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Schwarzes Brett


Zwischen „Apothekensterben" und wachsendem Versorgungsbedarf – IAT-Studie
(Quelle: Institut Arbeit und Technik / Stand: 08.07.2020)

Die Apothekenlandschaft befindet sich momentan im Umbruch. Hauptsächlich in den Städten des Ruhrgebiets zeichnet sich ein „Apothekensterben" ab – andererseits wächst der Bedarf an Medikamenten, Information und Beratung. Verursacht werden die gegenläufigen Entwicklungen durch den demografischen Wandel, stellt eine aktuelle Studie fest, die das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule) für den Apothekerverband Westfalen-Lippe erstellt hat. Mittel- bis langfristig könnte die Situation in Schieflage geraten, wenn die medikamentöse Versorgung der Bevölkerung vor allem in ländlichen Regionen nicht mehr gesichert werden kann.

In Deutschland gab es im Jahr 2019 fast 20.000 Apotheken, die nahezu 160.000 Menschen einen Arbeitsplatz bieten. Während in den frühen 2000er Jahren die Zahl der Apotheken noch wuchs, ist seit dem Jahr 2010 ein rückläufiger Trend zu beobachten, bei dem die Zahl der Apothekenschließungen die der Neugründungen übersteigt. Gleichzeitig hat die Anzahl der Beschäftigten in Apotheken deutlich zugenommen. Für wachsenden Druck sorgen die Unsicherheiten bei der Preisbindung von rezeptpflichtigen Medikamenten, die zunehmende Konkurrenz durch Online-Angebote und die Abwanderung von Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in Forschung und Industrie.

Mit der stetig wachsenden Anzahl älterer Menschen wird sich die Nachfrage nach einer umfassenden, beratungs- und betreuungsintensiven Versorgung mit Arzneimitteln – vor allem vor Ort und angesichts der wachsenden Bedeutung der regionalen Versorgung im Wohnquartier – in Zukunft deutlich erhöhen, so die Studie. Gleichzeitig werden aber auch die Apothekenbesitzer*innen älter und müssen sich um die Nachfolge kümmern. Apotheken sind also doppelt vom demografischen Wandel betroffen.

Wird in ländlichen Regionen eine Apotheke geschlossen, hat das häufig weitreichende Konsequenzen für die Versorgungssituation „vor Ort": Während in einer Stadt der zusätzliche Versorgungsbedarf infolge einer Schließung durch weitere nahegelegene Standorte aufgefangen werden kann, können auf dem Land im Extremfall ganze Ortschaften von einer Nahversorgung ausgeschlossen werden.

Über mangelndes Interesse des Nachwuchses ist eigentlich nicht zu klagen: Das Pharmazie-Studium ist nach wie vor bundesweit sehr beliebt, steigende Einschreibungszahlen und hohe Auslastungen an den drei nordrhein-westfälischen Fakultäten bestätigen diesen Entwicklungstrend. Es zeigt sich allerdings, dass viele Absolventen den Gang in die Industrie bevorzugen und das Risiko der Selbständigkeit im Rahmen einer Apothekengründung meiden. „Wir sind in der Vergangenheit sehenden Auges in den Ärzte- und Pflegepersonal-Mangel hineingelaufen", warnt Prof. Dr. Josef Hilbert, Research Fellow am IAT. Das sollte bei den Apothekern nicht noch einmal passieren. „Wenn wir den Beruf jetzt attraktiv weiterentwickeln, können wir noch etwas ändern" – und das Apothekensterben aufhalten.

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Call for Papers für den Kongress BIO-raffiniert XI – Bioökonomie: Baustein der zirkulären Wirtschaft – Chancen für Produkte und Prozesse
(Quelle: Fraunhofer UMSICHT /Stand: 08.07.2020)

Am 24. und 25. Februar 2021 veranstalten das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, CLIB - Cluster industrielle Biotechnologie und die EnergieAgentur.NRW in Oberhausen den Kongress "BIO-raffiniert XI" mit dem Thema "Bioökonomie: Baustein der zirkulären Wirtschaft – Chancen für Produkte und Prozesse". Die elfte Veranstaltung der Kongressreihe spannt somit den Bogen von der Bioökonomie hin zur zirkulären Wirtschaft. Bewerben Sie sich für einen Posterbeitrag oder einen Vortrag.

