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Schwarzes Brett

Chinesische Investitionen im Ruhrgebiet: Strukturwandel über die 'neue Seidenstraße'?
(Quelle: Institut Arbeit und Technik / Stand: 10.09.2020)

Das Ruhrgebiet als ehemalige Kohle- und Stahlregion hat in den letzten Jahrzehnten im globalen Wettbewerb deutliche Verluste hinnehmen müssen. China dagegen profitiert eindeutig von der Globalisierung. Flankiert von wirtschafts- und außenpolitischen Reformen verzeichnet das Land seit den 1990er Jahren ein rasantes Wirtschaftswachstum. Deutschland wurde in den letzten Jahren ein wichtiges Zielland für chinesische Direktinvestitionen, so auch NRW und das Ruhrgebiet. Das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule Gelsenkirchen) hat untersucht, ob damit der »technologische Ausverkauf« der Region zu befürchten ist, oder ob chinesische Unternehmen auch neue Impulse setzen können.

Tausende chinesische Firmen haben in den letzten Jahren Niederlassungen in Deutschland gegründet. Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 1.200 Firmen zum beliebtesten Bundesland für chinesische Investoren geworden. Im Ruhrgebiet haben sich über 200 Firmen aus China niedergelassen, darunter gab es einige große Firmenübernahmen (z.B. ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH, Schwing-Stetter GmbH, Medion, Aluminiumwerke Unna), in der Mehrheit jedoch Klein- und Kleinstunternehmen. Rund 40 Prozent sind in Duisburg angesiedelt. Im Zuge des chinesischen Großprojektes »Belt and Road Initiative« (BRI) ist Duisburg zu einem wichtigen Knotenpunkt geworden. Die BRI soll auf dem Landweg über die »Neue Seidenstraße« und per Schiff auf der »Maritimen Seidenstraße« die Anbindung von Chinas Westen an Europa und Zentralasien deutlich verbessern, um damit langfristig neue Absatzmärkte und kürzere Transporte zu generieren. Im Duisburger Güterbahnhof enden mehrere Güterzugverbindungen zwischen Deutschland und China. Die Ladung wird in Duisburg verschifft oder auf LKW geladen und nach ganz Europa transportiert. So hat sich die Stadt zu einem wichtigen Logistik-Standort für chinesische Firmen entwickelt, aber auch zu einem Hotspot für Firmen im E-Commerce Bereich.

Wie das IAT anhand von Fallstudien aufzeigt, können einige krisengeplagte Unternehmen durchaus eine positive Bilanz nach fast zehn Jahren chinesischer Beteiligung ziehen. Die große Angst des technologischen Ausverkaufs deutscher »Hidden Champions« nach China bleibt hier unbegründet, so das Autorenteam Alessio Giustolisi und Dr. Judith Terstriep. Ferner zeigten die Entwicklungen rund um die BRI, dass, wenngleich direkte Arbeitsplatzeffekte durch chinesische Firmen im Ruhrgebiet ausbleiben, durchaus wichtige Impulse in einigen Branchen gesendet werden. So investierten chinesische Unternehmen primär in die Branchen Handel und Logistik. Hier ist besonders der Bereich E-Commerce hervorzuheben, eine Branche, die in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist und auch in Zukunft zunehmen wird.

>> Giustolisi, Alessio / Terstriep, Judith: 2020: Chinesische Investitionen im Ruhrgebiet: Eine Chance für den Strukturwandel? Internet-Dokument. Gelsenkirchen: Inst. Arbeit und Technik. Forschung Aktuell, Nr. 09/2020

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Wie (un-)gleichwertig leben wir in Deutschland? IAT erarbeitet Messkonzept zur Bewertung ungleicher Lebensverhältnisse
(Quelle: Institut Arbeit und Technik / Stand: 10.09.2020)

Die Unterschiede zwischen den Regionen Deutschlands sind immens. So stehen insbesondere altindustrielle Großstädte sowie durch einen hohen Bevölkerungsrückgang gekennzeichnete ländliche Regionen vor zahlreichen Herausforderungen. Zu nennen sind eine geringe Wirtschaftskraft und überdurchschnittliche Armutsquoten, während andere Regionen eine hohe Wirtschaftskraft und hohe Bevölkerungszuwächse verzeichnen.  Zur Bewertung dieser ungleichen Lebensverhältnisse in den Teilräumen Deutschlands wurde vom Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule Gelsenkirchen) gemeinsam mit dem Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ein Messkonzept entwickelt. Es soll auf Basis objektiver Indikatoren sowie der Erfassung der subjektiven Wahrnehmung regionale Verhältnisse analysieren. Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft können damit regional passgenaue Lösungen finden.

