Hintergrundbild

Schwarzes Brett

Projektstart: Einfluss von Kunststoffen auf terrestrische Ökosysteme - Mulchfolien in der Landwirtschaft
(Quelle: Fraunhofer UMSICHT; Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) / Stand: 14.10.2019)

Mit der global stetig steigenden Kunststoffproduktion werden Themen wie "Mikroplastik" und "Kunststoffe in der Umwelt" zunehmend relevanter und sind Bestandteil gesellschaftlicher und politischer Debatten. Meist liegt der Schwerpunkt der Diskussionen auf Kunststoffbelastungen von aquatischen Ökosystemen, wohingegen die Verschmutzung von Bodenökosystemen kaum Beachtung findet. Es stellt sich die Frage, ob Plastikverschmutzung von Böden und Äckern nicht ähnliche Auswirkungen haben können, wie bei limnischen und marinen Ökosystemen. In dem von der EU und dem Land NRW geförderten Projekt "iMulch" entwickeln Wissenschaftler neue Messmethoden, um die Auswirkungen von Kunststoffen (Mikro- und Makrokunststoffe) auf Böden und Drainagegewässern zu analysieren.

In diesem Zusammenhang sind auch die in der Landwirtschaft großflächig verwendeten Plastikfolien kritisch zu betrachten. Diese werden auf Äckern eingesetzt, um die durchschnittliche Bodentemperatur zu erhöhen, das Wachstum der Pflanzen zu fördern und den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Gleiches gilt für Anwendungen im Gartenbereich. Zwar werden die Folien nach der Ernte meist von den Äckern entfernt. Jedoch verbleiben einzelne Fragmente auf den Feldern, wobei immer noch unklar ist, wie viel Kunststoff vom Boden aufgenommen wird und welche Folgen diese Kunststoffe auf Organismen und das Ökosystem Boden haben.

Das iMulch Projekt
Im Rahmen des vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Land NRW geförderten Forschungsprojekts "iMulch" wird dieser Frage auf den Grund gegangen. Für das Projekt ist eine Laufzeit von Januar 2019 bis Juni 2022 vorgesehen. In Koordination des Instituts für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) entwickelt das Konsortium Methoden, die den Nachweis von Kunststoffen (Mikro- und Makroplastik) in Böden und Drainagegewässern ermöglichen werden. Dazu lassen die Wissenschaftler Ackerfolien auf der Bodenoberfläche bei konstanter Temperatur und unter dem Einfluss von UV-Licht künstlich altern. Während dieser künstlichen Alterung entnehmen sie in unterschiedlichen Bodentiefen Proben, um so den Anteil von folienstämmigen Kunststoffpartikeln zu ermitteln. Ebenso werden Bodenproben von Feldern entnommen, von denen bekannt ist, dass Mulchfolien dort häufiger eingesetzt wurden, um den Anteil der Mulchfolien im realen Boden zu bestimmen. Getestet werden sowohl erdölbasierte als auch biologisch abbaubare Kunststofffolien.

Darüber hinaus werden Drainagewässer im Feld beprobt, analysiert und das Verhalten von Kunststofffolien in einer Versuchskläranlage untersucht. Die Proben werden hinsichtlich Verwitterung, Verbreitung, Ökotoxizität, Anreicherung und Verlagerung analysiert. Außerdem wird eine Ökobilanz zur Messung der Umweltverträglichkeit von konventionellen und biologisch abbaubaren Folien erstellt. Ein weiterer Ansatz beschäftigt sich mit dem Upcycling von Mulchfolien durch Bakterien. Dazu werden im Labor Kunststofffragmente durch Mikroorganismen abgebaut und in neue Kunststoffmoleküle umgewandelt. Diese Moleküle sollen der Wertschöpfungskette wieder zugeführt werden und können somit den recyclingfähigen Anteil der Folien erhöhen. Abschließend werden aus den Ergebnissen Vermeidungs- und Substitutionsstrategien abgeleitet, mit dem Ziel, Folienfragmente aus Kunststoffen in der Umwelt zu reduzieren.

