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Schwarzes Brett

Schutz von Hochrisikopatienten durch Telemedizin: IAT startet Projekt für Lungen- und Herzpatienten im nördlichen Ruhrgebiet
(Quelle: Institut Arbeit und Technik / Stand: 11. Mai 2020)

Patienten mit Lungenerkrankungen gehören in Zeiten von Covid 19 zu dem am meisten gefährdeten Personenkreis. Selbst in normalen Zeiten werden jährlich 250.000 Patienten mit schweren Lungenerkrankungen (COPD) in deutschen Krankenhäusern behandelt. Um diese Patienten besser zu schützen startet das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule Gelsenkirchen) in Zusammenarbeit mit den Deutschen Gesundheitsdiensten (DEGEDI) in Bochum ein Angebot zur telemedizinischen häuslichen Betreuung dieser Patienten. Sie erhalten ein Pulsoximeter und ein Spirometer sowie ein Modem, welches die erfassten Daten kontinuierlich an das telemedizinische Zentrum überträgt. Dort arbeiten Internisten, Lungenfachärzte und Kardiologen interdisziplinär zusammen und betreuen sie telemedizinisch, um die Patienten vor Schäden zu schützen. Komplikationen und Krankenhauseinweisungen sollen so - gerade in Zeiten von Covid 19 - vermieden werden.

Die Gesundheitsdaten der Patienten werden kontinuierlich erfasst und über ein Modem automatisch an das telemedizinische Zentrum von DEGEDI übermittelt. Dort werden die Informationen ausgewertet und die Patienten auf dieser Basis telefonisch beraten, um Komplikationen zu vermeiden. Dr. Songül Secer, Fachärztin bei DEGEDI, weist darauf hin, dass im Rahmen von Studien gezeigt werden konnte, dass eine engmaschige Betreuung, die rechtzeitige Identifikation von Symptomen und die Beratung dieser Patienten Krankhauseinweisungen verhindert und Leben gerettet werden können.

Auch Patienten mit Herzerkrankungen, die ebenfalls zu den Hochrisikopatienten gehören, werden in dem Projekt betreut. Bei diesen Patienten werden insbesondere Blutdruck und EKG gemessen und Trainingspläne zur Prävention ausgearbeitet. Sowohl bei Lungenerkrankten als auch bei Herzpatienten ist dabei die fachliche Beratung der Patienten auf Basis systematisch erhobener Daten besonders wichtig. Hierzu wurden spezielle Beratungs- und Betreuungskonzepte entwickelt und abgestimmt.

Das Projekt wird zunächst im nördlichen Ruhrgebiet gestartet, könnte aber vor dem Hintergrund der derzeitigen Herausforderungen kurzfristig deutlich ausgeweitet werden. Zwar werden zurzeit lediglich 200 Patienten in dem Projekt berücksichtigt. Es wäre aber kein Problem das Projekt kurzfristig landes- bzw. bundesweit auszuweiten und etliche tausend Patienten zu versorgen. Das Pilotprojekt wird im Rahmen der Digitalisierungsinitiative durch das Wirtschaftsministerium des Landes NRW gefördert.

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Alternierende Telearbeit mit Regeln für die Erreichbarkeit: Damit das Home-Office nicht zur Falle wird!
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Stand: 11.05.2020)

Wegen der Corona-Krise arbeiten viele Beschäftigte von zu Hause aus. Arbeitsminister Hubertus Heil hat jetzt ein Gesetz zum Recht auf Homeoffice angekündigt, das auch gelten soll, wenn der Arbeitsalltag „zurück zu normal" gefunden hat. „Die Erfahrungen mit Homeoffice während der Corona-Pandemie sollte viele Betriebe motivieren, die Vorteile dieser Arbeitsform auch außerhalb von Krisenzeiten verstärkt in den Blick zu nehmen, vor allem, wenn Telearbeit alternierend – also im Wechsel zwischen Arbeitsstätte und Zuhause – eingesetzt wird", schlägt die Arbeitspsychologin Dr. Anja Gerlmaier vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) vor.

Nach aktuellen Studien würden 40 % der Erwerbstätigen gerne zumindest zeitweise von zu Hause aus arbeiten, tatsächlich waren es vor der Corona-Pandemie nur ca. 12 %. Alternierende Formen von Telearbeit haben im Gegensatz zu Dauer-Home-Office erhebliche Vorteile: Konzentrationsintensive und kommunikationsintensive Aufgaben lassen sich besser trennen, Fahrzeiten werden reduziert. Manchmal bietet das Home-Office auch eine Möglichkeit, hohen Geräuschpegeln in Großraumbüros zumindest zeitweise zu entkommen.

