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Schwarzes Brett

Wie gute Vorsätze im Job umgesetzt werden können
(Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund IfADo / Stand: 09.01.2019)

Zum Jahreswechsel formulieren viele nicht nur private, sondern auch berufliche Vorsätze. Um diese im Arbeitsalltag umsetzen sowie zahlreiche Aufgaben im Job meistern zu können, braucht es Willenskraft. Dabei spielt es eine Rolle, wie wir unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle einschätzen: Wer davon ausgeht, dass Willenskraft kaum Grenzen kennt, fühlt sich nach mental anstrengenden Aufgaben weniger erschöpft und kann Selbstkontrolle erfolgreicher aufrechterhalten. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine aktuelle Studie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung.

„Im kommenden Jahr nehme ich den Job lockerer und arbeite besser mit Kollegen und Kunden zusammen" – berufliche Neujahresvorsätze gehen aktuell wohl vielen durch den Kopf. Die Beispiele verdeutlichen, dass Anforderungen, bei denen wir unsere Emotionen im Griff haben müssen, in vielen Bereichen der modernen Arbeitswelt selbstverständlich geworden sind. Vom Verkaufspersonal wird beispielsweise erwartet, dass es im Kundenkontakt stets freundlich ist. Unsere wahren Gefühle zugunsten zielorientierten Verhaltens zu unterdrücken, verlangt ein hohes Maß an Selbstkontrolle. Das strengt uns an und kann zur Erschöpfung führen.

Frühere Studien konnten zeigen, dass die Fähigkeit zur Selbstkontrolle stark abnimmt, wenn wiederholt Aufgaben erledigt werden müssen, bei denen man sich kontrollieren muss. Diese lange vorherrschende Annahme von Willenskraft als eine nur begrenzt verfügbare Ressource wird jedoch seit einigen Jahren infrage gestellt. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es einen Einfluss hat, welches Konzept von Willenskraft in unserem Kopf vorherrscht: Wer davon ausgeht, dass Willenskraft nicht leicht erschöpfbar ist, sondern uns unlimitiert zur Verfügung steht, schneidet bei anhaltenden mental anstrengenden Aufgaben besser ab, als Personen, die von einer nur begrenzt verfügbaren Ressource der Willenskraft ausgehen.

Diese Erkenntnisse beruhten bislang auf Laborexperimenten. Forschende am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) haben nun erstmals auch für den Arbeitsalltag bestätigt, dass sich bestimmte Vorstellungen von Willenskraft auf die Leistungsfähigkeit auswirken können.

Auf die Einstellung kommt es an
Dazu haben sie eine Tagebuchstudie mit 71 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgeführt, die alle regelmäßig beruflich in Kontakt mit Kunden, Patienten oder Geschäftspartnern stehen. An zehn aufeinanderfolgenden Arbeitstagen beantworteten die Probanden zweimal pro Tag online einen Fragebogen. Am Nachmittag wurde abgefragt, wie häufig die Probanden am Tag ihre Emotionen der jeweiligen Situation anpassen und somit Selbstkontrolle ausüben mussten. Zudem ging es um die Frage, wie erschöpft sie sich fühlten. Am Abend bewerteten die Studienteilnehmer erneut ihr Wohlbefinden. Vor dem Start der Befragung wurde zudem erhoben, welche Vorstellung die Probanden über Willenskraft haben. Dazu mussten sie bewerten, was sie von bestimmten Aussagen halten, wie „Nach einer mental anstrengenden Aktivität fühlt man sich angeregt für neue herausfordernde Aufgaben".

„Probanden, die bei der Arbeit ihre Emotionen kontrollieren mussten, profitierten unmittelbar von der Vorstellung, dass Willenskraft nahezu unbegrenzt verfügbar ist. Sie fühlten sich weniger erschöpft durch die Emotionsarbeit, auch zu Hause nach einem anstrengenden Arbeitstag", fasst IfADo-Studienautorin Anne-Kathrin Konze einen Teil der Studie zusammen, die im „European Journal of Work and Organizational Psychology" veröffentlicht wurde.

Nicht Grenzen, sondern Möglichkeiten betonen
„Unsere Willenskraft ist möglicherweise nicht so stark begrenzt, wie wir ursprünglich vermutet haben. Gehen wir dennoch davon aus, dass unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle schnell aufgebraucht ist, werden wir gewohnheitsmäßig unsere eigenen Fähigkeiten unterschätzen", so Konze weiter. Auch die Unternehmenskultur kann einen Einfluss darauf nehmen, welche Einstellung Angestellte bezüglich der Grenzen von Willenskraft haben. „In einem Unternehmen, in dem eher die Grenzen des Machbaren betont, statt Möglichkeiten herausgestellt werden, können Mitarbeiter dazu verleitet werden, an eine sehr stark begrenzte Ressource der Willenskraft zu glauben. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass einzelne Teammitglieder das Optimum ihrer Leistungsfähigkeit verfehlen", sagt IfADo-Arbeitspsychologin Konze.

