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Schwarzes Brett

Traditionsreiche Ehrenauszeichnung: Prof. Michael ten Hompel ist Bürger des Ruhrgebiets 2018
(Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML / Stand: 07.03.2019)

Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen an der Universität Dortmund ist gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Politischen Forums Ruhr Stephan Holthoff-Pförtne zum "Bürger des Ruhrgebiets 2018" gekührt worden. Pro Ruhrgebiet ehrt wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftspolitisches Engagement. Prof. Michael ten Hompel hat die Digitalisierung des Logistikstandorts Ruhr wegbereitend vorangetrieben, urteilte die Jury.

Michael ten Hompel wurde aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung zum Thema: "Genial digital: Wer ist im Ruhrgebiet ganz vorn mit dabei im Prozess der digitalen Transformation?" bestimmt. Die in großer Zahl eingereichten Vorschläge waren allesamt herausragende Beispiele für die Innovationskraft der Metropole Ruhr: Digitalisierung ist an der Ruhr mitnichten ein Rand- oder Nischenthema. Die Jury unter Vorsitz von NRW Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart entschied sich für Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel, Dortmunder Spitzenforscher mit Weltruf, einer der Wegbereiter des Internet der Dinge, Erfinder der Shuttletechnologie in der Intralogistik, unternehmerischer Wissenschaftler mit Leib und Seele, seine Praxisprojekte hat er stets fest im Blick.

Ten Hompels digitale Innovationen bieten Lösungen für eine zukunftsweisende Logistik, die rund um den Globus in logistischen Prozessen zur Anwendung kommen, die Maßstäbe setzen für den Innovationsstandort Ruhr, die für die Verwirklichung einer Industrie 4.0 essentiell sind. Er hat die Digitalisierung des Logistikstandorts Ruhr wegbereitend vorangetrieben. Mit Leuchtturmprojekten, wie etwa das von ihm inhaltlich definierte EffizienzCluster LogistikRuhr, inzwischen Europas bedeutendstes Logistikforschungscluster, hat er die Metropole Ruhr überregional bekannt gemacht. Seine anwendungsorientierte Forschung stärkt eine Branche, die für das moderne Ruhrgebiet prägend ist.

Mit Holthoff-Pförtner und ten Hompel ehrt pro Ruhrgebiet zwei Persönlichkeiten, die die Metropole Ruhr an ihren Stärken messen und sich gleichzeitig ihren großen Herausforderungen stellen, die durch ihr Wirken die Zukunftsfähigkeit der Region vorantreiben und ihr überregionale Strahlkraft verleihen. Dabei setzen sie konsequent auf den Vorteil durch regionale Synergien.

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Verlängerung bis 2020: Innovationslabor forscht weiter
(Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML / Stand: 08.03.2019)

Das Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik geht in eine neue Runde: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt eine Verlängerung des Großforschungsprojekts bewilligt. Das vom BMBF mit 10 Millionen Euro geförderte Innovationslabor war Mitte 2016 gestartet und auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt. Nun können die Forschungsarbeiten bis Ende 2020 weiterlaufen, die Mittel wurden um rund zwei Millionen Euro aufgestockt.

Lag bislang lag der Fokus auf der Erprobung neuartiger Mensch-Technik-Kollaborationen und der Vernetzung der einzelnen Teilnehmer, soll die Forschungsarbeit in der Verlängerung um zwei neue Arbeitspakete erweitert werden. Im Arbeitspaket "Dynamische Organisation" werden interaktive Arbeitssysteme entwickelt, in denen Mensch und Technik logistische und produktionstechnische Aufgaben in einem sozialen Netzwerk bewältigen. Dabei stehen neue Konzepte für eine Mensch-Maschine-Organisation auf der Forschungsagenda. Ziel ist es, die Personal- und Ressourcenplanung, die ohnehin immer mehr miteinander verschmelzen, ganzheitlich zu betrachten.

Im Arbeitspaket "Intelligentes Regal" werden neue – auch indirekte – Kommunikationstechniken zwischen Mensch und Maschine auf Basis von Smart Services getestet und evaluiert. Die Daten werden als direkter Input für die Arbeitsorganisation genutzt.Unabhängig von der Verlängerung des Forschungsprojekts werden die Infrastruktur und die Mensch-Technik-Demonstratoren in den beiden im Rahmen des Innovationslabors aufgebauten Versuchshallen – dem Forschungs- und dem Anwendungszentrum – für weitere Experimente und Untersuchungen genutzt.

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Finanzinvestoren auf dem deutschen Gesundheitsmarkt: Laut aktueller IAT-Studie boomt das Übernahmegeschäft
(Quelle: Institut Arbeit und Technik /Stand: 08.03.2019)

Im Jahr 2018 wurde der Einstieg von kapitalstarken privaten Finanzinvestoren in den deutschen Gesundheitsmarkt in der Medienöffentlichkeit beleuchtet. Ihr Geschäftsmodell basiert darauf Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime und -dienste zu kaufen, diese zu restrukturieren und wieder zu verkaufen. Rund 130 Übernahmen von Unternehmen im Gesundheitssektor gab es seit dem Jahr 2013, 60 Prozent davon allein in den letzten zwei Jahren, stellte das Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule) in der ersten wissenschaftlichen Studie zu diesem Thema fest.