Die daneben bestehende regelmäßige Anwesenheit im Büro gewährt, dass der Kontakt zu Vorgesetzten und Kolleg*innen erhalten bleibt. Bessere Arbeitsergebnisse und mehr Zufriedenheit könnten Arbeitgeber*innen dazu motivieren, ihren Beschäftigten mehr Optionen bei der Nutzung von Telearbeit zu geben. Damit die Arbeit im Home-Office gesund und produktiv von statten gehen kann, ist neben einer optimalen technischen Ausstattung vor allem auch Gestaltungskompetenz von Arbeitgebern und Beschäftigten gefragt: Sie zeigen IAQ-Studien, dass Regelungen zur Erreichbarkeit einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellen, damit Mitarbeitende nicht das Gefühl haben, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen. Dazu gehören transparente Regeln für den Umgang mit E-Mails, die Festlegung einer Zeitspanne, innerhalb der reagiert werden muss, die Dokumentation von Arbeitszeiten und Lösungen zum Freizeitausgleich. Auch Blockzeiten für störungsfreies Arbeiten durch „angekündigte Nichterreichbarkeit" sind sinnvoll.

Betrieblich organisierte Schulungsmaßnahmen und abteilungsübergreifende Arbeitsgruppen stellen hilfreiche Präventionsinstrumente dar, damit Beschäftigte, aber auch Arbeitgeber auf die neue Form flexiblen Arbeitens optimal vorbereitet werden: ansonsten können schnell Stress und familiäre Konflikte drohen, weil etwa das Home-Office als Lösung für Kinderbetreuungsprobleme angesehen wird. Durch die verschwindenden Grenzen von Arbeiten und Leben besteht auch ein erhöhtes Risiko von Mehrarbeit: Menschen im Home-Office arbeiten im Schnitt bis zu vier Stunden in der Woche mehr als solche, die im Büro sitzen. Oft wird im Home-Office auch die Arbeit schnell intensiver, die Pause kürzer oder bleibt ganz weg, was zu vorzeitigen Ermüdungszuständen und Schlafproblemen führen kann.

Das bewusste Einplanen vom Arbeitsenden und regelmäßigen Kurzpausen ist wichtig, um sich zu erholen. Alle 90 Minuten sollte etwa eine fünf bis zehnminütige Pause eingelegt werden, in der man bewusst das Büro zu Hause verlässt und einfach etwas Anderes tut. Home-Office kann insbesondere bei alleinlebenden Personen Gefühle von Einsamkeit verursachen. Es besteht die Gefahr, dass man seine – wegen Corona ohnehin eingeschränkten Kontakte – vernachlässigt. Umso wichtiger ist es jetzt, die Verbindung nicht zu verlieren.

„Man sollte seinen Kolleg*innen bewusst nicht nur Mails schreiben, sondern sie anrufen und mit ihnen ohne schlechtes Gewissen auch über Privates reden. Das würde man im Büro bei einem Kaffee sonst auch tun", rät Arbeitspsychologin Dr. Anja Gerlmaier. Auch über die digitalen Medien lässt sich der Kontakt halten, zum Beispiel über virtuelle Kaffeepausen, zu festen Terminen. Vor der Corona-Pandemie haben sich viele Arbeitgeber mit Formen von Teleheimarbeit schwergetan, weil hierdurch Informations-und Kommunikationsflüsse in Teams schwieriger werden: Vom Team kollektiv festgelegte Teamzeiten, etwa für Teambesprechungen oder Kundenkontakte vor Ort, haben sich als erfolgreiches Instrument erwiesen, den persönlichen Kontakt zum Team und Vorgesetzten zu halten und das Auftreten von Informationslücken bei einzelnen Teammitgliedern zu verhindern.

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Virensensor: ISAS-Forscher sind dem Coronavirus auf der Spur
(Quelle: Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften ISAS e.V. / Stand: 11.05.2020)

Aus der seit 2010 bestehenden Kooperation des ISAS und der TU Dortmund könnte eine wirkungsvolle Methode zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus entstehen. Mit dem PAMONO Virensensor entwickelten Dortmunder Physiker, Informatiker und Mathematiker ein Instrument, mit dem Analyseverfahren in Echtzeit und vor Ort durchgeführt werden können. PAMONO kann auch außerhalb von Speziallaboren genutzt werden, um den Infektionsstatus großer Gruppen, zum Beispiel Flughafenpassagiere oder Bewohner ganzer Wohnsiedlungen, zu erfassen. Von Probenentnahme – messbar sind Speichel, Blut oder auch Abwässer – bis zum Testergebnis vergehen nur wenige Minuten. Durch dieses Messverfahren können die Einschleppung, weitere Ausbreitung und das Wiederauftreten von Viren verhindert werden. Denkbar ist der Einsatz des PAMONO Sensors nun auch bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus. Dazu arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ISAS und der TU Dortmund derzeit mit Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern, um den PAMONO Sensor entsprechend auf die Coronaviren vorzubereiten.