Die Untersuchungen sollen zeigen, ob und inwiefern biologische Folien einen ökologischen Vorteil bieten und inwiefern die Zusammensetzung von Kunststofffolien für die Landwirtschaft und im Gartenbau weiter verbessert werden können. Zudem kann die neuartige Analysemethode zur Prüfung und Bewertung von Kunststoffen jeglicher Art angewandt werden und gibt Aufschluss über die entstandenen Bodenbelastungen. Somit ergänzt die Erforschung eines terrestrischen Systems die Untersuchungen aquatischer Systeme und liefert die Möglichkeit einer ganzheitlichen Betrachtung von Kunststoffemissionen.

Dieses Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

>> mehr

3. Digital Logistics Award beim Zukunftskongress Logistik geht an NÜWIEL für intelligenten Fahrradanhänger
(Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML sowie Fraunhofer-Institu für Software- und Systemtechnik ISST/ Stand: 14.10.2019)

Gewinner des 3. Digital Logistics Awards ist das Start-up NÜWIEL. Der Pitch des jungen Hamburger Unternehmens kam im Finale am 17. September 2019 bei den Teilnehmern des "Zukunftskongress Logistik – 37. Dortmunder Gespräche" am besten an. Aus den acht Finalisten des Wettbewerbs für Start-ups und Start-ins wählten die Kongressteilnehmer mit einer Abstimmung direkt vor Ort den Sieger aus. Auf den zweiten Platz kam das Unternehmen ForkOn aus Haltern am See mit seiner Lösung zum Gabelstapler-Management, auf den dritten das Start-up asurveyor.com aus Kapstadt mit seiner App zur Qualitätskontrolle von Obst und Gemüse über die gesamte Supply Chain hinweg.

Das Finale des Digital Logistics Awards fand am ersten Kongresstag des "Zukunftskongress Logistik – 37. Dortmunder Gespräche" statt. Im Vorfeld hatte eine Expertenjury acht Start-ups und Start-ins nominiert, die sich mit ihren digitalen und innovativen Logistiklösungen um die Auszeichnung des "Digital Hub Logistics" beworben hatten. Der "Digital Hub Logistics" würdigt mit dem Award kreative Business-Konzepte für Produktion, Handel, Mobilität, Farm & Food, den Finanzsektor und weitere Branchen. Mit der Nominierung für das Finale erhielten alle acht Teams schon vorab zwei Freikarten für die Teilnahme am Zukunftskongress Logistik sowie eine kostenlose Ausstellungsfläche. In einem fünfminütigen Pitch konnten sie ihre Gründungsidee mehr als 500 Entscheidern aus der Logistikbranche näherbringen. Die Finalteilnahme bot somit allen Teams die Gelegenheit, neue Kontakte in der Branche zu knüpfen. Darüber hinaus erhielt der erste Platz 15 000, der zweite Platz 8000 und der dritte Platz 3000 Euro als Unterstützung für den Markteintritt. Die drei Gewinnerteams werden ihr Unternehmen zudem beim Deutschen Logistik-Kongress in Berlin repräsentieren.

Der "Digital Hub Logistics" in Dortmund, getragen von den Fraunhofer-Instituten für Materialfluss und Logistik IML sowie für Software- und Systemtechnik ISST, der EffizienzCluster Management GmbH und der Duisburger Hafen AG, soll die Digitalisierung der Logistikbranche in Deutschland vorantreiben. Er geht zurück auf eine Initiative des Digitalverbands Bitkom und ist Teil der Digital-Hub-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit deutschlandweit zwölf Hubs.

 

>> mehr

Deutscher Demografie-Preis ausgeschrieben: Bewerbungsfrist endet am 1. Dezember 2019
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA / Stand: 14.10.2019)

Zum ersten Mal wird in Deutschland unter der Trägerschaft von Das Demografie Netzwerk (ddn) der Deutsche Demografie-Preis vergeben. Mit ihm sollen Projekte und Unternehmen ausgezeichnet werden, die den demografischen Wandel vorausschauend gestalten. Ob Fachkräftemangel oder Digitalisierung - der demografische Wandel verändert die Arbeitswelt maßgeblich und erfordert zunehmend neue Formen der Arbeitsorganisation. Der Demografie Preis zeichnet Menschen und Organisationen aus, die demografische Entwicklungen antizipieren, Lösungen vorausdenken und bei der Gestaltung vorangehen.

