienste. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report, Nr. 2019-08
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Praxis-Handbuch zur psycho-sozialen Arbeitsgestaltung: Gesundheitsressourcen stärken
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Stand: 11.12.2019)

Psychische Belastungen und Stress am Arbeitsplatz nehmen im Zuge der Digitalisierung weiter zu. Erweiterte Aktivitäten zur Arbeitsgestaltung und Prävention sind deshalb nötig. Oft fehlt es aber an Kenntnissen, praktikablen Vorgehensweisen und erprobten Instrumenten. Das von Dr. Anja Gerlmaier und Dr. Erich Latniak herausgegebene „Handbuch psycho-soziale Gestaltung digitaler Produktionsarbeit" bietet betrieblichen Praktikern hier innovative, praxiserprobte Konzepte und Maßnahmen. Mit ihnen kann digital-unterstützte Arbeit wertschöpfend und gleichzeitig schädigungsfrei, lernförderlich, sozialverträglich und existenzsichernd gestaltet werden.

Das Herausgeberteam hat dazu wissenschaftlichen Befunde und zahlreiche Praxisbeispiele aus dem von Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Projekt „Initiative betriebliche Gestaltungskompetenz stärken - ein neues Präventionsmodell für Unternehmen und Beschäftigte (InGeMo)" aufbereitet. Mit dem Konzept der ‚Organisationalen Gestaltungskompetenz' wird dafür ein theoretisch fundiertes Handlungsmodell betrieblicher (Stress-)Prävention vorgestellt. Es eröffnet Ansatzpunkte für Qualifizierungs- und Gestaltungsmaßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Praxisbeispiele illustrieren dann, mit welchen Werkzeugen dies in der digitalen Produktion entwickelt werden kann, und wie damit die Gesundheitsressourcen der Beschäftigten gestärkt werden können. Führungskräfte, Arbeitsschutzakteure, Betriebsräte und Beschäftigte finden hier Anregungen und Instrumente zum Aufbau betrieblicher Gestaltungskompetenz: Mithilfe eines digital gestützten Selbstlerntools („Stress-Quiz") können Interessierte und Betroffene z.B. testen, welches Wissen sie über Entstehung und Folgen von Arbeitsstress haben. Ergänzt wird dies durch kurze Beschreibungen praxiserprobter Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit – von „Alter(n)sgerechter Arbeitsgestaltung" bis hin zu „Gesundheitsgerechter Vertrauensarbeitszeit".

Gerlmaier, Anja / Latniak, Erich (Hrsg.), 2019: Handbuch psycho-soziale Gestaltung digitaler Produktionsarbeit. Gesundheitsressourcen stärken durch organisationale Gestaltungskompetenz. Wiesbaden: Springer Gabler Verl. ISBN 978-3-658-26153-5

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"Gelsenkirchener Teenpreneurs" - IAT startet Entrepreneurship-Training für Jugendliche: Selbständigkeit, Respekt, Teamfähigkeit und Verantwortung lernen
(Quelle: Institut Arbeit und Technik / Stand: 11.12.2019)

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind während der Schulzeit und im späteren Berufsleben oft benachteiligt. Das Projekt „Gelsenkirchener Teenpreneurs" im Rahmen des Gelsenkirchener Präventionsfonds NRWeltoffen, gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung NRW, soll gegensteuern: ein Entrepreneurship-Training für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren kann die Zielgruppe langfristig stärken und im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen am Standort rassistischer und kultureller Ausgrenzung entgegenwirken, so die Projektverantwortlichen vom Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule).

Die Jugendlichen lernen ein Portfolio an Fähigkeiten, Kenntnissen und Schlüsselqualifikationen, die ihnen helfen sollen, ihr Berufs- und Privatleben besser und selbstbestimmt planen, gestalten und auf Krisen reagieren zu können. Dabei geht es um Fähigkeiten, die während der Zeit von Ausbildung (Benimmregeln in der Schule, Respekt seinen Mitschüler/innen und dem Lehrpersonal gegenüber, Organisationssinn etc.), aber auch beim Eintritt in das Berufsleben von Vorteil sind. Die teilnehmenden Jugendliche werden innerhalb dieser Workshopreihe einen hohen Grad an Eigeninitiative und Selbständigkeit aufbringen müssen und werden dazu angehalten ihre eigenen Ideen und Fähigkeiten in das Projekt mit einfließen zu lassen.

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Hochschulische Erstqualifikation in Gesundheitsfachberufen: Forschungskonsortium unter Beteiligung des IAT veröffentlicht Abschlussbericht zur VAMOS-Studie
(Quelle: Institut Arbeit und Technik & Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Stand: 11.12.2019)

Wer Hebamme, Logopädin oder Physiotherapeut werden will, kann das in NRW heute im Rahmen von Modellstudiengängen studieren. Was die akademische Ausbildung auszeichnet, ob es Kompetenzunterschiede gegenüber der fachschulischen Ausbildung gibt, wo die Absolventinnen und Absolventen arbeiten und andere Fragen hat das Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule) mit Projektpartnern in der zweijährigen VAMOS-Studie untersucht, die vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert wurde und deren Abschlussbericht jetzt vorliegt. Ziel der Studie war es, den beruflichen Verbleib der Absolventinnen und Absolventen der Modellstudiengänge zu untersuchen.