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IAQ-Bericht: Digitalisierung in der Berufsausbildung. Wie die Kammern unterstützen können
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Stand: 10.09.2020)

Künstliche Intelligenz, neue Techniken wie 3D-Druck und Robotik stellen Industrie, Handel und Handwerk vor große Herausforderungen – vor allem bei der Qualifizierung ihrer Beschäftigten. Die duale Berufsausbildung wirkt dabei als starker Hebel, um Digitalisierung in die Betriebe zu bringen. Die IHKs und Handwerkskammern spielen zur Flankierung und Beratung hierbei eine wichtige Rolle. Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat 40 Kammervertretungen zu ihrem Engagement und den Erfahrungen in der betrieblichen Bildung befragt. Der IAQ-Report entstand in Zusammenarbeit mit dem mmb Institut für Medien- und Kompetenzforschung, Essen.

In den Unternehmen drängt das Thema Digitalisierung unterschiedlich: In Kammerbezirken mit hohem Industrialisierungsgrad, z.B. mit viel Automobilindustrie, ist es besonders wichtig. Im Handwerk sind die Kfz-Betriebe und das Elektrohandwerk führend. Generell gilt: Große Unternehmen sind in Sachen Digitalisierung durchgängig weiter, für kleinere Unternehmen und vor allem für das Handwerk hat das Thema deutlich weniger Priorität – und wird angesichts einer hohen Arbeitsbelastung eher „on-top" behandelt. Alle Unternehmen, vor allem die KMU, haben einen großen Informations(nachhol)bedarf. Dabei dominieren Automatisierung, Industrie 4.0, E-Commerce und Digitales Marketing. Digitale Medien in und für die Ausbildung fristen in den Unternehmen hingegen ein Schattendasein und werden als „noch ausbaufähig" bezeichnet. Sinnvoll seien etwa Maßnahmen, die helfen, eine gute Auftragslage zu bewältigen oder das Unternehmen in puncto Datensicherheit fit zu machen.

Der Großteil der Kammern hat Digitalisierung in Rahmenplänen, Fortbildungen oder Zusatzqualifikationen verankert. Treiber sind bei den IHKs u.a. die neugeordneten Metall-, Elektro- und IT-Berufe sowie neue Berufe wie „Kaufmann/Kauffrau für E-Commerce". Im Digitalisierungsprozess der Ausbildung ist das digitale Berichtsheft ein Türöffner . Viele Unternehmen haben es eingeführt, viele Kammern haben diesen Prozess unterstützt. Entscheidend für den Digitalisierungsschub sind insbesondere die Kompetenzen des Ausbildungspersonals. Hierzu können die Beratungs- und Weiterbildungsveranstaltungen der Kammern einen zentralen Beitrag leisten.

>> Goertz, Lutz / Krone, Sirikit: Digitalisierung in der betrieblichen dualen Berufsausbildung. Die Rolle der Kammern. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report, Nr. 2020-08

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IAQ fordert Sofortmaßnahmen für ein hybrides Schuljahr
(Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Stand: 10.09.2020)

Digitale Medien könnten im neuen Schuljahr verstärkt genutzt werden, um trotz Corona guten Unterricht zu gewährleisten, den Zugang zu Bildung zu sichern und die Schere zwischen Schülerinnen und Schülern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien nicht noch weiter auseinander gehen zu lassen. Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) schlägt Sofortmaßnahmen für ein hybrides Schuljahr vor, um die Digitalkompetenz bei Lehrenden und Lernenden zu stärken und auf mögliche Unterbrechungen des Regelbetriebs vorbereitet zu sein.