Das IAT-Forschungsteam mit Dr. Christoph Scheuplein, Michaela Evans und Dr. Sebastian Merkel untersuchte die Aktivitäten von Private Equity-Gesellschaften im Bereich der Patientenversorgung. Dabei zeigte sich, dass der Gesundheitssektor bereits im Jahr 2017 zur wichtigsten Zielbranche dieser Finanzinvestoren geworden ist. Es lassen sich vor allem zwei Trends identifizieren: Erstens: Der wirtschaftlich wichtigste Bereich der Übernahmen waren die Pflegeheime bzw. Pflegedienste. „Für die Beschäftigten sind der Wechsel des Eigentümers und die möglichen Folgen häufig nicht transparent. Gerade in der Altenpflege ist es problematisch, wenn Spielräume der Lohngestaltung und des Personalbesatzes genutzt werden und die ohnehin knappen Ressourcen als Renditen ins Ausland abfließen." sagt die Arbeitsforscherin Michaela Evans. Zweitens, der Trend zur Übernahme von Facharztsparten ist vor allem bei Zahnmedizin, Radiologie und Augenheilkunde erkennbar. Bei den Facharztpraxen beginnt der Übernahme-Prozess offenbar gerade erst. Ein Beispiel hierfür ist die Zahnmedizin, in der inzwischen sieben „Zahnarzt-Ketten" aufgebaut werden, von denen drei erst im Jahr 2018 ihren Expansionsprozess in Deutschland begonnen haben.

Private Equity-Übernahmen bedeuten zugleich eine starke Internationalisierung der Eigentümerstrukturen. Während die ursprünglichen Eigentümer der Gesundheitseinrichtungen ganz überwiegend ihren rechtlichen Sitz in Deutschland hatten, trifft dies nur auf etwa ein Drittel der Käufer zu. Überwiegend wurden die Übernahmen von kapitalkräftigen, fonds-basierten Private Equity-Gesellschaften aus verschiedenen europäischen Ländern und aus den Vereinigten Staaten getätigt. Zwei Drittel der beteiligten Fonds hatten ihren rechtlichen Sitz in einem Offshore-Finanzzentrum, insbesondere auf den Cayman Islands und auf Guernsey. An diese Standorte fließen die im deutschen Gesundheitssektor erzielten Gewinne. Gründe für die gegenwärtige Aktivität an Übernahmen sieht das IAT-Team vor allem in der veränderten Regulierung des Gesundheitsmarktes sowie in dem starken Kapitalangebot der Private Equity-Gesellschaften, dem eine rückläufige Zahl an erwerbbaren (großen) Unternehmen gegenübersteht.

>> Scheuplein, Christoph / Evans, Michaela / Merkel, Sebastian 2019: Übernahmen durch Private Equity im deutschen Gesundheitssektor: eine Zwischenbilanz für die Jahre 2013 bis 2018. Internet-Dokument. Gelsenkirchen: Inst. Arbeit und Technik. IAT discussion paper, no. 19/01

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Unstatistik des Monats: Weltsensation – Bluttest erkennt Brustkrebs!
(Quelle: RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung / Stand: 08.03.2019)

Die Unstatistik des Monats Februar ist eine Pressemitteilung der Universitätsklinik Heidelberg. Sie berichtet über einen neuen „marktfähigen" Bluttest für Brustkrebs, der eine Trefferrate (Sensitivität) von 75 Prozent hat. Die Heidelberger Forscher gaben der BILD-Zeitung ein Exklusiv-Interview, die dann schrieb: „Neuer Bluttest erkennt zuverlässig Brustkrebs - Warum dieser Test eine Weltsensation ist" .

Nach üblichen wissenschaftlichen Standards veröffentlichen Forscher zuerst eine Studie in einer Fachzeitschrift, die dort begutachtet wird, und gehen erst dann an die Presse. Beim Bluttest wurde dieser Standard nicht eingehalten. Die Heidelberger Forscher sind zuerst medienwirksam zur BILD-Zeitung gegangen. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung liegt nicht vor. Was bedeutet eine Trefferrate von 75 Prozent? Laut Pressemitteilung wurde der Bluttest an über 900 Frauen erprobt, von denen über 500 Brustkrebspatientinnen waren. Bei 75 Prozent der Frauen mit Brustkrebs war der Test positiv (Verdacht auf Brustkrebs) und bei 25 Prozent dieser Frauen wurde der Krebs übersehen.

