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Schwarzes Brett

Sachgerechtes Lüften senkt Infektionsrisiko
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA / Stand: 05.10.2020)

Am 16. September 2020 hat die Bundesregierung eine "Empfehlung zum infektionsschutzgerechten Lüften" beschlossen, denn in der kalten Jahreszeit wird regelmäßiges und richtiges Lüften noch wichtiger für den Infektionsschutz. An der Erarbeitung der Maßnahmenempfehlungen war auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beteiligt. Sie hat jetzt den baua: Fokus "Infektionsschutzgerechtes Lüften – Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie" veröffentlicht. Er beschreibt vertiefend die wissenschaftliche Erkenntnislage zum infektionsschutzgerechten Lüften. Zudem gibt er konkrete Handlungsempfehlungen zur Lüftung sowie eine angepasste Ausführung und Betriebsweise von raumlufttechnischen Anlagen.

>> baua: Fokus "Infektionsschutzgerechtes Lüften – Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie"; Stefan Voß, Annina Gritzki, Kersten Bux; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020; 21 Seiten

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Stressreport 2019: Beschäftigte brauchen Handlungsspielräume - subjektive Belastung, Überforderung und Erholungsbeeinträchtigungen nehmen zu
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA / Stand: 09.10.2020)

Die Arbeitsanforderungen von Beschäftigten in Deutschland sind weiterhin hoch. Zugleich zeigen sich Trends zur Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Während etwa zwei von drei Beschäftigten ihre Arbeit planen und einteilen können, hat weniger als jeder Dritte Einfluss auf die Arbeitsmenge, mit abnehmender Tendenz. Etwa jeder siebte Beschäftigte (15 Prozent) sieht seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht an. Bei den genannten Beschwerden haben Schlafstörungen und Erschöpfung als Anzeichen gestörter Erholung zugenommen. Dies und mehr zeigt der Stressreport 2019, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht hat.

Im Trend ist Arbeit immer weniger an feste Zeiten und Arbeitsplätze gebunden. So berichtet beispielsweise fast jeder fünfte Erwerbstätige, in Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst zu arbeiten. Haben Beschäftigte zeitliche Handlungsspielräume, geht das häufig auch mit einer besseren Gesundheit einher. Arbeitszeit sollte für Beschäftigte planbar und vorhersehbar sein. Etwa jeder vierte Beschäftigte arbeitet laut Stressreport ortsflexibel, was mit Dienstreisen, Auswärtsübernachtungen oder wechselnden Arbeitsorten verbunden ist. Mobil beziehungsweise ortsflexibel Tätige berichten – im Vergleich zu den übrigen Beschäftigten – seltener, dass ihnen die Trennung zwischen Arbeit- und Privatleben gelingt.

So haben seit 2012 auch Erholungsbeeinträchtigungen zugenommen. Immerhin gibt etwa jeder dritte Beschäftigte lange oder überlange Arbeitszeiten an. Von häufiger Müdigkeit berichtet fast die Hälfte und von häufigen Schlafstörungen fast ein Drittel der Beschäftigten. Über körperliche Erschöpfung klagen zudem aktuell 37 Prozent, über emotionale Erschöpfung mehr als ein Viertel der Beschäftigten und 22 Prozent der Befragten geben an, von der Arbeit häufig nicht abschalten zu können.

Tätigkeiten, die von hohen Arbeitsanforderungen geprägt sind und gleichzeitig eher geringe Handlungsspielräume aufweisen, haben besondere Gestaltungsanforderungen. Der Stressreport legt hier ein besonderes Augenmerk auf Tätigkeiten im Gesundheitsbereich und in den Logistikberufen.

Mit dem Stressreport 2019 liefert die BAuA Daten und Fakten zum Thema psychische Gesundheit für die Debatte in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Grundlage des Stressreports 2019 ist die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018, für die mehr als 20.000 Erwerbstätige befragt wurden. Ausgewertet wurde im Vergleich zu den Erwerbstätigenbefragungen von 2006 und 2012. Zudem flossen auch Daten aus der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2017 sowie der BAuA-Studie zur Mentalen Gesundheit bei der Arbeit (S-MGA) ein. Die BAuA bringt den Stressreport sowie ihre Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung in die "Offensive Psychische Gesundheit" ein, die gemeinsam vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen wird. Ihr Startschuss fiel am 5. Oktober in Berlin.