Die Digitalkompetenz von Schülerinnen und Schülern ebenso wie von Lehrkräften muss weiterentwickelt werden. Und es gilt die Kombination von Distanz- und Präsenzunterricht konzeptionell zu gestalten, bevor man darüber nachdenken kann, wie Leistungen im Distanzunterricht zu benoten sind. Der Nationale Bildungsbericht ebenso wie Erfahrungen aus dem Frühjahr haben gezeigt, dass digitales Lernen bislang, wenn überhaupt, dann eher als Ersatz für Arbeitsblätter und Schulbücher verwendet wird – die interaktiven Möglichkeiten werden noch wenig genutzt. Lernen lebt aber von Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden. Lehrkräfte müssen daher flächendeckend die Möglichkeit erhalten, jenseits privater Initiative auf Videokonferenz-Tools zurückzugreifen. Für die digitale Schulplattform „Logineo NRW" sind solche Funktionen zwar angekündigt; da sie zu Beginn des Schuljahres noch nicht vollständig verfügbar sind, sind kurzfristige Zwischenlösungen erforderlich, bspw. durch professionelle Lizenzen für Videokonferenz-Tools für Schulen nach dem Vorbild der Hochschulen. Diese Tools können auch für die Kommunikation zwischen Schulen und Eltern genutzt werden – die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft und die bildungspolitisch angestrebte Öffnung von Schule haben in besonderem Maße unter den Kontaktbeschränkungen gelitten.

Zunächst sollten nun Szenarien für alters- und zielgruppenorientierte Kombinationen von Präsenz- und Distanzlernen erarbeitet werden, die je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens zum Einsatz kommen können. Dabei geht es um die Planung von möglichst viel Präsenz für jüngere und für bildungsbenachteiligte Schüler*innen und um den intensiven Einsatz von Distanzlernen für Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe, um Einschränkungen ihrer Kurswahlmöglichkeiten durch das Infektionsschutzprinzip der festen Lerngruppen zu vermeiden. Für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe bildet Distanzlernen eine gute Vorbereitung auf da Studium – für Gleichaltrige in der Ausbildungsvorbereitung am Berufskolleg ist eine engere Begleitung mit mehr Präsenz erforderlich. Für eventuell notwendige Phasen der Schulschließung sollten Lösungen vorbereitet werden, um Kindern und Jugendlichen, die in beengten Wohnverhältnissen leben oder zuhause nicht betreut werden können, begleitetes Lernen in Kleingruppen an der Schule zu ermöglichen.

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Reisschalen liefern sauberen Strom: Biomasse als wertvoller Energielieferant
(Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT/Stand: 10.09.2020)

Reis ist das wichtigste Grundnahrungsmittel weltweit. Doch gerade die Produktion ist mit hohem Energieaufwand und den damit verbundenen negativen Umweltauswirkungen verbunden. Forschende des Fraunhofer UMSICHT entwickeln eine vielversprechende nachhaltige Alternative, indem sie bisher ungenutzte Biomasse für die dezentrale Stromproduktion verwenden.
Blick in eine Reismühle in Indonesien: Reisschalen als wertvoller Energielieferant.

Weltweit fallen bei der Produktion von Nahrungsmitteln Unmengen an Biomasse als Abfallprodukt an. Viele dieser Produkte könnten jedoch durch eine intelligente Kreislaufwirtschaft verwertet werden. Hierzu bedarf es neben Know-how wirtschaftlich tragfähiger Prozesse und neuer Verfahren in der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie. Das internationale Projekt CARE (Towards Circular Indonesian AgricultuRE) adressiert die landwirtschaftliche Kreislaufführung in Indonesien mit dem Ziel, die lokale Elektrifizierung nachhaltiger zu gestalten. Denn aktuell wird in den ländlichen Gebieten des Inselstaats Strom oft durch Dieselgeneratoren erzeugt. Dies bedeutet hohe Treibstoffkosten und jährlich etwa 4,6 Mio. Tonnen CO2, die alleine durch diese Art der Stromerzeugung in Indonesien freigesetzt werden.

Gleichzeitig ist Indonesien mit über 70 Mio. Tonnen pro Jahr einer der größten Reisproduzenten der Welt. Und alleine hierbei entstehen nach Schätzungen von Experten bis zu 12 Mio. Tonnen organische Abfälle mit hohem Heizwert und niedrigem Feuchtegehalt – ideale Energielieferanten, die bisher ungenutzt sind. Hier setzen die Forschenden des Fraunhofer UMSICHT an, indem sie nachhaltige Verwertungspfade für Reisschalen entwickeln. Genauer gesagt wollen sie die Stromversorgung von Reismühlen klimafreundlicher gestalten. Aber nicht nur Indonesien soll von dem Projekt CARE profitieren: Neben weiteren Reisanbaugebieten, etwa in Italien, Spanien oder Frankreich, ließe sich die Technologie auch auf Biomasseströme wie Blätter oder Einstreumaterialien übertragen. CARE liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen und unterstützt die UN-Nachhaltigkeitsziele.

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