Erst die Falsch-Alarm-Rate macht die Trefferrate aussagekräftig

Ist 75 Prozent nun gut oder schlecht? Diese Frage kann niemand beantworten, da die Pressemitteilung die dazu notwendige Information unerwähnt gelassen hat: die Falsch-Alarm Rate des Bluttests. Denn jeder Test dieser Art macht zweierlei Fehler: erstens, einen Krebs zu übersehen (wie gesagt, der Bluttest übersieht dies bei 25 Prozent der Frauen), und zweitens, bei Frauen ohne Krebs fälschlicherweise Krebs zu diagnostizieren. Die Falsch-Alarm Rate gibt an, wie oft dieser zweite Fehler passiert. Gerade bei einem Bluttest sollten Frauen diese Information ehrlich und verständlich erhalten, da sie mit einem verdächtigen Befund noch bis zu fünf Jahre leben müssen – erst dann sind Tumore in der Regel so groß, dass man mit bildgebenden Verfahren wie Mammographie prüfen kann, ob es wirklich einen Tumor gibt oder es sich um einen falschen Alarm handelt. Und je höher die Falsch-Alarm Rate ist, desto mehr gesunde Frauen müssen mit Verdacht auf einen Krebs leben, den sie gar nicht haben. Man muss sich ernsthaft fragen, warum die Pressemitteilung diese wichtige Information der Öffentlichkeit vorenthalten hat.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht, warum die Trefferrate allein nicht zeigt, wie gut ein Test ist. Nehmen wir eine Gruppe von Frauen, 10 mit Krebs und 100 ohne Krebs. Man kann eine Trefferrate von 100 Prozent erreichen, wenn man einfach bei jeder Frau Verdacht auf Krebs feststellt. Diese Methode „erkennt" alle Frauen mit Brustkrebs, aber alle 100 Frauen ohne Krebs erhalten fälschlicherweise einen verdächtigen Befund. Mit dieser Methode würde man keinen einzigen Krebs übersehen, aber eine Falsch-Alarm Rate von 100 Prozent haben. Eine Trefferrate von 100 Prozent wäre dagegen beeindruckend, wenn zugleich die Falsch-Positiv Rate bei 1 Prozent läge. Dieser Test erkennt alle Frauen mit Brustkrebs richtig, und nur eine der Frauen ohne Brustkrebs wird fälschlicherweise alarmiert. Eine Trefferrate kann man also nur bewerten, wenn man die Falsch-Alarm Rate kennt. Die Mammographie hat beispielsweise eine Trefferrate von etwa 80 Prozent und eine Falsch-Alarm Rate von fünf bis zehn Prozent.

Das Problem liegt hier nicht erst bei der BILD Zeitung, sondern bereits in der Pressemitteilung. Dank BILD wissen zwar jetzt viele Frauen von dem Test, ohne aber wissen zu können, wie gut er ist. Pressemitteilungen mancher Universitäten sind in den vergangenen Jahren zurecht kritisiert worden, weil sie Schlagzeilen oder Vermarktung statt dem Ziel verständlicher Information dienen. So saß bei der Pressekonferenz auch der Geschäftsführer der HeiScreen GmbH auf dem Podium, der den Bluttest auf den Markt bringen soll. Gerade bei so angstbesetzten Themen wie Krebs sollten Pressestellen jedoch dafür sorgen, dass die Standards guter wissenschaftlicher Information wieder eingehalten werden.

Mit der „Unstatistik des Monats" hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Alle „Unstatistiken" finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de .

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Alternatives Betreuungs­modell motiviert zu mehr Arbeits­schutz
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA / Stand: 07.03.2019)

In Deutschland nimmt rund jeder siebte Kleinst- oder Kleinbetrieb das alternative Betreuungs­modell bei der Umsetzung von Arbeitsschutz­anforderungen in Anspruch. Vor allem in den Branchen­gruppen "Bau, Energie, Abfall", "Produktionsgüter" und "Investitions- und Gebrauchsgüter" werden mehr als ein Viertel der Betriebe heute alternativ betreut. Dies geht aus einer Auswertung der Ergebnisse der GDA-Betriebsbefragung aus dem Jahr 2015 hervor, die nun von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht wurde.

Insgesamt deuten die Ergebnisse der Auswertung durch die BAuA darauf hin, dass mit dem alternativen Betreuungsmodell Unternehmensleitungen wie angestrebt zum Arbeitsschutz motiviert und befähigt werden. So schätzt ein größerer Anteil (insgesamt 80 Prozent) der alternativ betreuten Betriebe den Kenntnisstand zum Vorschriften- und Regelwerk im Arbeitsschutz als sehr hoch und eher hoch ein als in der Gruppe der nicht alternativ betreuten Betriebe. Ebenso findet sich unter den alternativ betreuten Betrieben ein deutlich größerer Anteil an Betrieben, die der Meinung sind, dass Arbeitsschutz hilft, Kosten zu senken. Außerdem werden in Betrieben mit alternativem Betreuungsmodell zu 95 Prozent Unterweisungen zum Arbeitsschutz durchgeführt - der Durchschnittswert aller Betriebe liegt hier bei 80 Prozent. In die GDA-Betriebsbefragung 2015 gingen Antworten aus rund 6.500 Betrieben unterschiedlicher Größe, Branche und regionaler Verteilung ein.

Den baua: Fokus "Arbeitsschutzpraxis von Kleinst- und Kleinbetrieben mit und ohne alternative Betreuung: Ergebnisse der GDA-Betriebsbefragung 2015" gibt es als PDF-Datei kostenlos im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/dok/8813924.

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