Rohstoffe müssen in flexiblen, modularen Prozessen passgenau verarbeitet werden, auf der Produktseite werden Eigenschaften wie Biobasiertheit und Bioabbaubarkeit für eine zirkuläre Wirtschaft immer wichtiger. Das Produkt ist zugleich neuer Rohstoff – dafür brauchen wir neue Produktdesigns und Prozesse, die auf zirkulären Prinzipien beruhen. Dies sind einige der Herausforderungen, die im Rahmen von BIO-raffiniert XI diskutiert werden sollen. Interessierte Fachleute können ihre Innovationen und Konzepte rund um die Zirkularität von biobasierten und/oder bioabbaubaren Produkten entweder im Rahmen von deutschsprachigen Kurzvorträgen (10 min Vortrag + 5 min Diskussion) oder im Rahmen einer englischsprachigen Posterpräsentation (mit einleitendem Poster Pitch) vorstellen.

Die Einreichfrist für Titelvorschläge mit maximal einseitigem Abstract endet am Freitag, den 21. August 2020. Bitte geben Sie an, ob sie bevorzugt einen Vortrag halten oder ein Poster präsentieren wollen und ob Sie dies freistellen.

Bitte senden Sie die Unterlagen an:
Fraunhofer UMSICHT
Dr. Joachim Danzig
Osterfelder Str. 3
46047 Oberhausen
Fax 0208 8598-1289
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IAQ-Studie: Gleichstellung von Frauen an Hochschulen - Professor*innen als Gatekeeper
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) /Stand: 09.07.2020)

Trotz vieler gleichstellungspolitischer Initiativen können Männer an deutschen Hochschulen nach wie vor leichter Karriere machen. Zwar hat der Frauenanteil in der Wissenschaft kontinuierlich zugenommen, er sinkt aber mit steigender Qualifikation. Weniger als jede vierte Professur in Deutschland ist heute mit einer Frau besetzt. Zudem verdienen sie schlechter als ihre männlichen Kollegen. Was wissen die Betroffenen selbst über Gender- und Gleichstellungsfragen und (wie) setzen sie das als Führungskräfte im beruflichen Alltag um? Das fragt eine aktuelle Studie aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Für das vom NRW-Wissenschaftsministerium geförderte Projekt befragten Soziologinnen unter Leitung von IAQ-Direktorin Prof. Dr. Ute Klammer 40 Professor*innen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Wie die Auswertung der an vier NRW-Universitäten geführten Interviews zeigt, befürworten die Befragten beiderlei Geschlechts grundsätzlich die Frauenförderung. Viele sehen allerdings einen Konflikt zwischen der Bestenauswahl/Exzellenz und der politischen und rechtlichen Vorgabe, dass Frauen und Männern gleich stark vertreten sein sollen. Vielmehr stelle sich die Arbeitskultur in der Wissenschaft zunehmend als „Kampfarena" mit starker Wettbewerbsorientierung dar und trage mit dazu bei, dass gerade Frauen immer noch häufig aus der wissenschaftlichen Karriere aussteigen.

An der Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit wird unter dem Stichwort „Familienfreundlichkeit" an vielen Hochschulen seit langem gearbeitet. Allerdings drohe die Gefahr, dass sich die Geschlechterstereotypen verfestigen, wenn die besonderen familiären Belastungen von Frauen thematisiert werden, befürchten die Forscherinnen. Deshalb sollten auch Männer stärker als Sorgetragende angesprochen werden.

Die Gleichstellungsforschung könnte helfen, auch andere strukturelle Probleme an den Hochschulen besser zu erkennen. Etwa Fragen, wie mehr Beschäftigungssicherheit für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen wird, wie alternative Qualifizierungswege jenseits von Habilitation und Juniorprofessur mehr Anerkennung erfahren können und wie sich der Trend zur kurzfristigen Projektfinanzierung wieder umkehren lässt zugunsten einer verlässlichen Grundfinanzierung.

