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Schwarzes Brett

Frauenbild im Wandel: Politische Plakate 1989/90 - Ausstellung
(Quelle: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen / Stand: 08.08.2019)

Durch die friedliche Revolution und die deutsch-deutsche Wiedervereinigung 1989/90 trafen zwei sehr unterschiedliche politische Kulturen von Ost und West aufeinander, wie sie sich im gesellschaftlichen und politisch-ideologischen Rahmen entwickelt und verwurzelt hatten. Wie unterschiedlich Frauen dadurch auch in politischen Plakaten angesprochen wurden, zeigt der dritte Teil der Plakatausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung, die anlässlich 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts und 30 Jahre nach der Wiedervereinigung entstanden ist.

In der Bundesrepublik hatte sich durch die Frauenbewegung die Forderung nach Umsetzung der Gleichberechtigung gesellschaftlich durchgesetzt. Der Grundtenor von Emanzipation und Gleichberechtigung blieb jedoch von der grundsätzlichen Auseinandersetzung über das gesellschaftliche Selbstverständnis von Frauen und Männern gezeichnet. In der DDR war das Selbstbild der Gesellschaft anders ideologisch vorgeprägt, so dass Emanzipation und Gleichberechtigung nicht mehr gefordert werden mussten bzw. durften. Frauen hatten eine doppelte Aufgabe zu bewältigen, waren aber gleichberechtigt und abgesichert.

Die Ausstellung wird von der Volkshochschule in Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte und der Gleichstellungsstelle angeboten.

Sie ist kostenlos vom 1. August bis 2. September 2019 im oberen Foyer des Bildungszentrums, Ebertstraße 19, montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr zu besichtigen

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Wie junge Menschen ihre Stadt gestalten - ILS untersucht für EU-Forschungsprojekt Jugendinitiative in Görlitz
(Quelle: ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung / Stand: 08.08.2019)

Was können lokale Initiativen zur Stärkung und zum Zusammenhalt von Regionen und Städten in der Europäischen Union beitragen? Das wurde über ein Jahr lang konkret bei der Jugendinitiative Second Attempt e. V. aus Görlitz untersucht. Innerhalb des EU-Projekts RELOCAL erforschte ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) aus Dortmund, welchen Beitrag der Verein zur Stadtentwicklung in der sächsischen Stadt hat. Die Ergebnisse aus Görlitz sollen nun gemeinsam mit anderen europäischen Fallstudien ausgewertet werden, um Rückschlüsse auf die europäische Strukturpolitik zu ziehen.

Aktuell arbeitet die Jugendinitiative an der Entstehung eines Zentrums für Jugend und Soziokultur, genannt RABRYKA (zusammengesetzt aus den Wörtern „rot", der Farbe der Fabrikgebäude, und „fabryka", dem polnischen Wort für Fabrik). Das Forscherteam stellt bei dem Verein eine hohe Professionalität fest, vor allem im Bereich der Fördermittelakquise und als Teil des Programms „Nachhaltige soziale Stadtentwicklung", welches mithilfe des Europäischen Sozialfonds (ESF) die Aufwertung des Görlitzer Stadtteils Innenstadt West anstrebt. Die Jugendinitiative konnte sich somit in den vergangenen Jahren zu einem relevanten Stadtentwicklungsakteur von regionaler Bedeutung entwickeln. Gleichzeitig hat der Verein es geschafft, ein offener Anlaufpunkt mit flachen Hierarchien zu bleiben, der eine Vielzahl verschiedener Nutzerinnen und Nutzer anzieht und es jungen Menschen ermöglicht, eigene Projekte zu verwirklichen. Eine wichtige Unterstützung erfährt die Initiative beim Aufbau des soziokulturellen Zentrums durch die Stadt Görlitz.

Das Forscherteam führte Interviews mit den Projektbeteiligten, lokalen Akteuren sowie regionalen und überregionalen Expertinnen und Experten. Dabei wurde auch deutlich, dass transparente und gleichberechtigte Kommunikationsprozesse sowie Vermittler zwischen der zivilgesellschaftlichen und der Verwaltungsperspektive wichtig für eine gelungene Kooperation von Stadt und Verein sind. Neben dem ILS untersuchen zwölf weitere Forschungsinstitute und Universitäten in elf EU-Ländern insgesamt 33 Projekte im Rahmen der RELOCAL-Studie. Ziel ist es, zu beantworten inwieweit eine stärkere Berücksichtigung regionaler Besonderheiten und lokalen Wissens dazu beitragen kann, räumliche Ungleichgewichte in der EU zu verringern.

