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Schwarzes Brett

Nachruf auf Dr. Wilhelm Beermann
(Quelle: Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets /Stand: 10.09.2020)

Die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets trauert um ihren langjährigen Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Wilhelm Beermann, der am 5. August 2020 im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Dr. Beermann gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Aus einer katholischen Bergmannsfamilie in Wattenscheid stammend, begann er Anfang der 1950er Jahre eine kaufmännische Ausbildung im Bergbau. Von hier aus begab sich Dr. Beermann auf einen beruflichen Weg, der ihn 1990 als Arbeitsdirektor, seit 1997 auch als stellvertretenden Vorsitzenden, in den Vorstand der RAG Aktiengesellschaft führte. 1998 wurde er der erste Vorsitzende der RAG Deutsche Steinkohle AG und damit oberster Chef des deutschen Steinkohlenbergbaus.

In diesen Funktionen stellte er gemeinsam mit Professor Klaus Tenfelde die Weichen zur Gründung der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets (damals noch Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets), deren erster Kuratoriumsvorsitzender er wurde. Bei der Gründung der Stiftung ging es darum, wichtige Bestandteile des kulturellen und historischen Erbes des Bergbaus im Strukturwandel dauerhaft für die wissenschaftliche Forschung und die geschichtsinteressierte Öffentlichkeit zu sichern. Die Essener Bergbau-Bücherei, die seit den 1860er Jahren als Dienstbibliothek der Arbeitgebervereinigungen im Bergbau aufgebaut worden war und den wohl bedeutendsten Buch- und Zeitschriftenbestand zur Geschichte des industriellen Bergbaus bereithält, wurde mit der Bibliothek des Instituts für soziale Bewegungen und der IGBE zur Bibliothek des Ruhrgebiets vereinigt. Zur Sicherung der Aktenbestände der IGBE gründete die Stiftung ein eigenes Archiv.

Ohne Dr. Beermanns großes Engagement wäre die Sicherung dieses bedeutenden kulturellen Erbes im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets nicht gelungen. Sein Engagement wuchs aus seiner tiefen emotionalen Verbundenheit mit der Region und dem Bergbau, vor allem aber mit den Menschen dieser Region. Die Schätze in der Bibliothek und Archiv ermöglichen den Menschen dieser Region eine Vergegenwärtigung und Aneignung ihrer kollektiven Geschichte, in der Werte wie Solidarität und christliche Nächstenliebe eine Rolle spielen. Dies war Dr. Beermann wichtig.

Dr. Beermann blieb bis 2008 Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Auch anschließend war er dem Haus eng verbunden, auf seine Unterstützung konnten sich alle immer verlassen.

Die Mitglieder in den Leitungsgremien sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets trauern um einen großen Mentor und engen Freund unserer Stiftung.

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Aufbereitung von Hüttengasen für die Produktion von Chemikalien: Messcontainer ziehen ins Carbon2Chem®-Technikum
(Quelle: Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion / Stand: 10.09.2020)

Bevor Hüttengase aus der Stahlproduktion für die Produktion von Chemikalien genutzt werden können, müssen die Hauptkomponenten der verfügbaren Kokereigase, Hochofengase und Konvertergase sowie ihre Spurenkomponenten genau untersucht werden. Diese Analysen werden für die Auslegung der notwendigen Gasreinigung sowie für nachfolgende katalytische Produktionsprozesse, wie beispielsweise die Methanol-Synthese, benötigt. Darum kümmern sich die Wissenschaftler/innen um Dr. Jorge Ivan Salazar Gómez, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Katalytische Verfahren am MPI CEC, im Rahmen des Carbon2Chem®-Projektes.

Für diese Aufgabe wurden vor vier Jahren im Projekt HüGaProp am MPI CEC spezielle Container konzipiert, mit welchen solche Messungen durchgeführt werden können.* Diese Container wurden dann auf das Stahlwerksgelände von ThyssenKrupp Steel Europe (TKSE) transportiert. Die Max-Planck Wissenschaflter/innen optimierten dazu die Messmethode mit einem neuartigen Massenspektrometer, einem PTR-QiTOF-MS (Proton Transfer Reaction Quadrupole interface Time-Of-Flight Mass Spectrometer), um Spurenkomponenten auch in sehr geringen Konzentrationsbereichen (parts per billion (ppb) bzw. parts per trillion (ppt)) in den Hüttengasen zu charakterisieren. Die Hauptkomponenten der Gase wurden mittels Gaschromatographie ermittelt.

Bisher analysierte die Gruppe die Gase direkt auf dem Gelände des Stahlwerkes. Nun sind die Container in das Carbon2Chem®-Technikum umgezogen, um dort die Gaszusammensetzung der eingesetzten Gase zu untersuchen. Hier erfolgen die Messungen vor und nach einer Gasreinigung. Damit soll nicht nur die einwandfreie Funktionsweise der konzipierten Gasreinigung überprüft werden, sondern auch etwaige Spurenkomponenten, die trotz der Aufreinigung gegebenenfalls im Gas verbleiben. So können die Wissenschaftler/innen des MPI CEC den Projektpartnern helfen, Subtanzen zu identifizieren, die ihre Prozesse stören könnten, was mit konventionellen Messmethoden nicht möglich wäre.