Bewerbung in sieben Kategorien
Unternehmen und Organisationen können sich in sieben inhaltlichen Kategorien mit ihren betrieblichen Maßnahmen, Projekten, Produkten oder Dienstleistungen bewerben. Die Bandbreite der Themen reicht vom betrieblichen Gesundheitsmanagement über lebensbegleitendes Lernen bis hin zu Integration, Diversity, Digitalisierung und New Work. Eine eigenständige Preiskategorie ist für Kommunen vorgesehen, da ihnen eine besondere Rolle bei der Gestaltung des demografischen Wandels zukommt. Die Projekte oder Maßnahmen müssen in Deutschland durchgeführt worden sein, Vorbildcharakter besitzen und in den vergangenen zwei Jahren begonnen oder abgeschlossen worden sein. Die Bewerbungsfrist endet am 1. Dezember 2019. Alle eingereichten Projekte werden anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs bewertet. Nach einer Vorauswahl kürt dann eine unabhängige Jury im März 2020 die Sieger in den einzelnen Kategorien. Zudem wird ein Sonderpreis für die überraschendste Idee vergeben. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer Gala am 18. März 2020 im Palais der Kulturbrauerei in Berlin.

>> mehr

Internationale Forschung zu Konservierungsmaßnahmen an Salzmumien-Funden in den Werkstätten des RGZM
(Quelle: Deutsches Bergbau-Museum Bochum / Stand: 14.10.2019)

Die Stadt Zanjān (Iran) beherbergt eines der drei weltweit bekannten antiken Salzbergwerke. Im Rahmen eines von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekts mit dem Schwerpunkt zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Krisenregionen („Patrimonies") führt eine iranisch-deutsch-österreichische Forschungsgruppe gemeinsam Maßnahmen zur Konservierung und Präsentation zu den Mitte der 1990er Jahre gefundenen Salzmumien und ihrer Ausrüstungsgegenstände durch. Proben von archäologischen Funden aus dem antiken Salzbergwerk im heutigen Iran werden derzeit im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) untersucht. Zwei iranische Restauratorinnen forschen gemeinsam mit den Kollegen des RGZM an den 1500 bis 2400 Jahre alten Lederfragmenten.

Ziel ist es, durch eine Auswahl der Proben von herausragenden Funden ein zeitgemäßes Konservierungskonzept und neue Methoden für das einzigartige archäologische Erbe gemeinsam zu erarbeiten sowie eine Ausstellung für die Öffentlichkeit vorzubereiten. Die zuletzt durchgeführten Grabungen brachten außer den berühmten Mumien zahlreiche, sehr gut erhaltene organische Funde zum Vorschein, z.B. Textilien, Holzwerkzeuge, Nahrungsreste, aber auch Exkremente, sogenannte Paleofaeces.

Federführend betreut das Projekt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum im Forschungsbereich Montanarchäologie. Weitere Partner sind neben dem RGZM in Mainz dem RCCCR, ICHHTO (Iran Cultural Heritage, Handcrafts and Tourism Organization), The Saltmen Museum Zanjān, die Ruhr-Universität Bochum, das Archäologische Museum Frankfurt, das Naturhistorische Museum Wien, das Zolfaghari Museum Zanjān und das Nationalmuseum Teheran. Da es bislang weltweit kaum Erfahrungen zur Konservierung von Salzmumien gibt, werden die sich aus dem Forschungsstand in Zanjān ergebenen Kenntnisse wertvoll für den Umgang mit den speziellen organischen Funden sein: In Zanjān müssen mehrere Materialien an einem Ort konserviert werden. Der Fokus liegt auf den menschlichen Überreste bzw. natürlich entstandene Mumien, Leder und Textilien. Die Ergebnisse gehen ein die Ausstellung „Tod im Salz – Mumien aus Persien" (Arbeitstitel), die am 24. März 2020 im Archäologischen Museum in Frankfurt eröffnet wird.