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Ökobilanzstudie bei Fraunhofer UMSICHT: Ökobilanzen weisen Treibhausgaseinsparungen für recycelte Kunststoffe nach
(Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT /08.08.2019)

Neue Recyclingverfahren ermöglichen die hochwertige Aufbereitung von Kunststoffabfällen zu Regranulaten. Dadurch werden Ressourcen eingespart und Treibhausgasemissionen reduziert. Das weiterentwickelte Verfahren Recycled-Resource der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH ermöglicht genau das. Dies bestätigt nun auch eine Ökobilanz durchgeführt vom Fraunhofer UMSICHT im Auftrag von Interseroh. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler spart der Einsatz des Recyclingkunststoffs Recythen mit dem neuen einstufigen Prozess nun im Schnitt 60 Prozent klimaschädliche Emissionen im Vergleich zur Verwendung von Neugranulat aus Rohöl ein. Ökobilanzen decken auf, welche klimaschädlichen Emissionen durch ein Verfahren oder Produkt entstehen bzw. im Vergleich zu alternativen Verfahren eingespart werden. Das Unternehmen Interseroh nutzt dies, um seine technischen Neuentwicklungen zu überprüfen. Eine umfangreiche Ökobilanz wurde vom Fraunhofer UMSICHT durchgeführt, um die Weiterentwicklung des Recyclingverfahrens Recycled-Resource im Vergleich zu früheren Verfahren zu überprüfen.

In der Ökobilanz wurden unterschiedliche Verfahren zur Herstellung der Regranulate Recythen und Procyclen bewertet. Diese Regranulate basieren auf Kunststoffabfällen aus der haushaltsnahen Sammlung in Deutschland z. B. aus der Gelben Tonne. Die Systemgrenze zur ökologischen Bewertung beginnt mit der Sammlung und Sortierung der Leichtverpackungen und endet mit der Bereitstellung des recycelten Polymers. Neben der Wirkung auf die globale Erwärmung wurde der Primärenergiebedarf zur Produktion der Regranulate bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur klimaschädliche Emissionen durch den Einsatz von Recythen und Procyclen im Vergleich zur Verwendung von Rohöl eingespart werden, sondern auch, dass der Verbrauch an Primärenergie je Tonne Regranulat um rund 21.000 kWh unter dem Vergleichswert liegt. Die Differenz entspricht in etwa dem Energieaufwand von 14.000 Waschladungen. Selbst der Einsatz des aufgrund von Individualisierungen relativ aufwendig produzierten Recyclingrohstoffs Procyclen spart sogar 54 Prozent klimaschädliche Treibhausgasemissionen ein.

Recompounds, die mithilfe des Interseroh-eigenen, mehrfach ausgezeichneten Recycled-Resource-Verfahrens hergestellt werden, ersetzen bereits in vielen Bereichen Neuware.

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Telearbeit in der Kinder- und Jugendhilfe: Zwischen Effektivität, Entgrenzung und neuer Work-Life-Balance
(Quelle: Institut Arbeit und Technik / Stand: 08.08.2019)

Viele Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendhilfe „tun es einfach": Sie nutzen ihr privates Handy und Tablet für den Job, mit oder ohne Erlaubnis der Führungskräfte, arbeiten so flexibler, effektiver, schneller – und ohne Grenzen über ihre Arbeitszeit hinaus. „Telearbeit in der Kinder- und Jugendhilfe findet oft unter problematischen Bedingungen statt" stellt ein explorativer Trend-Report im Rahmen einer Beitragserstellung aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule) fest. „Es wird Zeit, in dieser Branche eine von Arbeitgebern, Beschäftigten und Fachexperten gemeinsam getragene Initiative zur Nutzung digitaler Techniken und zur Telearbeit auf den Weg zu bringen!"

Die Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe gehen sehr unterschiedlich mit Telearbeit um: Sie wird erlaubt und sogar gefördert, nur geduldet oder ganz verboten, stellte das IAT-Autorenteam Silke Völz, Michaela Evans und Prof. Dr. Josef Hilbert fest. Insbesondere, wer lediglich informell, also durch den Arbeitgeber nicht genehmigt, Telearbeit durchführt, erledigt diese oft in der Freizeit – ohne finanziellen oder Zeitausgleich. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit lösen sich auf – für Arbeitnehmer eventuell sogar ein Ventil, dem stetig ansteigenden Arbeitsdruck zu begegnen, der durch Fachkräftemangel und steigenden Dokumentationsaufwand verstärkt wird. Die Entgrenzung wird aber auch häufig freiwillig in Kauf genommen, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können.