Klammer, Ute / Altenstädter, Lara / Petrova-Stoyanov, Ralitsa / Wegrzyn, Eva 2020: Gleichstellungspolitik an Hochschulen. Was wissen und wie handeln Professorinnen und Professoren? Opladen [u.a.] : Verlag Barbara Budrich, ISBN: 978-3-8474-2397-3 

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Grenzen der Versorgung im Klinikalltag: Zwischen Ökonomisierung und Berufsethos
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)/ Stand: 09.07.2020)

Durch die Finanzvorgaben im Krankenhaus stehen die Beschäftigten zunehmend unter Druck. Im Arbeitsalltag bleibt wenig Zeit, sich um die Kranken zu kümmern, wirtschaftliche Ziele stehen bei der pauschalen Fall-Abrechnung im Vordergrund. Für viele widerspricht das ihrem beruflichen Selbstverständnis und ihren Ansprüchen an eine gute Patienten-Versorgung. Diese Konflikte untersucht ein aktueller Report aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Am Beispiel der Akutgeriatrie hat die IAQ-Forscherin Dr. Susanne Drescher analysiert, wie die Behandelnden mit dem Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und beruflichem Anspruch umgehen. Ihre Feststellung: Oft werden Maßnahmen ergriffen, die an den zeitlichen Ressourcen der Beschäftigten – unbezahlte Mehrarbeit - oder an ihren Ansprüchen an eine gute Versorgung ansetzen. Das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals (vom 1.1.2019) ermöglicht erste Verbesserungen, indem Personaluntergrenzen in pflegeintensiven Bereichen – etwa der geriatrischen Versorgung – festgelegt werden. Mit einer personellen Aufstockung bei der Pflege gäbe es wieder mehr Zeit für die Versorgung – und damit auch für Gespräche und Zuwendung.

Und wirtschaftlich sei das auch, meint Drescher. Zum Beispiel könne das Risiko psychischer und physischer Belastungen bei den Ärzt*innen und Pflegekräften verringert werden, wodurch wiederum krankheitsbedingte Ausfälle und Kosten vermieden würden. Zudem bilde eine ausreichende Personalausstattung die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Versorgung. Dadurch werden Pflegebedarfe vermieden, und die Selbstständigkeit der Erkrankten wird verbessert. Zu kritisieren bleibe, dass mit dem genannten Gesetz zwar Personaluntergrenzen und damit eine Minimalbesetzung vorgegeben sind, eine bedarfsgerechte Besetzung wird jedoch nicht verlangt.

Abzuwarten bleibt, welche weiteren, langfristigen Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die stationäre Versorgung hat. In diesem Sinne seien auch die Folgen der Ökonomisierung unter neuen gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten zu diskutieren, meint Dr. Susanne Drescher. Medizinisches und pflegerisches Handeln braucht eine breite Anerkennung und mehr als Standing Ovation. Die Anerkennung sollte sich langfristig in besseren Arbeitsbedingungen niederschlagen.

Zum IAQ-Report:
Drescher, Susanne: Die stationäre Krankenhausversorgung zwischen verschiedenen Versorgungsansprüchen: Grenzen der Versorgung am Beispiel der Akutgeriatrie. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report, 2020-06

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Einschreibezeitraum für Masterstudiengang "Alternde Gesellschaften" gestartet
(Quelle: Institut für Gerontologie / Stand: 09.07.2020)

Das Institut für Gerontologie weist auf den Start des Einschreibezeitraums für den Masterstudiengang "Alternde Gesellschaften, M.A." hin. Der erfolgreiche Studiengang startet im Wintersemester 2020 mit dem mittlerweile elften Jahrgang an der Technischen Universität Dortmund. Der Studiengang richtet sich an Absolventinnen und Absolventen sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Bachelor- und Diplomstudiengänge, die eine Erweiterung und Vertiefung ihrer Kenntnisse im Hinblick auf soziale und ökonomische Aspekte alternder Gesellschaften anstreben und diese mit einer Qualifizierung für (Leitungs-)Tätigkeiten in Forschung und Praxis verbinden möchten.

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