Wer sich für 2019 vornimmt, im Job disziplinierter zu sein, der profitiert bei der Umsetzung dieses Vorsatzes von der Vorstellung, dass uns Willenskraft nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht.

Publikation:
Konze, A. K., Rivkin, W., Schmidt, K. H. (2018): Can Faith Move Mountains? How Implicit Theories about Willpower Moderate the Adverse Effect of Daily Emotional Dissonance on Ego-Depletion at Work and Its Spillover to the Home-Domain. European Journal of Work and Organizational Psychology. doi:10.1080/1359432X.2018.1560269

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Die Zinkfabrik erfindet sich neu! Blog zum Umbau der Zinkfabrik Altenberg - Zinkfabrik Altenberg derzeit geschlossen
(Quelle: LVR-Industriemuseum, Standort Zinkfabrik Altenberg / Stand: 09.01.2019)

Die Zinkfabrik Altenberg ist derzeit geschlossen. Um über die Baumaßnahmen sowie die Arbeit an der neuen Dauerausstellung zu informieren, aber auch zur Beteiligung aufzurufen und in Dialog zu treten, wurde nun der Blog www.zinkfabrikaltenberg.blog eingerichtet.

Zahlreiche Maßnahmen sind bereits getroffen. Die alte Dauerausstellung ist schon zu großen Teilen ausgeräumt. Für die neue Dauerausstellung, die nach dem Umbau eröffnet werden wird, sind die Grundzüge erarbeitet. Sie wird den Menschen in der Industriegesellschaft in den Mittelpunkt stellen. Wie wirkte und wirkt sich die Industrie auf das Leben und Arbeiten aus? Und wie wird es in der Zukunft aussehen? Auch wird es mehr Mitmachaktionen geben, so dass die die Besucherinnen und Besucher an vielen Stellen selbst Hand anlegen können.

Mit dem neuen Museumsblog möchte das LVR-Industriemuseum einen Blick hinter die Kulissen der Zinkfabrik Altenberg ermöglichen und die alltägliche Arbeit rund um den Umbau und die Neugestaltung des Museums vorstellen. Zum Beispiel wird gezeigt, wie der zehn Meter hohe und 53 Tonnen schwere Dampfhammer verschoben oder die imposante Dampflok transportiert wird. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter präsentieren ihre Lieblingsobjekte der einstigen Dauerausstellung und erinnern an besondere Ereignisse. Auch an den Planungen der neuen Dauerausstellung – vom Konzept bis zum Aufbau – lässt das Kuratorenteam die Leserinnen und Leser teilhaben.

Ebenfalls informiert der Blog darüber, was trotz Umbaumaßnahmen auf dem Gelände der Zinkfabrik Altenberg passiert und weist auf Veranstaltungen hin. Nicht zuletzt soll der Blog ein Ort der Kommunikation und des Austauschs sein.

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Neuer Besucher-Rekord: Die LWL-Museen erreichten erstmals die 1,5-Millionen-Marke
(Quelle: LWL-Industriemuseum: Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur / Stand: 09.01.2019)

Im Jahr 2018 haben die Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit 1,5 Mio. Besuchern mehr Gäste verzeichnet als jemals zuvor in einem Jahr ohne die Ausstellung Skulptur Projekte. Das lag vor allem an der Eröffnung des neuen LWL-Besucherzentrums im Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta-Westfalica. Auch Sonderausstellungen über das Gehirn im LWL-Museum für Naturkunde in Münster oder die Kooperationsausstellung über Frieden im LWL-Museum für Kunst und Kultur ebenfalls in Münster, waren Besuchermagneten. Auf hohem Niveau bewegen sich weiterhin die Besucherzahlen des LWL-Industriemuseums. Insgesamt kamen rund 476.800 Menschen in die acht Standorte des Westfälischen Landesmuseums für Industriekultur (2017: 514.300).


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Neuerscheinung: LWL-Industriemuseum, Fritz-Hüser-Institut und Institut für soziale Bewegungen über Bergbau-Kulturen am Ende des Bergbaus
(Quelle: LWL-Industriemuseum, Fritz-Hüser-Institut und Institut für soziale Bewegungen / Stand: 09.01.2018)

Die Kultur des Bergbaus gehört zu den bislang eher vernachlässigten Aspekten der Geschichte einer ansonsten gut und vergleichsweise umfassend erforschten Industrie. Das kulturelle Erbe des Bergbaus ist aber insbesondere im Ruhrgebiet ein identitätsstiftender Faktor im Selbstverständnis der Region und wird es auch nach dem Auslaufen des deutschen Steinkohlenbergbaus 2018 bleiben.