Die Errungenschaften der Digitalisierung lassen sich in der Kinder- und Jugendhilfe vielfältig nutzen: Diktiersoftware wird auf privaten Endgeräten eingesetzt um längere Berichte zu verfassen. Für die Kommunikation untereinander, etwa bei Dienstplan-Absprachen, werden Messenger-Dienste genutzt, die auch im privaten Alltag Einsatz finden und erprobt sind. In der aufsuchenden Jugendarbeit, z.B. Hilfen zur Erziehung, ist große örtliche Flexibilität nötig: Treffen mit den Klienten finden vor Ort statt, außerhalb der Termine sind die Professionellen über Diensthandys überall erreichbar. Da Medien wie Messenger-Dienste, SMS oder E-Mail von der angesprochenen Klientel häufig akzeptiert und regelmäßig genutzt werden, lässt sich so eine bessere Nähe zu ihrer Lebenswelt herstellen. Die Nutzung von sozialen Netzwerken und damit verbundenen Nachrichten-Diensten erfordert jedoch eine besondere Sensibilität für den Schutz von Daten, zeigt der explorative Report.

Der Zukunft der Telearbeit in der Kinder- und Jugendhilfe prognostiziert das IAT-Team eine bedeutende Weiterentwicklung. Innovative Ideen gibt es bereits beispielsweise bei zahlreichen online-gestützten Beratungsangeboten per E-Mail, Chat oder in Foren, um neben den etablierten Präsenz- und Telefon-Beratungen eine neue Form anzubieten. Um die Nachteile von Telearbeit zu reduzieren und deren Vorteile zu nutzen, sei es jedoch notwendig, diese zu kennen und adäquat darauf zu reagieren. „Voraussetzung sind zunächst die Kommunikation zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und klare Absprachen zur Telearbeit. Hier ist es zum Schutz der Arbeitnehmer unerlässlich, dass ein „Recht auf Abschalten" etabliert und dessen Einhaltung kontrolliert wird." Auch Fortbildungen zum Zeitmanagement könnten hilfreich sein, ebenso die Sensibilisierung zum Thema Entgrenzung.

Publikation zum Thema:
Völz, Silke / Evans, Michaela / Hilbert, Josef (2019): Telearbeit in der Kinder- und Jugendhilfe: die schwierige Suche nach einer neuen Work-Life-Balance. In: Jugendhilfe 57, H. 3, S. 258-264
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Methanol aus Hüttengas: Carbon2Chem®-Pilotanlage in Betrieb genommen
(Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT / Stand: 08.08.2019)

Hüttengas aus der Stahlproduktion als Rohstoffquelle für die chemische Industrie erschließen: Das ist Ziel des vom BMBF geförderten Verbundprojekts Carbon2Chem®. Eines der potenziellen Produkte ist Methanol, das vielseitig als Basischemikalie oder synthetischer Kraftstoff einsetzbar ist. Im September 2018 wurde erstmals Methanol aus Hüttengasen im Technikum am Stahlwerk Duisburg erzeugt. Was im Labormaßstab gelang, wird für die großtechnische Umsetzung vorbereitet: Seit Juli 2019 ist am Carbon2Chem®-Labor in Oberhausen eine Pilotanlage in Betrieb. Ab 2020 soll sie in Duisburg bis zu 75 Liter Rohmethanol am Tag aus Hüttengasen des dortigen Stahlwerks produzieren. Die in Oberhausen gewonnenen Ergebnisse bilden die wissenschaftliche Basis für die Arbeiten mit den realen Hüttengasen, die am Rande des Stahlstandorts Duisburg durchgeführt werden. Dort bietet das Carbon2Chem®-Technikum direkten Zugang zu realen Hüttengasen und die Möglichkeit, Versuche unter industriellen Rahmenbedingungen durchzuführen.

Methanol ist eines der potenziellen Produkte, das aus Hüttengas hergestellt werden soll. Es ist vielseitig als Basischemikalie oder synthetischer Kraftstoff einsetzbar. Kohlenmonoxid und Kohlendioxid sowie Wasserstoff sind die Grundlage für die Herstellung von Methanol. Der für die Methanolherstellung nötige Kohlenstoff wird derzeit überwiegend durch fossile Quellen wie Erdgas bereitgestellt. Bei Carbon2Chem® stammt er aus Hüttengas. Aktuell wird die Pilotanlage an Gasversorgung und Steuerung erweitert, um Synthesegas mit einem beliebigen Verhältnis zwischen Kohlendioxid und Kohlenmonoxid simulieren zu können. So werden in Oberhausen die natürlichen Schwankungen in der Zusammensetzung von realem Hüttengas nachgebildet, mit denen es die Pilotanlage künftig am Randes des Stahlstandortes in Duisburg zu tun bekommen wird.

Zum Projekt:
Carbon2Chem® ist ein Großprojekt, in dem 17 Partner aus Industrie und Forschung eine Technologie erarbeiten, die bei einer großtechnischen Umsetzung ein Vermeidungspotenzial von rund 20 Millionen Tonnen der jährlichen CO2-Emissionen der deutschen Stahlbranche wirtschaftlich erschließen kann. Die Technologie ist auch in anderen CO2-intensiven Industrien einsetzbar. Carbon2Chem® wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 63 Millionen Euro gefördert.

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