*Salazar Gómez JI, Klucken C, Sojka M, Waydbrink G, Schlögl R, Ruland H. The HüGaProp‐Container: Analytical Infrastructure for the Carbon2Chem® Challenge. Chem Ing Tech. 2020, 92

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Neues Gedenkbuch erinnert an die jüdischen Opfer der NS-Zeit / Neue ISG-Datenbank erleichtert Recherche
(Quelle: Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen (ISG)/ Stand: 10.09.2020)

Ein neues Gedenkbuch erinnert an die jüdischen Menschen, die zwischen 1933 und 1945 in Gelsenkirchen von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Es war der Gelsenkirchener Hobby-Historiker Karl-Heinz Rotthoff, der die Idee zu dieser Publikation hatte und jahrelang recherchierte, Namen und Schicksale zusammentrug und gemeinsam mit der Grafikerin Nicole Cub und dem Buchbinder Dietmar Klein zu einem Buch ausarbeitete. „Ich möchte, dass die Opfer der NS-Zeit in Gelsenkirchen nicht vergessen werden. In diesem Gedenkbuch sind die Namen und die Daten aller jüdischen Gelsenkirchener Opfer des Holocaust erstmals vereint, bislang wurden die Listen der jüdischen ungarischen Zwangsarbeiterinnen und der jüdischen Bürger dieser Stadt getrennt voneinander gezählt", erklärte Karl-Heinz Rotthoff, der zudem betonte, dass sich bei der Recherche höhere Opferzahlen als bislang bekannt ergeben hatten. Rotthoff stellte ihren Namen und Daten jüdisch-religiöse Elemente wie Schma Jisrael, das jüdische Glaubensbekenntnis, zur Seite.

Erinnerung an Einzelschicksale
Oberbürgermeister Frank Baranowski nahm das Buch während einer Feierstunde im Ratssaal entgegen und dankte Karl-Heinz Rotthoff für seine unermüdlichen Recherchen. „Dieses Gedenkbuch macht deutlich: Hinter der enormen Zahl an Opfern nationalsozialistischer Gewalt standen Menschen, Individuen, Personen wie Sie und ich. Eine einzelne Frau, ein einzelner Mann, ein Kind, ein Jugendlicher. Dieses Buch gibt uns die Chance, uns mit den einzelnen Personen zu beschäftigen – und dadurch ein ganz individuelles Gedenken zu finden. Es gibt den einzelnen Menschen die Würde, die ihnen zusteht. Es behandelt sie so, wie es eigentlich geboten ist: als Person mit einer individuellen Geschichte und eigener Identität", so Baranowski. Er hoffe, dass das Buch von möglichst vielen Generationen in die Hand genommen und gelesen werde, betonte er zugleich.

Gedenkbuch liegt öffentlich aus
Das Gedenkbuch wurde mit Mitteln der Bürgerstiftung Gelsenkirchen, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e.V. sowie des Instituts für Stadtgeschichte finanziert und wird künftig an zentralen Orten in der Stadt Gelsenkirchen einsehbar sein - zum Beispiel im Bildungszentrum, in der Jüdischen Gemeinde, im Institut für Stadtgeschichte und in der Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus".

Neue Datenbank erleichtert Recherche
Die intensiven Recherchen für das Buch hat das Team des Instituts für Stadtgeschichte (ISG) zum Anlass genommen, eine Online-Datenbank zu erarbeiten, die Recherchen zu den jüdischen Holocaust-Opfern aus Gelsenkirchen erleichtern soll. „Bislang mussten die Namen und Daten aus verschiedenen Datenbanken zusammengesucht werden. Unser neues Portal ermöglicht es erstmals, jetzt alle Daten und Hinweise zu den Schicksalen der jüdischen Opfer der NS-Zeit zwischen 1933 und 1945 aus dieser Stadt systematisch zu erfassen, sowohl die jener Menschen, die schon lange in der Stadt ansässig waren, als auch die jener, die nur vorübergehend hier lebten. Diese Datenbank hat maßgeblich von Karl-Heinz Rotthoffs Recherchen für das Gedenkbuch profitiert", erklärte Institutsleiter Dr. Daniel Schmidt. Im Rahmen der Feierstunde Ende August wurde eine Beta-Version der neuen Datenbank freigeschaltet. Sie soll stetig mit weiteren Rechercheergebnissen angereichert werden.