Seit dem Wintersemester 2010/2011 wurden an sieben nordrhein-westfälischen Hochschulen insgesamt elf ausbildungsintegrierende Modellstudiengänge für die Gesundheitsfachberufe Pflege, Hebammenkunde, Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie eingerichtet. Sie führen zum Bachelor-Abschluss und zur Berufszulassung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Absolventinnen und Absolventen überwiegend in Krankenhäusern und therapeutischen Praxen beschäftigt sind und dort vor allem in patientennahen Bereichen arbeiten. Ein Großteil ist mit regulären Aufgaben betraut, in vielen Fällen werden diese aber ergänzt durch ein erweitertes Aufgabenspektrum, etwa die Entwicklung von Konzepten, Projektarbeit oder wissenschaftliche Recherchen. Ihre Kompetenzen werden von der großen Mehrheit der Arbeitgeber in der Praxis erkannt und geschätzt. Besondere Vorteile bei den Kompetenzen gegenüber denen fachschulisch qualifizierter Beschäftigter sehen die befragten Arbeitgeber in den Bereichen wissenschaftliche Recherche, Prozesssteuerung, Qualitätsentwicklung und Beratung. Damit der Start in den Beruf gelingt, seien gegenseitige realistische Erwartungen, eine gute Einarbeitung, angemessene Arbeitsbedingungen und klar definierte Stellenprofile besonders wichtig.

Neben der Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum und den sechs weiteren beteiligten Hochschulen war das Institut für Bildungs- und Versorgungsforschung im Gesundheitsbereich (InBVG) der Fachhochschule Bielefeld beteiligt, das die Befragung der Absolventinnen und Absolventen verantwortete. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen bearbeitete das Institut Arbeit und Technik (IAT) die Befragung der Arbeitgeber.

>> der Abschlussbericht zur VAMOS-Studie

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Zustandsdaten besser nutzen: Forschungsprojekt zur Zustandsentwicklung von Kanälen in Planung
(Quelle: IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur / Stand: 11.12.2019)

Das „Bauchgefühl" vieler Abwasserbetriebe sagt: Die Masse an gesammelten Kanalzustandsdaten hat doch sicher einen hohen Wert, um die bautechnischen Annahmen über die Zustandsentwicklung auf Richtigkeit zu prüfen und die darauf basierenden kaufmännische Abschreibungspauschalen anzupassen. Doch wie kann eine komplexe Analyse der Daten geleistet werden? Mit dieser spannenden Frage wollen sich das IKT und das Kommunale Netzwerk ABWASSER (KomNetABWASSER) im Jahr 2020 befassen und suchen noch kommunale Partner für ein gemeinsames Forschungsprojekt.

Die Abwasserbetriebe in Nordrhein-Westfalen überwachen ihre Abwasserkanäle kontinuierlich bereits seit über 30 Jahren mit der TV-Kamera in Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten nach WHG, DIN EN 752 und SüwVOAbw. Bis 2020 wird der bauliche Zustand für die Mehrheit der Kanalhaltungen schon zum zweiten oder dritten Mal dokumentiert sein. Darin liegt ein enormes Potenzial: Würde man diese wertvollen Zustandsbilder systematisch und zielorientiert analysieren, sollte es möglich sein, daraus belastbare bau­tech­ni­sche Aussagen zur Zustandsentwicklung von Abwasser­kanälen abzuleiten und so die Basis für verlässlichere Sanierungsstrategien zu schaffen. Genauere Kenntnis der Zustandsentwicklung kann Risiken für Netzbetreiber und Gebührenzahler senken.

Ziel ist es, falsche bautechnische Annahmen mit hoher Relevanz für Gebühren und Gewässerschutz zu erkennen und damit die Risiken für jeden einzelnen Abwasserbetrieb zu minimieren. Im Fokus stehen dabei unter anderem Risiken aus pauschalen Annahmen über die Zustands­entwicklung bei besonders schadens­trächtigen Haltungen und Bauwerken wie Großprofile mit sehr großem Schadens­potenzial oder auch Haltungen in Wasser­schutz­gebieten. Auch Risiken bei Schadens­bildern, die sich ganz besonders häufen – zum Beispiel Unterbögen, Versätze oder fehlerhafte Anschlüsse – sollen untersucht werden.

Forschung mit Nutzwert

Das Forschungsprogramm ist sehr praxis- und anwendungsorientiert ausgerichtet auf den Nutzen für Abwasserbetriebe. Wissenschaftlich abgesicherte Ergebnisse helfen, die Risiken bei der Einschätzung der Zustandsentwicklung von Abwasserkanälen zu minimieren. Alle interessierten Netzbetreiber sind herzlich eingeladen, sich zu melden. Das KomNet-Team informiert gerne über das Projekt. Das Forschungsprojekt wird von der Abwassergesellschaft Gelsen­kirchen/Gelsenkanal beim NRW-Umweltministerium zur Förderung vorgelegt. Es ist geplant, dass 15 bis 20 Abwasserbetriebe mitwirken. Teilnehmende Netzbetreiber profitieren von den vertiefenden Einblicken während der Projektphase und vom Austausch unter den beteiligten Kommunen und mit den Wissenschaftlern. Außerdem nutzen sie als erste die Ergebnisse für ihre Arbeit.

Ausblick: Auf Basis der Projektergebnisse wird ein Versuchs­programm entwickelt, um in einer zweiten Projekt­phase weitergehende bau­tech­ni­sche Frage­stellungen versuchs­technisch zu klären.

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