>> "Stressreport Deutschland 2019. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden"; Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020; 1. Auflage; 225 Seiten; ISBN: 978-3-88261-259-2

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FC Cold Start: Kaltstartsimulation von PEM-Brennstoffzellensystemen
(Quelle: Zentrum für BrennstoffzellenTechnik / Stand: 10.09.2020)

Für die Untersuchung und Entwicklung von PEM-Brennstoffzellensystemen im dynamischen Betrieb sind Kaltstartprozesse von großer Bedeutung. Insbesondere die Bildung von Flüssigwasser und Kondensat bei niedrigen Betriebstemperaturen beeinflussen die Leistungsfähigkeit und den Alterungsprozess von Brennstoffzellen. Daher wird am ZBT ein bereits vorhandenes Brennstoffzellenmodell mit einer 2D-1D-Auflösung aus dem Vorgängerprojekt (Brennstoffzellensystemsimulation - Membranbefeuchtungsmanagement, FVV-Projektnummer 6012982) um die Berücksichtigung von flüssigem Wasser und der Unterscheidung von Diffusionseffekten im Kanal- und Stegbereich erweitert. Um die Echtzeitfähigkeit gewährleisten zu können, wird mit dem Ansatz des maschinellen Lernens eine prädiktive Methode zur Bestimmung der Startbedingungen des deterministischen, numerischen Lösers ausgearbeitet. Am Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen (vka) der RWTH Aachen wird das resultierende Brennstoffzellenmodell in einer Gesamtsystemsimulation eingebunden und durch detaillierte mehrdimensionale CFD‑Simulationen ergänzt. Diese CFD-Simulationen fokussieren die Untersuchung der Wasserverteilung innerhalb der Zellschichten, welche aufgrund von Phasenwechselphänomenen als auch Kondensation und Verdunstung von besonderem Interesse für den Kaltstart ist. Die Simulationsergebnisse werden am ZBT mithilfe von experimentellen Messungen an segmentierten Zellen im Kaltstart-Prüfstand validiert. Weiterhin wird am vka das Brennstoffzellensystem mit besonderem Augenmerk auf den Membranbefeuchter, der in Bezug auf den Kaltstart die kritische Peripheriekomponente darstellt, entwickelt.

In diesem Projekt wird ein Modell entwickelt, das in der Lage ist das Kaltstartverhalten von PEM Brennstoffzellen in einer Systemumgebung zu untersuchen. Dieses Modell ermöglich somit einen schnelleren und kostengünstigeren Entwicklungsprozess von Brennstoffzellenfahrzeugen.

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Gesunde Mitarbeiter durch gute Führung: BAuA veröffentlicht neue Web-Dokumentation
(Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin BAuA / Stand: 10.10.2020)

Sie führen zig Telefongespräche am Tag, stehen häufig unter Zeitdruck und die Kommunikation mit den Kunden ist nicht immer konfliktfrei. Beschäftigte im Call-Center sind häufig großen Belastungen ausgesetzt. Gute Führung ist unter diesen Bedingungen ein Schlüsselfaktor für die Gesundheit der Beschäftigten. In der neuen, multimedialen Web-Dokumentation der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) "Führung und Gesundheit" schildert Herbert Ferdinand, Prokurist bei der Telefon Direkt Marketing (T.D.M.), vor welchen Herausforderungen Führungskräfte stehen und welche Maßnahmen seine Firma ergriffen hat.

Die multimediale Dokumentation gibt aber nicht nur einen Einblick in die betriebliche Praxis, sondern präsentiert auch den aktuellen Forschungsstand zum Zusammenhang von Führung und Gesundheit in der sich wandelnden Arbeitswelt. So zeigt der aktuelle Stressreport der BAuA, dass rund 60 Prozent der Beschäftigten häufig Hilfe und Unterstützung von ihrer Führungskraft erhalten. Nur rund ein Drittel gibt an, häufig Lob und Anerkennung von Vorgesetzten zu bekommen. Neben informativen Texten und Bildern kommen bei der Web-Doku im "Scrollytelling"-Format vor allem Videos zum Einsatz.

Unternehmen, die sich am BAuA-Projekt beteiligen, können davon unmittelbar profitieren. Sie erhalten einen ausführlichen Bericht zum Stand von Führung und Gesundheit in ihrem Unternehmen, der auch wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen enthält. Führungskräfte können außerdem an einem Seminar der BAuA zu Führung und Gesundheit teilnehmen und es besteht die Möglichkeit, sich in Anwenderkonferenzen mit anderen Unternehmen auszutauschen.