 >> Link zur Datenbank

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Gullywood: Neues Filmprojekt „Abwasserbetrieb als Arbeitgeber" in den Startlöchern
(Quelle: IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur/ Stand: 10.09.2020)

Planen, bauen, betreiben, instandhalten – beim Abwasserbetrieb gibt es vielfältige Tätigkeitsbereiche. Vor einiger Zeit haben sich 15 Abwasserbetriebe zusammengetan, um einen Film zu produzieren – einen professionellen Kurzfilm mit allem Drum und Dran. Das gemeinsame Filmprojekt „Bürgerinfo Kanal­bau­stellen" wurde inzwischen erfolgreich auf den Weg gebracht. Jetzt sprudeln die beteiligten Abwasserbetriebe nur so vor neuen Ideen – wie eine angebohrte Druckleitung. Daniela Fiege, Vorstand beim SAL ‑ Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen, hatte den zündenden Einfall für das nächste Filmprojekt. Arbeitstitel: „Der Abwasserbetrieb als Arbeitgeber – so spannend und vielseitig kann Öffentlicher Dienst sein!" Weitere Teilnehmer gesucht!

Abwasserbetriebe Film presents: a Gullywood production
Der Fachkräftemangel macht sich auch im Abwassersektor bemerkbar. Deshalb soll in Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Agentur ein professioneller Kurzfilm von drei bis fünf Minuten Länge entstehen, der Schüler/-innen, zukünftige Auszubildende, Techniker/-innen, Jungingenieur/-innen und Verwaltungsfachleute auf kurzweilige, unterhaltsame Art für die vielfältigen Karrieremöglichkeiten in Abwasserbetrieben begeistert. Netzbetreiber können ihn auf ihrer Website nutzen, über die Sozialen Medien verbreiten und bei Jobbörsen, Infotagen an Schulen und anderen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen zeigen.

Der Film soll

 - den Abwasserbetrieb als attraktiven, vielseitigen und zukunftssicheren Arbeitgeber bekannt machen
- die unterschiedlichen Aufgabenfelder im Abwasserbetrieb aufzeigen
- die vielfältigen Arbeitsfelder innerhalb des Abwasserbetriebs porträtieren
- mit einem modernen, dynamischen Look junge Leute ansprechen

Das Movie wird im Intro und Outro für jeden teilnehmenden Netzbetreiber individualisiert, damit er die Zuschauerinnen und Zuschauer persönlicher anspricht und optimal in die Öffentlichkeitsarbeit der Kommune eingebettet werden kann.

Filmemachen ist Teamarbeit
Dieses Crowdfunding-KOMMUNAL-Projekt koordiniert der Arbeitskreis Kanalbetrieb im Kommunalen Netzwerk Abwasser (KomNetABWASSER). Die Projektbeteiligten sind aber kein geschlossener Club. Weitere Filmproduzenten sind im Team herzlich willkommen – auch über den Kreis der KomNet-Teilnehmer hinaus. Wollten Sie immer schon mal im Abspann eines Films genannt werden? Jeder teilnehmende Abwasserbetrieb profitiert von dem Projektergebnis und kann den Arbeitgeber-Abwasserbetrieb-Film für seine Mitarbeiterwerbung und Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Der Film steht den Teilnehmern in der jeweils individualisierten Fassung exklusiv zur Verfügung. Eine allgemeine Fassung des Films soll später vermarktet werden und so auch Rückerstattungen von Kostenbeiträgen ermöglichen.

>> Teilnahmereservierung zum Gullywood-Kurzfilm-Projekt

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Gutachten des ILS zeigt: Zu wenig Bauland in NRW-Großstädten
(Quelle: ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung / Stand: 10.09.2020)

In Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) haben sich Prof. Dr. Stefan Siedentop und Prof. Dr. Stefan Fina vom ILS mit der Verfügbarkeit bebaubarer Flächen für den Wohnungsbau in den kreisfreien Städten und Landkreisen Nordrhein-Westfalens (NRW) beschäftigt. Die Studie zeigt, dass in den angespannten Wohnungsmärkten bebaubare Flächen fehlen, während in ländlichen Regionen nicht selten eine Überangebotssituation besteht. Eine erfolgreiche Wohnungspolitik muss deshalb darauf fokussieren, Bauland umfangreicher, schneller und kostengünstiger zu entwickeln und einer Bebauung zuzuführen.

Im Zeitraum 2016 bis 2018 wurde in Bonn und Münster im Vergleich mit anderen Städten in NRW mit jeweils 4,7 Wohnungen pro 1.000 Einwohner und Jahr am meisten gebaut. An dritter Stelle liegt Düsseldorf mit 4,3 Wohnungen pro 1.000 Einwohner und Jahr. Ein Blick auf die tatsächlich benötigten Wohnungen zeigt aber, dass beispielsweise in Münster zwischen 2016 bis 2018 2.450 Wohnungen pro Jahr zu wenig gebaut wurden. Ein ähnliches Ergebnis gibt es für die Stadt Bonn. In Köln fehlen für den genannten Zeitraum sogar 6.900 Wohnungen pro Jahr. Somit deckt die größte Stadt in NRW nur 46% des Wohnraumbedarfs.

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"Das Ganze
ist mehr als die

Summe seiner Teile."

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