Hintergrundinformation:
1993 stießen Arbeiter bei Abbauarbeiten in dem damals noch aktiven Salzbergwerk (Douzlākh) bei Chehrābād auf Überreste mehrerer mumifizierter Körperteile. Erste wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen vor 1.300 Jahren verstorbenen Mann handelte, der in der späten parthischen oder frühsassanidischen Zeit gelebt hatte. Trotz dieses historisch wertvollen Fundes blieb das Salzbergwerk aktiv. Etwa zehn Jahre später sind erneut mumifizierte Körperteile entdeckt worden. Die regionale Denkmalbehörde leitete daraufhin Notgrabungen ein, bei denen weitere, teilweise mumifizierte Körper aufgefunden wurden. Nachdem der kommerzielle Salzabbau in Douzlākh eingestellt wurde, forscht seit 2007 ein Team aus iranischen, deutschen und britischen Archäologen in dem ehemaligen Salzbergwerk. Die Wissenschaftler fanden in den Jahren 2004/2005 und 2010 weitere Reste von insgesamt mindestens sechs Salzmumien, die mehrheitlich im Zolfaghari-Museum in Zanjān sowie im Nationalmuseum in Teheran aufbewahrt werden. Es wird vermutet, dass Bergmänner bei mehreren schweren Grubenunglücken in der Zeit zwischen ca. 400 v. Chr. und dem fünften / sechsten Jahrhundert n. Chr. zu Tode kamen. Irans „Salzmänner" sind derzeit weltweit die einzigen erhaltenen Beispiele von Salzmumien.

>> mehr

Zwischen Selbstverwirklichung und Prekariat: BAuA-Studie gibt Einblick in Soloselbstständigkeit und Mehrfachbeschäftigung
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA/ Stand: 14.10.2019)

Der deutsche Arbeitsmarkt verzeichnet in den vergangenen Jahren einen Zuwachs von Mehrfachbeschäftigten und Soloselbstständigen. Dieser Anstieg zeigt, dass die Bedeutung neuer Beschäftigungsformen in der sich wandelnden Arbeitswelt wächst. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gibt nun in einem Forschungsbericht Einblick in die Belastungen und Ressourcen, die mit diesen Beschäftigungsformen verbunden sind. Eine der neuen Erkenntnisse ist, dass es verschiedene Typen von Soloselbstständigen gibt. Sie bewegen sich in einem breiten Spektrum zwischen Prekarität und Selbstverwirklichung. Gerade die Soloselbstständigen finden dabei an den jeweiligen Enden dieses Spektrums ganz unterschiedliche Arbeitssituationen vor.

Die ausgewerteten Datensätze zeigen, dass der Anteil der Soloselbstständigen ebenso wie der Mehrfachbeschäftigten unter allen Erwerbstätigen in Deutschland fünf bis sechs Prozent beträgt. Neben den soziodemografischen Merkmalen geben innerhalb des Forschungsberichtes vor allem die qualitativen Interviews einen tiefergehenden Einblick in die Arbeits- und Gesundheitssituation von Angehörigen dieser Beschäftigungsformen. Es zeigt sich, dass es sich etwa bei der Arbeitssituation von Soloselbstständigen um ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren handelt, die sich aus der Tätigkeit, der Beschäftigungsform und äußeren Merkmalen ergeben.

Bibliografische Angaben:
M. U. Kottwitz, K. Otto, L. Hünefeld: Belastungsfaktoren, Ressourcen und Beanspruchungen bei Solo­selbstständigen und Mehrfach­beschäftigten. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2019. Seiten 214, Projektnummer: F 2371

>> Bericht herunterladen

 >> mehr

Wissenschaftsforum


"Das Ganze
ist mehr als die

Summe seiner Teile."

________________________

A neu Baua Logo Schutzzone RGB    

 

  

   

 

         

     

 

 

ISAS Logo Standard 100k 

       logo

  

  

 

 Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets Logo RGB 002

 

Private Fördermitglieder:
Prof. Rolf Kinne
Peter Busse