>> Die Notwendigkeit von Führung - eine Netnografie

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Unstatistik: Die Krisenverliererinnen?
(Quelle: RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung / Stand: 10.09.2020)

In Österreich wird derzeit eine hitzige Debatte darüber geführt, ob Frauen von der Corona-Krise stärker betroffen sind als Männer. So schreibt die österreichische Ausgabe der „Zeit" am 13. August: „Ende Februar, bevor Schulen und Geschäfte zugesperrt wurden, waren in Österreich rund 399.000 Menschen arbeitslos, Ende Juni waren es 64.000 mehr. 85 Prozent dieser sogenannten Corona-Arbeitslosen waren laut Daten des Arbeitsmarktservice Frauen." Ähnlich berichten unter anderem „Der Standard", „Die Presse" und „Kontrast".

Doch es ist falsch, aus dem relativ stärkeren Anstieg der absoluten Arbeitslosigkeit österreichischer Frauen seit Februar die Schlussfolgerung zu ziehen, dass Frauen von der Krise stärker betroffen sind als Männer. Denn die Arbeitslosigkeit unterliegt starken saisonalen Schwankungen, von denen österreichische Männer üblicherweise sehr viel stärker betroffen sind als Frauen. Viele österreichische Männer finden jedes Jahr bis zu den Sommermonaten aus der Arbeitslosigkeit heraus. Um herauszufinden, wie Corona die Arbeitslosigkeit von Männern und Frauen beeinflusst hat, muss man als Vergleichsmaßstab für die Anzahl der Arbeitslosen in diesem Sommer mit Corona nicht die Arbeitslosigkeit im Frühjahr dieses Jahres nehmen, sondern den Wert ermitteln, der sich in diesem Sommer ohne Corona ergeben hätte.

Wenn man hierzu keine komplizierten statistischen Methoden zur Bereinigung saisonaler Schwankungen verwenden möchte, kann man vereinfachend auf die Entwicklung des Vorjahres zurückgreifen. Nach den veröffentlichten Statistiken des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich ist die Zahl der arbeitslosen Männer zwischen Februar und Juni 2019 um 70.603 gesunken (in den Jahren 2017 und 2018 lag dieser Wert sogar bei über 85.000). Die Zahl der arbeitslosen Frauen verringerte sich im gleichen Zeitraum lediglich um 15.549 Personen (ähnlich in den Jahren 2017 und 2018). Das ergibt eine Differenz in der Entwicklung der absoluten Arbeitslosigkeit vom Frühjahr bis zum Sommer zwischen Frauen und Männern von gut 55.000 Personen.

Unter der Annahme, dass sich ohne Corona-Krise die Differenz in der Abnahme der absoluten Arbeitslosigkeit zwischen Frauen und Männern im Jahr 2020 genauso entwickelt hätte wie im Jahr 2019, zeigt sich, dass Männer in dieser Beziehung die eigentlichen Krisenverlierer sind. Zwischen Februar und Juni 2020 ist die Zahl der arbeitslosen Frauen um 54.702 Personen (statt des Rückgangs um 15.549 Personen wie in 2019) und die der arbeitslosen Männer um 9.444 (statt des Rückgangs um 70.603 Personen wie in 2019) gestiegen. Das entspricht einer Differenz von 45.258 Personen - knapp 10.000 Personen weniger, als auf Basis des Jahres 2019 zu erwarten gewesen wäre.

Die Schlagzeile „Männer sind die Krisenverlierer" wäre jedoch ebenfalls voreilig. Um eine fundierte Einschätzung zu erhalten, ob Frauen oder Männer die Verlierer der Corona-Krise sind, müssen weitere Dimensionen des Arbeitsmarktes in den Blick genommen werden: Wie viele Frauen und Männer sind aufgrund der Krise komplett aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden? Wie hat sich die Anzahl der Personen in Voll- und Teilzeitarbeit entwickelt? Wie viele Personen haben in Tätigkeiten mit einer geringeren Bezahlung gewechselt? Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Entwicklung der Beschäftigung ausländischer Saisonarbeitskräfte? Bevor diese und weitere Fragen geklärt sind, ist nur eines sicher: Die Corona-Krise hat sowohl Frauen als auch Männer schwer getroffen – nicht nur auf dem Arbeitsmarkt.

Mit der „Unstatistik des Monats" hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer, die STAT-UP-Gründerin Katharina Schüller und RWI-Vizepräsident Thomas K. Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. Alle „Unstatistiken" finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de und unter dem Twitter-Account @unstatistik.

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