Mit seinem Fokus auf der Rezeption von Bergbaukultur(en) in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen liefert der aus einer Tagung von LWL-Industriemuseum, Fritz-Hüser-Institut und Institut für soziale Bewegungen hervorgegangene Band erste Bausteine zu einer Kulturgeschichte des Bergbaus. Er lädt außerdem dazu ein, den interdisziplinären genauso wie den transnationalen Dialog voranzutreiben, denn nur so kommt man zu Aussagen darüber, welche Rolle das kulturelle Erbe des Bergbaus für die Identität von Bergbauregionen im Allgemeinen spielt und was für Bergbauregionen wie dem Ruhrgebiet spezifisch ist.

Die Beiträge beschäftigen sich im ersten Teil mit unterschiedlichen Manifestationen, Praktiken und Semantiken aus dem Bergbau. Behandelt werden etwa Themen wie Kulturpolitik und Laienförderung oder Quellen wie Industriefilm und Medizinalberichte der Knappschaft. Dabei geht es um Topoi und Motive, Raumvorstellungen und Genderprägungen in den literarischen und künstlerischen Darstellungen des Bergbaus. Der zweite Teil befasst sich mit der Rezeption, Aneignung und Instrumentalisierung von Elementen der Bergbaukultur in gänzlich anderen Kontexten wie etwa den Vereinsstatuten einer bürgerlichen Künstlergesellschaft, dem Theater, der Bergbau-Dichtung der NS-Zeit, dem Comic und Romanen aus der DDR. Eine große Rolle spielt dabei die seit der Romantik andauernde Faszination des Bergbaus als Handlungs-, Imaginations- und Interventionsraum und sein Gebrauch als Metapher für die Verhältnisse über Tage oder die Erkundung des eigenen Ichs. Deutlich wird die Bedeutungsvielfalt des Bergbaus als Chiffre, die ihn, auch wenn er nicht mehr Handlungsraum ist, als Imaginationsraum weiterleben lassen wird.

Publikation:
Dagmar Kift / Eckhard Schinkel / Stefan Berger / Hanneliese Palm (Hg.): Bergbaukulturen in interdisziplinärer Perspektive. Diskurse und Imaginationen, Essen: Klartext 2018, € 26,95

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MPI CEC Forscher publizieren in Science: Struktur und Funktion von Photosyntheseprotein im Detail aufgeklärt
(Quelle: Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion / Stand: 09.01.2019)

Der photosynthetische Komplex I ist ein Schlüsselelement im photosynthetischen Elektronentransport und ist in fast allen lebenden Organismen zu finden. Trotzdem war bislang wenig über ihn bekannt. Ein internationales Team von Wissenschaftlern aus verschiedenen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen hat die Struktur und Funktionsweise des photosynthetischen Komplex I aufgeklärt. Der Membranproteinkomplex ist wesentlicher Bestandteil der Photosynthese und spielt eine wichtige Rolle in der dynamischen Anpassung von Elektronentransportprozessen. Das Team von 14 Kooperationspartnern, zu denen auch Dr. James Birrell und Prof. Wolfgang Lubitz vom MPI CEC in Mülheim/Ruhr gehören, veröffentlichte die Arbeit im Dezember 2018 online in der Zeitschrift Science.

Beteiligte Institutionen
Max Planck Institut für Biochemie, Max Planck Institut für Chemische Energiekonversion, Yokohama City University, Australian National University, Ludwig-Maximilians-Universität München, Université Paris-Saclay, Osaka University, Ruhr-Universität Bochum

Förderung
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte die Studie im Rahmen des Exzellenzclusters Resolv (EXC 1069), der Forschungsgruppe FOR2092 (EN 1194/1-1 und NO 836/3-2), des Schwerpunktprogramms 2002 (NO 836/4-1) sowie des Projekts NO 836/1-1. Weitere Förderung kam von der Max-Planck-Gesellschaft, dem Australian Research Council (FT140100834, N.C.), JST-CREST (JPMJCR13M4, G.K.), MEXT-KAKENHI (16H06560, G.K.), der French Infrastructure for Integrated Structural Biology (FRISBI ANR-10-INSB-05) und dem International Joint Research Promotion Program der Osaka University.

Originalveröffentlichung
Jan. M. Schuller et al.: Structural adaptations of photosynthetic complex I enable ferredoxin-dependent electron transfer, in: Science, 2018, DOI: 10.1126/science.aau3613

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