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Antibakterielle Imprägnierung: Mit neuen Verfahren zu bakterienfreien Werkstoffen und keimfreien Lebensmitteln
(Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT / Stand: 11.05.2020)

Bakterien tummeln sich gern auf Bauteilen aus Kunststoff wie z. B. Lichtschaltern, in Wasserrohren oder auch auf medizinischen Geräten. Nun haben die Forscher neue Wege entwickelt, das Wachstum von Bakterien auf Oberflächen zu reduzieren: Hierzu werden entweder antimikrobielle Wirkstoffe in oberflächennahe Schichten von Polymeren imprägniert, oder die Entstehung eines Biofilms wird durch die Unterbindung der Kommunikation zwischen den Bakterien verhindert. Die Verfahren werden kontinuierlich weiterentwickelt und in der Anwendung getestet – für den Consumerbereich, die Medizintechnik, für technische Applikationen und die Lebensmittelbranche.

Das Fraunhofer UMSICHT forscht seit zehn Jahren an der antibakteriellen Imprägnierung von Werkstoffen, insbesondere Kunststoffen. Durch Kooperationen mit der Industrie entstand bereits ein breites Know-how, das die Forschenden nun in neuen Anwendungsbereichen testen und zu vielversprechenden Lösungen kommen. Ziel ist es u. a., umweltfreundliche Alternativen zu antibakteriell wirkenden, aber toxischen Wirkstoffen oder zu sehr kostenintensiven Werkstoffen wie Kupfer zu entwickeln. Vorteilhaft beim Imprägnierverfahren ist, dass nur geringste Mengen des antimikrobiellen Wirkstoffs eingebracht werden müssen und auch eine nachträgliche Ausstattung des fertigen Bauteils möglich ist.

Fraunhofer UMSICHT sucht Kooperationspartner, um die Verfahren weiterzuentwickeln und neue Anwendungsbereiche zu testen.

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Maschinen, Murmeln, Klopapier: Neue digitale Angebote des LVR-Industriemuseums
(Quelle: LVR-Industriemuseum - Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte / Stand: 11.05.2020)

Das LVR-Industriemuseum kann jetzt auch digital besucht werden. Mit neuen Videoclips, InstaStories, Vorstellungen von Sammlungsobjekten und Blicken hinter die Kulissen bringt das Museumsteam den Menschen das Museum nach Hause. Und bietet damit in der aktuell schwierigen Zeit Abwechslung und Edutainment.

Eine besondere Aktualität in Zeiten der Corona-Krise, in der das Toilettenpapier zum kuriosen Symbol wurde, besitzt die aktuelle Sonderausstellung „Von der Rolle – KloPapierGeschichten" in der Papiermühle Alte Dombach. Auch diese findet auf den SocialMedia-Plattformen nun vorerst digital statt und man erfährt zum Beispiel, wie die Menschen früher ganz ohne Klo- und Hygienepapiere zurechtkamen. Desweiteren werden Einblicke in die Sammlung gewährt. So präsentieren die Textilrestauratorinnen besondere Highlights aus der Textilsammlung und zeigen, wie man Figurinen baut und wie sie aktuell Schmuck aus den 1920er und 30er Jahren inventarisieren. Auf der Museumshomepage hält das LVR-Industriemuseum mit dem Sammlungsportal zudem ein digitales Schaufenster der Museumssammlung bereit. Von A wie Arbeitsjacke bis Z wie Zigaretten aus China repräsentiert es die Vielfalt der industrie- und sozialgeschichtlichen Sammlung. Und mehr noch: Wie bei einer Ausstellung werden die Objekte von den Museumswissenschaftler*innen mit ausführlichen Texten versehen. Das macht das Sammlungsportal des LVR-Industriemuseums einzigartig in Deutschland. Derzeit stehen hier etwa 250 Objekte digital zur Verfügung.

www.industriemuseum.lvr.de
Unter dem Navigationspunkt „Sammlung" gelangt man zum Sammlungsportal.

Die SocialMedia-Kanäle des LVR-Industriemuseums:
Facebook: www.facebook.com/lvr.industriemuseum
Instagram: www.instagram.com/lvrindustriemuseum
YouTube: www.youtube.com/user/LVRIndustriemuseum

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